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Innehalten in der Pandemie : Kerzen für die Corona-Toten

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Ein kleines Licht für eine große Trauer: Unter dem Motto #lichtfenster sind die Menschen in Deutschland ab heute dazu aufgerufen, mit Kerzen an die Toten der Pandemie zu denken.

Eine Kerze brennt in einem Fenster als Zeichen des gemeinsamen Gedenkens im Rahmen der Aktion "#lichtfenster" für die Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.
Ein Zeichen des Gedenkens: Lichtfenster für die Corona-Toten
Quelle: dpa

Die Regierungschefs der Bundesländer haben die Bürger aufgerufen, sich an den Gedenkfeiern für die Todesopfer in der Corona-Pandemie zu beteiligen. Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten baten darum, am Sonntag an der von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Januar initiierten Gedenkaktion #lichtfenster teilzunehmen und von Freitag- bis Sonntagabend Kerzen in die Fenster zu stellen. In einer von allen Landesregierungen verbreiteten Erklärung hieß es:

Wir wollen uns bewusst machen, was wir verloren haben, aber gemeinsam auch Hoffnung und Kraft schöpfen.
Erklärung der Länderchefs

An diesem Sonntag will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier all denen ein Gesicht und eine Stimme geben, die in diesem Alltag allzu oft zu kurz kommen: den Verstorbenen und ihren Angehörigen.

79.628 Leben hat die Pandemie bis zum Freitag schon gekostet. Steinmeier nannte das bereits Anfang März:

Eine erschütternde, verstörende Dimension.
Bundespräsident Steinmeier

Da lag die Zahl der Toten allerdings noch um einige Tausend niedriger.

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Ökumenischer Gottesdienst in der Berliner Gedächtniskirche

So werden an diesem Sonntag die Spitzen der fünf Verfassungsorgane als höchste Repräsentanten des Staates zusammenkommen - erst zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Berliner Gedächtniskirche und später zur eigentlichen Gedenkveranstaltung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.

Es wird ein Gedenken im kleinsten Kreis werden, zusammen mit fünf Menschen, die während der Pandemie Angehörige verloren haben.

Das ist der Infektionslage geschuldet und steht zugleich sinnbildlich für die Einsamkeit, in der während der Pandemie viele Menschen sterben und in der ihre Angehörigen oft genug zurück bleiben.

Gedenken an Verstorbene in der Pandemie

Ein öffentlicher Akt - der Bundespräsident versteht ihn als Angebot an die Gesellschaft, wohl wissend, dass sich Trauer, Mitgefühl und Empathie nicht staatlich verordnen lassen. Und dass mit einem Gedenkakt allein nicht zu bewältigen ist, was Corona für den Einzelnen und die Gesellschaft bewirkt.

Dieser Akt soll nicht nur an die Verstorbenen erinnern und ihren Angehörigen Trost geben. Steinmeier will den Bogen weiter spannen. Er spricht bewusst nicht von den Verstorbenen oder Opfern der Pandemie, sondern in der Pandemie.

Aus seiner Sicht geht es darum, in Würde auch von jenen Abschied zu nehmen, "die nicht dem Virus zum Opfer gefallen sind, aber genauso einsam gestorben sind", wie er bei dem Gespräch mit Hinterbliebenen sagte.

Innehalten für Menschen, die unter den Folgen der Pandemie leiden

Steinmeier will, so hieß es vorab aus dem Präsidialamt, auch auf das Schicksal jener hinweisen, die - ohne infiziert worden zu sein - durch das Virus und seine Bekämpfung Schaden genommen haben. Die beispielsweise durch Isolation und Einsamkeit erkrankt sind oder die Opfer von häuslicher Gewalt und Missbrauch wurden.

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