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Helfen 15 FFP2-Masken für den ganzen Winter?

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Schutz von Risikogruppen - Helfen 15 FFP2-Masken für den ganzen Winter?

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Besonders gefährdete Menschen sollen 15 vergünstigte FFP2-Masken für den Winter bekommen. Das haben Bund und Länder beschlossen. Hilft das? Ein Überblick.

FFP2-Maske mit CE-Kennzeichnung
Besserer Schutz vor Infektionen: FFP2-Maske
Quelle: dpa

Die Bundesregierung will besonders gefährdete Gruppen mit FFP2-Masken ausstatten. In dem neuen Beschluss von Bund und Ländern heißt es, dass insgesamt 15 vergünstigte FFP2-Masken pro Person abgegeben werden sollen. Rechnerisch also eine Maske pro Winterwoche. Die Kosten für die einmalige Abgabe übernehme der Bund. Wer zu den "besonders vulnerablen Gruppen" gehört, soll noch geklärt werden. Damit sollen die Risikopatienten über den Winter kommen. Doch helfen 15 Masken für die kalte Jahreszeit? Ein Überblick:

Welchen Schutz bieten FFP2-Masken?

Anders als einfache Mund-Nasen-Bedeckungen bieten FFP-Masken einen besseren Schutz vor Infektionen. Obwohl sie primär nur für den Eigenschutz ausgelegt sind, sollen sie gleichzeitig auch das Umfeld schützen. Die Leistung der partikelfiltrierenden Halbmasken muss mindestens bei 94 Prozent liegen, also mindestens 94 Prozent der Aerosole aus der Luft abfangen. Bei FFP3-Masken müssen es sogar mindestens 99 Prozent sein.

Aufpassen müssen Nutzer bei Masken mit Atemventil. Diese filtern nur die eingeatmete Luft und bieten daher nur einen begrenzten Schutz für das Umfeld.

Welche Masken sind sicher?

Leider gibt es auch bei den FFP2-Masken Qualitätsunterschiede und nicht jede Maske bietet denselben Schutz. Gerade Masken aus China stellen sich häufig als minderwertig heraus. Ihr Innenfutter hat mitunter Löcher, durch die Viren einfach hindurchschlüpfen können.

Bei der Prüfstelle DEKRA geht man davon aus, dass etwa acht Milliarden Masken aus dem Ausland nach Deutschland geliefert wurden.

Davon glauben wir, dass vier Milliarden getestet worden sind, und vier Milliarden eben nicht.
Jörg-Timm Kilisch, DEKRA-Geschäftsführer

Das ZDF-Verbrauchermagazin "WISO" hat FFP-Masken getestet und dabei auch Masken aus der Apotheke entdeckt, die ein gefälschtes Prüfsiegel hatten und im Test zu wenige Aerosole aus der Luft gefiltert haben. Seit dem 1. Oktober dürfen zwar nur noch geprüfte Masken in den Verkauf gegeben, Altbestände aber noch abverkauft werden.

Um sicherzugehen, müssen Verbraucher auf das Zeichen der Prüfstelle achten. Dieses besteht immer aus "CE" und einer vierstelligen Zahlenfolge, die den Prüfstandort bestimmt. Masken, auf denen nur das CE-Zeichen ohne Zahlencode zu finden ist, wurden mit einiger Sicherheit nicht geprüft.

Welche Masken bieten wirklich den versprochenen Schutz?

Beitragslänge:
3 min
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Kann man FFP2-Masken mehrfach tragen?

FFP-Masken sind Einwegprodukte und sollten besser nicht wiederverwendet werden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) empfiehlt, die Maske nach spätestens acht Stunden oder bei starker Durchfeuchtung zu wechseln. Als Tragedauer am Stück werden maximal 75 Minuten empfohlen, danach solle man eine 30-minütige Pause einlegen. Bei Gesundheitspersonal, das diese Pausen oft nicht einhalten kann, gibt es Berichte über Atembeschwerden oder Hautentzündungen im Gesicht infolge der dicht ansitzenden Maske.

Einige Experten sehen kein Problem darin, die Masken im privaten Gebrauch länger zu nutzen. Es besteht allerdings das Risiko, dass sich in ihnen Bakterien ansiedeln.

Das Robert-Koch-Institut hatte in der ersten Welle der Pandemie mögliche Maßnahmen zum ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken erarbeitet. Darin wird beschrieben, dass Masken unter Umständen mehrfach benutzt werden können, jedoch nur, wenn besondere Verhaltensregeln beachtet werden. Diese Maßnahmen sollten nur gelten, wenn ein Mangel an Masken besteht. Dies ist aktuell nicht der Fall und das Dokument des RKI ist mit dem Hinweis "Aktuell nicht gültig" gekennzeichnet.

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Kann ich meine FFP2-Masken reinigen?

Eher nein. Bereits im März beschäftigte sich Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin in seinem Podcast mit der Möglichkeit, Masken zum Wiedergebrauch zu reinigen. Viren in einer durchfeuchteten Stoff-Maske könnten schon bei 70 Grad im Backofen abgetötet werden. FFP-Masken enthalten jedoch einen Kunststoff-Filter, der bei hohen Temperaturen schmilzt. Man kann sie daher nicht im Backofen sterilisieren.

Vorsicht ist auch bei einer Reinigung in der Mikrowelle geboten: Viele FFP-Masken enthalten Drahtbügel. Damit besteht eine hohe Brandgefahr.

Fazit: Geprüfte FFP2-Masken bieten für Risikopatienten und ältere Menschen einen guten Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Da sie jedoch nur kurze Zeit getragen werden können, helfen die 15 Masken der Bundesregierung nicht, um jeden Tag geschützt unter Leute zu gehen. Für einzelne Treffen mit anderen Menschen können sie aber helfen, das Infektionsgeschehen zu minimieren.

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