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Warnung vor neuer Welle - WHO: Steigende Corona-Zahlen in Europa

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Die WHO warnt vor einer neuen Corona-Welle in Europa. Tatsächlich steigen die Fallzahlen erstmals seit langem wieder an.

Dänemark will die Maseknpflicht aufheben. Archivbild
Die Zahlen in Europa steigen, sagt die WHO. Die Sorge einer neuen Welle wächst. (Archiv)
Quelle: Nick Potts/PA Wire/dpa

Gibt es eine neue Infektionswelle in Europa? Mit Blick auf jüngste Zahlen mahnt der für die WHO-Region Europa zuständige Direktor, Hans Kluge, dass die Infektionsgefahr durch die Lockerungen der Beschränkungen in vielen Ländern und durch die vermehrte Reiseaktivität größer werde. Das sagte er auf einer Pressekoferenz in Kopenhagen.

Anstieg der Infizierten in einer Woche um zehn Prozent

Nach zehn Wochen Rückgang sei die Zahl der Infizierten in Europa in der vergangenen Woche wieder um zehn Prozent gestiegen. In der Zeit seit Mitte April hatte es auch immer wieder mal Tages-Schwankungen gegeben.

Dies ist aber die erste lange Phase, in der der Mittelwert wieder konstant steigt. Europa drohe eine neue Pandemie-Welle, "es sei denn, wir bleiben diszipliniert", sagte Kluge.

Zunahme der Neuinfektionen in Portugal und Großbritannien

Länder wie Portugal und Großbritannien haben derzeit mit einer Zunahme der Corona-Neuinfektionen zu kämpfen. Die Entwicklung wird insbesondere auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zurückgeführt.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ruft zum Handeln gegen die Delta-Variante auf: Impftempo beschleunigen und ggf. Kinder impfen.

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Die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC hatte vergangene Woche prognostiziert, Delta könnte bis Ende August 90 Prozent der Corona-Neuinfektionen in Europa ausmachen. Auch für seinen Zuständigkeitsbereich, der 53 Länder und Gebiete in Europa, aber auch Zentralasien umfasst, rechnet WHO-Vertreter Kluge damit, dass Delta vorherrschend wird.

Fortschritt bei Impfungen "inakzeptabel"

In keinem der Länder sei die Corona-Impfkampagne so weit gediehen, dass sie den notwendigen Schutz vor der Delta-Ausbreitung biete, sagte er. In der WHO-Region Europa liegt der Anteil der Geimpften an der Bevölkerung seinen Angaben zufolge bei 24 Prozent.

Die Hälfte der älteren Menschen und 40 Prozent der Mitarbeiter im Gesundheitssektor seien noch nicht immunisiert worden. "Das ist inakzeptabel und es ist weit weg von der empfohlenen Abdeckung von 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung", kritisierte Kluge.

Verzögerungen bei der Impfung kosten Leben. Je langsamer wir impfen, desto mehr Varianten werden auftauchen.
Hans Kluge, Europadirektor WHO

Appell an Fußballfans und Urlauber

Er appellierte an alle Menschen, die nun Fußballspiele besuchen wollen oder eine Urlaubsreise planen, die Risiken genau abzuwägen und sich zu schützen. Kluge kritisierte auch die UEFA-Regeln. In den Ländern, in denen die übrigen Spiele der Europameisterschaft ausgetragen werden, seien die Zahlen auf dem Vormarsch.

Die britische Regierung will bei den Halbfinalspielen am 6. und 7. Juli sowie beim Finale am 11. Juli, die alle im Londoner Wembley-Stadion stattfinden, jeweils mehr als 60.000 Zuschauer zulassen. Auf die Frage, ob die EM ein "Superspreader"-Ereignis sei, antwortete Kluge: "Ich hoffe nicht (...). aber das ist nicht auszuschließen."

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