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Im Eiltempo gegen Corona - Eine Million Menschen in Israel geimpft

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Bei den Impfungen gegen das Coronavirus geht Israel mit schnellem Tempo voran. Für den Erfolg nennt der Ex-Direktor des israelischen Gesundheitsministeriums verschiedene Gründe.

Impfung gegen das Coronavirus in Tel Aviv, Israel
Impfung gegen das Coronavirus in Tel Aviv, Israel
Quelle: reuters

Weniger als zwei Wochen nach dem Beginn einer Impfkampagne im Rekord-Tempo hat Israel schon eine Million seiner Bürger gegen das Coronavirus geimpft.

Regierungschef Benjamin Netanjahu und Gesundheitsminister Juli Edelstein würdigten am Freitag den millionsten Impfling in der arabischen Ortschaft Umm el Fahm im Norden des Landes.

Zehn Prozent der Bevölkerung Israels bereits geimpft

Israel hat damit schon mehr als zehn Prozent seiner Bevölkerung geimpft - das Land hat fast 9,3 Millionen Einwohner. Netanjahu sagte, sein Ziel sei es, 5,5 Millionen Geimpfte zu erreichen, um die Pandemie zu stoppen.

Allein am Donnerstag wurden in Israel nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 153.400 Menschen geimpft. Mehr als 40 Prozent der über 60-Jährigen im Land haben demnach schon die erste Dosis des Biontech/Pfizer-Impfstoffs erhalten.

Meiste Impfungen pro 100 Einwohner weltweit

Israel impft damit nach Informationen von Oxford-Forschern schneller als jedes andere Land auf der Welt. Eine Grafik auf der Website "Our World in Data" vergleicht verschiedene Staaten nach der Zahl der verabreichten Dosen pro 100 Einwohner.

Dort hatte Israel mit 9,18 Dosen je 100 Einwohner (Stand 31. Dezember) weiter klar die Nase vorn - wenn auch nicht in absoluten Zahlen, wo China, die USA und Großbritannien führen.

Neue Chance auf Normalität? In Israel beginnt heute das Impfen gegen das Coronavirus. Vor laufender Kamera ließ sich als erster Ministerpräsident Benjamin Netanjahu pieksen.

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Gründe für schnelle Impfungen

Professor Arnon Afek, Vize-Direktor des Schiba-Krankenhauses bei Tel Aviv, sieht verschiedene Gründe für den besonders erfolgreichen Ablauf der Impfkampagne in Israel. "Erstens haben wir ein sehr starkes öffentliches Gesundheitssystem, mit Krankenversicherung für alle Bürger", sagt der ehemalige Generaldirektor des Gesundheitsministeriums.

Zudem seien die Israelis ein sehr engagiertes, wendiges Volk, das schnell und effektiv auf Krisensituationen reagieren könne, sagt Afek. Viele Krankenschwestern blieben etwa oft nach Dienstende freiwillig für eine weitere Schicht, um noch mehr Menschen impfen zu können.

Alle sind gemeinsam in den Krieg gezogen - den Krieg gegen das Coronavirus.
Arnon Afek, Vize-Direktor Schiba-Krankenhaus Tel Aviv

Nicht zuletzt sei Israel ein sehr kleines Land, das nicht in Bundesländer aufgeteilt ist. "Da ist es leichter, die Bevölkerung schnell zu impfen, als in einem großen Land wie Deutschland mit mehr als 80 Millionen Einwohnern", so Afek.

Corona-Neuinfektionen steigen an

Zuletzt ist jedoch die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel trotz eines dritten Teil-Lockdowns wieder in die Höhe geschnellt. Die Zahl der neuen Corona-Fälle binnen 24 Stunden lag nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag bei 5.804. Am Vortag waren es mit 5.831 noch etwas mehr gewesen - der höchste Stand seit Oktober.

Das Gesundheitsministerium fordert deshalb eine Verschärfung der Corona-Beschränkungen von Sonntag an. Zum Vergleich: Die deutschen Gesundheitsämter haben nach Angaben vom Freitag binnen 24 Stunden 22.924 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel.

Ein Mann geht während des Lockdown neben geschlossenen Geschäften inmitten der anhaltenden COVID-19-Coronavirus-Pandemie in Gaza-Stadt, Palästina, am 18. Dezember 2020.

Impfung in Palästina und Israel -
Warum Palästina auf Covid-Impfstoff wartet
 

Wer behauptet, die israelische Regierung sei verantwortlich, dass Corona-Impfungen an Palästinensern im Westjordanland und Gaza noch nicht anlaufen, unterschlägt wichtige Details.

von Nils Metzger

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