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Ende der Fußball-EM - Fußball zwischen Profit und Pandemie

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Heute Abend geht im Londoner Wembley-Stadion die Fußball-EM zu Ende. Ein Turnier unter besonderen Bedingungen. Welchen Einfluss hat es auf die Corona-Lage in Europa?

Englands Fans feiern im Wembley-Stadion den Einzug ins Finale
Englands Fans feiern im Wembley-Stadion den Einzug ins Finale
Quelle: epa

Ein großes Sportereignis mit Zuschauern inmitten einer Pandemie, schon lange vor Beginn der Fußball-EM wurde darüber heftig diskutiert. Im Fokus während des Turniers: zunächst vor allem der Spielort Budapest. Denn: Dort jubeln 65.000 Menschen in der Puskas-Arena - volle Auslastung. Ohne Abstand, ohne Masken. Budapest bleibt aber nicht der einzige Sorgen-Spielort.

Im Laufe des Turniers blickt Europa auch zunehmend kritisch nach St. Petersburg. Nach den Vorrundenspielen ihrer Teams in Russland werden viele finnische und schweizerische Fans positiv auf das Coronavirus getestet. Bilder von randvollen Fanmeilen beunruhigen zusätzlich. Inzwischen ist St. Petersburg ein Corona-Hotspot in Russland. Auch für die als ansteckender geltende Delta-Variante.

Delta-Welle in Großbritannien

Mittelpunkt der Corona-Diskussionen rund um die EM aber ist London. Kurz vor Beginn des Turniers nahm im Vereinigten Königreich die Delta-Welle an Fahrt auf. Allein auf das Spiel England gegen Schottland Mitte Juni gehen fast 2.000 Corona-Fälle in Schottland zurück.

Die europäische Gesundheitsbehörde registriert bislang circa 2.500 Corona-Infektionen, die in direkten Bezug zur EM zu bringen sind. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin wehrt sich gegen Schuldzuweisungen. Die Fans in den Stadien seien getestet gewesen. Den Fußball der Verbreitung des Virus zu beschuldigen, sei unverantwortlich.

Gegen Italien kann England seine 55 Jahre dauernde Durststrecke ohne Titel beenden. Es wäre auch die Krönung für Trainer Southgate, der zum EM-Start noch scharf kritisiert wurde.

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Das sehen viele anders. Auch, dass die Menschen an anderen Orten wegen eines großen Sportereignisses zusammenkommen, stehe in Beziehung zu dem Turnier. Zahlen aus England zeigen: Seit Beginn der EM stecken sich überdurchschnittliche viele Männer mit dem Virus an. Vermuteter Auslöser: das gemeinsame Fußballschauen auch abseits der Stadien. Männer seien wegen der Fußball-EM sozial aktiver und hätten so ein 30 Prozent höheres Infektionsrisiko als Frauen.

Entzug der Finalspiele als Druckmittel

Für Unruhe sorgte gegen Ende der Vorrunde eine von der UEFA ins Gespräch gebrachte, mögliche Verlegung der Halbfinals und des Finales. Weg aus London. Nicht etwa aber wegen Sorgen über die Rolle der Spiele bei der Ausbreitung des Coronavirus - sondern wegen der Angst, zu wenige Zuschauer im Stadion zu haben.

Ähnliche Auflagen der UEFA hatten im Vorfeld des Turniers auch schon Dublin und Bilbao die Ausrichtung von EM-Spielen gekostet. Am Ende lenkte die britische Regierung ein - und verdreifachte die zugelassene Zuschauermenge in den letzten drei Turnierspielen im Verhältnis zur Vorrunde. Circa 65.000 Fans dürfen so ins Wembley-Stadion.

Lukratives Geschäft für die UEFA

Trotz erschwerter Pandemie-Bedingungen verdient die UEFA gut an der EM. Die Einnahmen des europäischen Fußballverbandes aus der Europameisterschaft werden auf circa zwei Milliarden Euro geschätzt. Daraus dürften ungefähr 800 Millionen Euro als Gewinn hervorgehen.

Heute Abend entscheidet sich, wer den Titel Fußball-Europameister 2020 im Jahre 2021 erringt - England oder Italien. Egal wer es wird und wo die Fans sich im Siegestaumel in den Armen liegen: Das Virus wird wieder dabei sein. Auch Abseits des Wembley-Stadions: in den Pubs, Wohnzimmern und Fanzonen Europas. Wie groß die Auswirkungen der letzten großen Spiele auf die Pandemie-Lage in Europa sind, werden die nächsten Wochen zeigen.

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