Der Negativpreis "Floskel des Jahres" wurde von Sprachkritikern an den Begriff "Eigenverantwortung" verliehen. Auf Platz zwei und drei landeten "klimaneutral" und "links-gelb“.
Die sprach- und medienkritische Initiative "Floskelwolke" hat den Begriff "Eigenverantwortung" mit dem Negativpreis "Floskel des Jahres 2021" bedacht. Mit "Eigenverantwortung" werde "ein legitimer Begriff von hoher gesellschaftlicher Bedeutung" ausgehöhlt und ende "als Schlagwort von politisch Verantwortlichen, die der Pandemie inkonsequent entgegenwirken".
"Klimaneutral" belegt Platz zwei
Auf den Plätzen zwei bis fünf landeten die Begriffe "klimaneutral", "links-gelb", "unvorhersehbar" und "Instrumentenkasten", wie die "Floskelwolke"-Macher Sebastian Pertsch und Udo Stiehl am Samstag in Berlin und Köln mitteilten.
Basis für die Vergabe des Negativpreises waren Vorschläge der Leserinnen und Leser der "Floskelwolke", die größtenteils aus Journalismus und Medien kommen. Insgesamt seien 72 Begriffe und Formulierungen vorgeschlagen worden. Dabei lag der Anteil an Formulierungen, die sich auf die Coronavirus-Pandemie bezogen, bei 43 Prozent.
Kritik an Floskeln, Phrasen und fragwürdigen Formulierungen in Nachrichtentexten
Pertsch und Stiehl erklärten, viele "neue Begriffe, ausrangierte Formulierungen, ausgeleierte Floskeln und geframte Phrasen" hätten die Nachrichtenberichterstattung auch im vergangenen Jahr geprägt. Zwar sei die Wortwahl im zweiten Pandemiejahr subtiler geworden. Andererseits werde erkennbarer, "wie Framing und Begriffskaperungen alltäglicher und gezielt eingesetzt werden".
Die "Floskelwolke" war im August 2014 gestartet. Ziel ist es, dem professionellen Nachrichtengeschäft den Spiegel vorzuhalten. Kritisiert werden Floskeln, Phrasen und fragwürdige Formulierungen in deutschsprachigen Nachrichtentexten.
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