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Harter Corona-Lockdown : Was strengere Maßnahmen bewirken

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Der Teil-Shutdown erzielt nicht die gewünschte Wirkung. Brauchen wir einen harten Lockdown? Was wir aus den Erfahrungen anderer Länder lernen können.

Leere Saarbrückener Fußgängerzone.
Deutschland im Teil-Shutdown - dennoch steigen die Zahlen. Würde ein harter Lockdown helfen? So haben es andere Länder gemacht.
Quelle: dpa

Der Teil-Shutdown in Deutschland greift nicht: Die Corona-Neuinfektionen steigen kontinuierlich an. Nun fordern immer mehr Politiker strengere Regeln. Andere Länder haben bereits Erfahrungen mit einem harten Lockdown gemacht. Darunter: Irland, Ungarn, Italien und zuletzt Österreich.

Was können wir von ihnen lernen? Und führt ein harter Lockdown auch langfristig zu Erfolg? ZDF-Korrespondenten ziehen für Irland, Ungarn und New York Bilanz. Das Fazit: durchwachsen.

Irland: Ein kleines Erfolgsmodell

von Andreas Stamm, ZDF-Korrespondent in London

Als erstes Land in Europa ging Irland im Oktober wieder in einen fast kompletten Lockdown. Bis auf Schulen, Kitas und lebensnotwendige Geschäfte musste alles schließen. Zur Arbeit gehen durfte nur, wer unverzichtbar ist. Private Treffen, ob drinnen oder draußen, verboten. Gottesdienste im katholischen Irland nur online. Sechs Wochen lang.

Obwohl man den Iren den Pub-Besuch untersagte, gab es keine Proteste. Allerdings hagelte es Kritik an der Regierung, man habe den Sommer verschlafen. Vor allem eine Zahl spielt in Irland für die Akzeptanz der Maßnahmen eine große Rolle - nur fünf Intensiv-Betten pro 100.000 Einwohner stehen bereit, in Deutschland sind es 38.

Fazit: Mit den harten Schnitten hat das Land die zweite Welle unter Kontrolle gebracht. Die Wirtschaft kommt glimpflich davon. Irland gilt als kleine Erfolgsgeschichte. Auch wenn Mahner sagen: Der Dezember der Lockerungen könnte mit dem nächsten Lockdown bezahlt werden.

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New York: Der strengste Lockdown in den USA

von Johannes Hano, ZDF-Korrespondent in New York

Dass es die Weltmetropole New York City in einer Pandemie besonders hart treffen würde, lag auf der Hand. Aber aus Angst vor den wirtschaftlichen Konsequenzen hat New York bis zum 20. März gezögert. Dann erst kam der Lockdown - doch es war zu spät.

An manchen Tagen starben bis zu 1.000 Menschen an Covid-19, mehr als 20.000, bis sich die Stadt  im Juni vorsichtig wieder öffnete. Der lange, harte Lockdown hat die Infektions- und Sterberaten drastisch nach unten gedrückt und das System vor dem Totalzusammenbruch bewahrt, aber er wäre so wohl gar nicht nötig gewesen, wenn man rechtzeitig entschlossen gehandelt hätte.

Fazit: Jetzt liegt die Wirtschaft der Stadt am Boden. Und schon steht der nächste Lockdown vor der Tür, denn alle Indikatoren zeigen wieder nach oben und New York will den gleichen Fehler nicht zweimal machen. Unentschlossenes Abwarten kostet viele Menschenleben und ist Gift für die Wirtschaft - das hat New York in dieser Krise gelernt. 

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Ungarn: Strenger Lockdown, Erfolg noch offen

von Wolf-Christian Ulrich, ZDF-Korrespondent in Wien

Was die Neuinfektionen und die Todeszahlen angeht, gehört Ungarn zu den Ländern in Europa, die am stärksten unter dem Coronavirus leiden. Die Zahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC belegen: Auf 14 Tage gerechnet zählt das Land 22 Tote auf 100.000 Einwohner - das sind rund viermal so viele wie in Deutschland.

Seit einem Monat ist das Land im Lockdown. Das bedeutet: Ausgangssperre von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Gaststätten und Hotels, Bühnen und Museen sind zu. Silvester ist abgesagt. Die meisten Ungarn tragen die Maßnahmen mit. Die Polizei soll aber rund 8.000 Vergehen registriert haben.

Fazit: Noch lässt sich kein Rückgang der Zahlen erkennen. Allerdings nutzt Ministerpräsident Orban die Lage für eine Spitze gegen die EU: Er will auch den russischen Impfstoff in Ungarn einsetzen - ohne Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittelbehörde.

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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Gesundheitsminister Karl Lauterbach zu Gast in der Sendung von Markus Lanz.

Lauterbach bei "Lanz" - Affenpocken: "Wird keine Pandemie geben" 

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagt, dass durch die Affenpocken keine Pandemie drohe. Dennoch bestehe die Gefahr weiterer ähnlicher Erreger in naher Zukunft.

von Felix Rappsilber
Videolänge
«Querdenken»-Bewegung in Schwerin. Symbolbild

Maßnahmen-Kritikern fehlt Corona - Was wird aus der Querdenken-Bewegung? 

Die meisten Corona-Maßnahmen sind aufgehoben. Vielen Köpfen der Querdenken-Bewegung gehen jetzt Geld und Anhänger aus. Es häufen sich die Gerichtstermine. Wie geht es jetzt weiter?

von Nils Metzger
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