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Mediziner bei Lanz - Astrazeneca "hervorragend" für Menschen ab 60

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Der Impfgipfel hat für Dr. Dirk Heinrich gute Ergebnisse geliefert. Der medizinische Leiter des Hamburger Impfzentrums fordert bei Markus Lanz: Beendet die Impfpriorisierung!

Für Dr. Heinrich, Leiter des Hamburger Impfzentrums, ist es ungerechtfertigt, wenn Ü60-Bürger sich nicht mit Astrazeneca impfen lassen wollen.

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Die Reaktion auf den Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag: mehrheitlich Enttäuschung. Dr. Dirk Heinrich, medizinischer Leiter des Hamburger Impfzentrums, hat sich in der ZDF-Sendung Markus Lanz hingegen zufrieden gezeigt.

Für Corona-Geimpfte und -Genesene sollen dieselben Ausnahmen gelten, die nach den aktuellen Regelungen getesteten Personen eingeräumt werden: gelockerte Kontaktbeschränkungen in Altersheimen, Einreisen und der Besuch von Geschäften und Märkten.

Ich habe mich gefreut, dass die Geimpften den Getesteten gleichgestellt werden sollen.
Dirk Heinrich, Mediziner

Heinrich: Gleichstellung mit negativ Getesteten gerechtfertigt

Zunächst habe die wissenschaftliche Evidenz gefehlt, um nachzuweisen, dass die Geimpften nur noch ganz selten Infektionen übertragen könnten, so Heinrich. "Das wissen wir jetzt insbesondere aus den Daten aus Israel." Daher sei die Gleichstellung mit negativ Getesteten natürlich gerechtfertigt.

Wenn es Schnelltests sind, haben die Getesteten sogar schlechtere Ergebnisse. Die Geimpften sind tatsächlich die, die am wenigsten übertragen.
Dirk Heinrich, Mediziner

Abschaffung der Impfpriorisierung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach dem Impfgipfel bekanntgegeben, dass sie im Juni mit einem Ende der Impfpriorisierung rechne. Auch diese Nachricht stieß bei Dirk Heinrich auf Zustimmung. Die Priorisierung sei sinnvoll gewesen, denn: "Impfstoffmangel bedeutet Impfstoffverwaltung."

Zunächst die Gefährdetsten zu impfen, hält der Mediziner noch immer für richtig. Mit dem Beginn der Corona-Impfungen in Haus- und Facharztpraxen gebe es jedoch sowieso schon größere Freiheiten. Heinrich, der auch als Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde eine eigene Praxis betreibt, berichtete aus eigener Erfahrung:

Wenn wir herumtelefonieren, um die Impflinge, die wir impfen wollen, zu kontaktieren, stellen wir oft fest, dass sie schon geimpft sind.
Dirk Heinrich, Mediziner

Der organisatorische Aufwand für das Praxispersonal werde deutschlandweit immer höher: "Deswegen muss die Impfpriorisierung im Laufe des Mai enden", forderte der Mediziner.

Einige Bundesländer haben die Impfpriorisierung für Astrazeneca aufgehoben. Viele Intensivmediziner plädieren für eine generelle Aufhebung der Rangfolge spätestens ab Anfang Juni.

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Astrazeneca für über 60-Jährige: "hervorragender Impfstoff"

Der 61-Jährige brach außerdem eine Lanze für den Impfstoff von Astrazeneca.

Ich finde es nicht gerechtfertigt, wenn jemand sagt: ‚Ich will nur Biontech haben, ich nehme kein Astra.‘
Dirk Heinrich, Mediziner

Und: "Astrazeneca ist für die Altersgruppe, für die er in Deutschland verwendet wird, ein hervorragender Impfstoff." Für die über 60-Jährigen biete er genau den Schutz, der gebraucht werde, einen hundertprozentigen Schutz davor, ins Krankenhaus zu kommen, so der Mediziner bei Lanz.

In mehreren Bundesländern wurde der Impfstoff von Astrazeneca für alle zugelassenen Personengruppen freigegeben. Der Andrang ist groß.

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Im Hamburger Impfzentrum hatte es drei "Astra-Tage" gegeben. "Die Termine sind alle gebucht worden. Es kamen informierte Impflinge ins Impfzentrum, die diesen Impfstoff haben wollten", erzählte Heinrich. Gefragt danach, ob es Patienten gäbe, die im Hamburger Impfzentrum den ihnen zugeordneten Impfstoff nicht akzeptieren, wurde der Arzt deutlich:

Bei uns wird gegessen, was auf den Tisch kommt.
Dirk Heinrich, Mediziner

Viele würden sich nach anfänglichem Zögern infolge eines ausführlichen Gesprächs doch für den Impfstoff entscheiden, der für sie vorgesehen ist, andere würden nach Hause gehen: "Die müssen sich dann wieder neu hintenanstellen."

Ein Baumdiagramm stellt dar, wie Herdenimmunität funktioniert: Eine mit dem Coronavirus infizierte Person hat Kontakt mit drei Personen, steckt aber nur eine an, weil die anderen beiden durch eine Impfung geschützt sind. Alle weiteren Kontakte der geimpften Personen sind nun vor einer Ansteckung geschützt - egal ob sie selbst geimpft sind oder nicht.

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