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Grippe-Saison beginnt : Problemlos gegen Grippe und Covid-19 impfen?

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Die Grippe-Zeit startet, viele Menschen planen eine Grippe-Impfung. Spielt es dabei eine Rolle, ob man gegen das Coronavirus geimpft ist? Experten halten beide für unbedenklich.

Eine Ärztin impft eine Person mit einem Impfstoff gegen Grippe
Eine Grippe-Impfung ist auch in diesem Winter für viele Menschen empfehlenswert. (Archivbild)
Quelle: dpa

Für viele Teile der Bevölkerung, insbesondere für Ältere, empfiehlt die Ständige Impfkommission die jährliche Grippe-Impfung. Doch in diesem Jahr kommt ein Faktor hinzu: Die Mehrheit der Deutschen ist in den vergangenen Monaten gegen das Coronavirus geimpft worden. Ändert das etwas mit Blick auf die Grippe-Impfung?

Geht durch eine Grippe-Impfung Covid-Schutz verloren?

Grundsätzlich kann jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt schützende Antikörper gegen diverse Erreger in sich tragen - etwa in Folge einer Impfung oder einer zurückliegenden Infektion. Diese Antikörper wirken nebeneinander, eine Grippe-Impfung käme also einfach dazu. Die Schutzwirkung anderer Impfungen nimmt dadurch nicht ab.

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Auch wenn manche Symptome ähnlich scheinen: Corona- und Grippeviren (Influenza) sind unterschiedlich. Eine Grippe-Impfung schützt nicht vor Covid-19 und umgekehrt.

Selbst mit Impfung kann man an der Grippe wie auch an Covid-19 erkranken. Das nennt man Impfdurchbruch. Nicht jede Person baut in gleichem Maße Antikörper auf und es gibt geringe qualitative Unterschiede zwischen den Impfstoffen. Die Zahl der Antikörper im Blut nimmt automatisch ab im Laufe der Zeit.

Auch darum ist es wichtig, Impfquoten möglichst hoch zu halten.

Im Landkreis Rosenheim steigt die Inzidenz seit Wochen, inzwischen auf über 200. Die Corona-Station der RoMed Klinik ist wieder voll belegt, fast ausschließlich mit ungeimpften Patienten.

Beitragslänge:
4 min
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Was ist mit Nebenwirkungen bei Impfungen gegen Covid-19 und Grippe?

Über unerwünschte Nebenwirkungen bei Covid-19-Schutzimpfungen ist in den vergangenen Monaten viel diskutiert worden. Wohl kaum eine andere Impf-Kampagne wurde jemals so genau beobachtet.

In seltenen Fällen wurde nachgebessert: etwa beim Astrazeneca-Impfstoff, bei dem man vereinzelt schwere Fälle von Thrombosen beobachtet hat. Darüber hinaus haben sich die Ergebnisse aus den klinischen Studien bestätigt: Die in Deutschland zugelassenen Covid-19-Impfstoffe sind sicher. Und blickt man auf Inzidenz und Hospitalisierung wirken sie auch.

Bei Grippe-Impfungen beobachtet das Robert-Koch-Institut (RKI) kaum schwere Impfreaktionen:

Der saisonale Influenza-Impfstoff ist in der Regel gut verträglich.
Webseite des Robert-Koch-Instituts

Nebenwirkungen der Grippe-Impfung wie Rötung, Schwellung oder leichte Schmerzen verschwinden üblicherweise nach wenigen Tagen, so das RKI. Weil die Grippe weit verbreitet ist und sich von Jahr zu Jahr verändert, müssen die Impfstoffe kontinuierlich angepasst werden, damit sie die zum jeweiligen Zeitpunkt wichtigen Varianten abdecken.

Mehr noch als beim Coronavirus gibt es gegen Influenzaviren sehr unterschiedliche Impfstoffe, die an spezielle Ziel- und Altersgruppen angepasst sind.

Impfdurchbrüche - Covid trotz Impfung

Studie: Impfschutz nimmt bald ab - Brauchen nun alle die dritte Impfung? 

Eine neue Studie sorgt für Aufsehen: Der Impfschutz gegen das Coronavirus nehme rasch ab. Doch es geht nur um den Schutz vor Ansteckung. Nicht um Schutz vor schwerem Covid-Verlauf.

von Oliver Klein

Sind gleichzeitige Impfungen gegen Grippe und Covid-19 sinnvoll?

