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Impfungen und Erkrankungen - Was über Covid bei Schwangeren bekannt ist

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Bald könnten auch Schwangere priorisiert gegen Corona geimpft werden. Fachärzte haben eine entsprechende Empfehlung angepasst - auch mit Blick auf aktuelle Erkenntnisse.

Schwangere haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19. Aktuell sind Impfungen für diese Gruppe in Deutschland nicht empfohlen. Das könnte sich jedoch ändern, denn wissenschaftliche Daten zeigen: Eine Impfung schützt Mutter und Kind.

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Bei den Diskussionen um Impf-Priorisierungen ging bislang eine Gruppe unter: schwangere Frauen. Weil die Coronavirus-Impfstoffe nicht an Schwangeren getestet wurden, blieben sie außen vor - nur ihre Angehörigen werden priorisiert geimpft. 

Das dürfte sich bald ändern. Denn bisherige Erkenntnisse zeigen: Schwangere Frauen sind eher gefährdet, einen schweren Covid-Verlauf zu haben als andere gleichaltrige Frauen. 

Schwangere und Covid – Was ist bekannt? 

Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es kaum Daten zu erkrankten Schwangeren. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Studien und die zeigen: "Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf mit Aufnahme auf eine Intensivstation und für eine invasive Beatmung ist gering, jedoch im Vergleich höher als bei nicht-schwangeren Frauen im gebärfähigen Alter", schreibt das Robert-Koch-Institut.

Frauenärzt*innen-Verbände erklären, dass schwangere Covid-Patientinnen sechsmal häufiger intensivmedizinisch betreut werden als eine nicht-schwangere Vergleichsgruppe.

Eine Beatmung ist sogar 23-mal häufiger notwendig, als bei der nicht schwangeren Vergleichsgruppe.
Erklärung der Fachverbände vom 4. Mai

Mögliche Gründe dafür sind:  

  • Das Immunsystem bei Schwangeren ist generell etwas herabgesetzt.
  • Ihre Sauerstoffaufnahme ist zudem reduziert.

Dass Schwangere eher auf die Intensivstation verlegt werden als Vergleichsgruppen liegt aber auch daran, dass man bei dieser Gruppe von Betroffenen besonders vorsichtig ist. Weltweite Zahlen zeigen gleichzeitig, dass eine an Covid erkrankte Schwangere eine erhöhte Wahrscheinlichkeit hat, daran zu versterben - und das bei einer altersentsprechenden niedrigen Gesamtmortalität. 

Zudem sei das Frühgeburtsrisiko bei Covid-19 positiv getesteten Frauen bis zu 80 Prozent höher als bei gesunden Schwangeren, erklärt Anton J.Scharl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. 

Trotzdem: Schwere Covid-Verläufe sind auch bei Schwangeren äußerst selten. "Dass schwangere Frauen schwer an Covid erkranken oder gar daran sterben, bleibt zum Glück ein seltenes Ereignis, das Risiko hierfür existiert jedoch", fasst die Jenaer Ärztin Janine Zöllkau im Gespräch mit ZDFheute zusammen. 

Wie ist die Situation in der dritten Corona-Welle?

Erst kürzlich berichtete der Hamburger Intensivmediziner Stefan Kluge von einer Zunahme der schwangeren Corona-Infizierten auf der Intensivstation des Uniklinikums in Eppendorf. “Das ist sicherlich kein lokales Phänomen”, erklärt Kluge ZDFheute.  

Diesen Eindruck bestätigt Ulrich Pecks. Er hat das CRONOS-Register initiiert, das die Folgen einer Corona-Infektion auf die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen erforschen soll. "Im Vergleich zu den Monaten März 2020 bis Februar 2021 wurden in den Monaten März und April 2021 überproportional viele Frauen mit Notwendigkeit zur invasiven Beatmung gemeldet", sagt er ZDFheute.  

Mögliche Gründe dafür sind naheliegend. Einerseits geben es aktuell insgesamt mehr Übertragungen durch die Variante B.1.1.7, erklärt Kluge. Andererseits lag der Hauptschwerpunkt des Infektionsgeschehens zuletzt in der Altersgruppe der 14- bis 50-Jährigen.

Corona-Impfung für Schwangere - Ja oder nein? 

Noch im Februar 2021 sprachen sich deutsche Fachverbände gegen eine generelle Impfung aller Schwangeren gegen Covid-19 aus. Mittlerweile haben viele von ihnen ihre Position geändert: Aktuell befürworten elf von ihnen für eine priorisierte Covid-19-Schutzimpfung für schwangere und stillende Frauen mit einem mRNA-basierten Impfstoff.

Eine Covid-19-Impfung ist für diese Gruppe besonders wichtig, weil erkrankte Schwangere prozentual häufiger schwere Krankheitsverläufe als gleichaltrige nicht schwangere Frauen zeigen.
Christian Albring, Präsident Berufsverband der Frauenärzte

Stefan Kluge ist überzeugt, dass die Ständige Impfkommission ihre Impfempfehlung für Schwangere anpassen wird - auch weil es mittlerweile positive Daten zur Verträglichkeit der Corona-Impfstoffe bei Schwangeren gibt. Nachbeobachtungen von 4.700 geimpften schwangeren Frauen in den USA brachten keine vermehrten Komplikationen zu Tage, weder bei Müttern noch bei Säuglingen.  

Der Virologe Dr. Martin Stürmer plädiert dafür, "private Kontakte weiterhin zu reduzieren". Normalität könne wieder gelebt werden, wenn jeder, der möchte, geimpft werden könne.

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Wogegen werden Schwangere grundsätzlich geimpft? 

Abgesehen von Impfungen mit einem Lebend-Impfstoff wie bei Gelbfieber dürften fast alle Impfungen auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden, erklärt der Berufsverband der Frauenärzte auf Anfrage. 

Unbedingt empfohlen wird während der Schwangerschaft - ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel - die Grippe-Impfung, und in den letzten Wochen vor der Geburt unbedingt auch die Keuchhusten-Impfung.
Berufsverband der Frauenärzte

Vor allem die Grippe kann für Schwangere in seltenen Fällen zur Gefahr werden - ähnlich wie Covid-19. Denn auch Grippen verlaufen bei Schwangeren durchschnittlich schwerer als bei gleichaltrigen Frauen außerhalb der Schwangerschaft, "ebenfalls bis hin zur Beatmung und ECMO und dann natürlich auch mit der Gefahr einer Frühgeburt", erklärt der Verband.

Deshalb sollten Frauen immer in der aktuellen Saison gegen Grippe geimpft sein.
Berufsverband der Frauenärzte

Stefan Kluge erwartet, dass es sich bei der Zulassung von Covid-Impfstoffen im Endeffekt ähnlich verhalten wird wie bei denen gegen Influenza. Einige Zeit nach dem Start der Grippe-Impfung habe man damals auch gesehen, dass die Vakzine gut verträglich für Schwangere sind - das das sei nun auch bei Corona-Impfstoffen der Fall.   

Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht erklärt, wie sich die Symptome unterscheiden.

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Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

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