Mehrfachimpfungen gegen unterschiedliche Erreger sind bei Kindern und Erwachsenen weit verbreitet. Ob auch Covid-Schutzimpfungen für gleichzeitige Impfungen in Frage kommen, hat eine neue Studie aus Großbritannien untersucht.

Die Forscher der Universität Bristol haben insgesamt sechs verschiedene Kombinationen an Covid-19- und Grippe-Impfstoffen an 679 Studienteilnehmern getestet. "Gleichzeitige Impfungen geben keinen Anlass für Sicherheitsbedenken und erhalten die Immunreaktion für beide Impfstoffe", so das Fazit der Studie.

Auch die Medizinerin Ingrid Dänschel, Vorstandsmitglied im Deutschen Hausärzteverband, sagt ZDFheute:

Da sowohl die Impfstoffe gegen die Influenza als auch gegen das Coronavirus Totimpfstoffe sind, muss aus medizinischen Gründen kein Impfabstand eingehalten werden. Dies entspricht auch der aktuellen Stiko-Empfehlung.
Ingrid Dänschel, Deutscher Hausärzteverband

Totimpfstoff bedeutet, dass die im Impfstoff enthaltenen Erreger oder Erreger-Bestandteile abgetötet wurden, also keine Infektion mehr auslösen können. Die Immunreaktion des Körpers findet dennoch statt. Die Impfungen könnten somit am gleichen Tag, zum Beispiel in den rechten und linken Oberarm erfolgen, so Dänschel weiter. "Für die Patientinnen und Patienten wie auch für uns Hausärztinnen und Hausärzte bedeutet diese parallele Impfung eine enorme Erleichterung, auch, da ein weiterer Impftermin vermieden werden kann."

Die zeitlichen Abstände zwischen mehreren Dosen eines Impfstoffs, etwa den bei Biontech oder Astrazeneca nötigen zwei Dosen, bleiben aber wichtig. Der Grund dafür sind weniger mögliche Nebenwirkungen, sondern dass der Körper einige Zeit braucht, um einen effektiven Impfschutz aufzubauen. Bei zu geringem Abstand verringert sich der Schutz.

Wie schlimm wird die Grippe-Saison in diesem Jahr?

Wie viele Grippe-Erkrankungen es in den kommenden Monaten geben wird, kann nur schwer vorhergesagt werden. In der letzten Saison hatte es dank Corona-Maßnahmen kaum schwere Grippe-Fälle gegeben. Das könnte dazu führen, dass es nun deutlich mehr Fälle gibt, weil aktuell deutlich weniger Menschen als üblich einen Schutz aufgebaut haben.

Diese Grippe-Saison wird sehr wahrscheinlich stärker ausfallen als die letzte.
Ingrid Dänschel, Deutscher Hausärzteverband

"Zum einen natürlich, weil wir wieder mehr Kontakte haben und uns sicherlich nicht in gleicher Weise separieren werden wie im letzten Jahr. Zum anderen ist unser Immunsystem durch eben diese erhöhten Hygienemaßnahmen - kurz gesprochen - untrainierter", erklärt Ärztin Dänschel. "Weil die Influenza-Impfung nach etwa einem halben Jahr ihre Wirkung verliert, ist es so wichtig, sich regelmäßig impfen zu lassen."

Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover.

Ungewöhnliche Häufung - Mehr Atemwegsinfekte unter Kindern als üblich 

Durch die Corona-Maßnahmen kamen Kinder weniger mit Krankheitserregern in Kontakt als sonst. Nun holen sie die Infekte nach - in Kinderkliniken gibt bereits es Engpässe.

Auch das RKI rät zu Grippe-Impfungen während der Corona-Pandemie. Aus pragmatischen Gründen: Wenn die Lage in den Kliniken angespannt ist, ist jeder weitere Intensivpatient eine Herausforderung. Vor allem bei alten Menschen wird eine Grippe schnell lebensbedrohlich.

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Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Demonstranten halten während einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des tödlichen Brandes in Urumqi an der chinesischen Universität Hongkong leere weiße Papiere hoch.

Nachrichten | heute - China geht gegen Proteste vor 

In China wird gegen die rigide Corona-Politik demonstriert. Chinesische Sicherheitskräfte gehen nun dagegen vor, indem sie gezielt nach Handynachrichten und weißen Blättern suchen.

29.11.2022
von Franziska von Tiesenhausen
Videolänge
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