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Interview

Mediziner Dirk Heinrich - Impfkampagne: "Letzte zehn Prozent erreichen"

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Die schwierigste Aufgabe beim Impfen kommt erst noch: noch mehr Impfwillige zu mobilisieren. Das sagt Dirk Heinrich, medizinischer Leiter des Hamburger Impfzentrums.

Für Dr. Dirk Heinrich ist der Wirbel um das Vakzin von Astrazeneca eine Kommunikationskatastrophe. Der Impfstoff sei "gar nicht schlecht".

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ZDF: Dient die ganze Verunsicherung rund um den Astrazeneca-Impfstoff auch jetzt mit der sogenannten Kreuzimpfung nicht letztlich den Argumenten der Impfskeptiker und Impfgegner?

Heinrich: Das denke ich auf jeden Fall. Wobei das Ganze eigentlich eher eine Kommunikationskatastrophe ist und weniger eine Impfstoff-Schwierigkeit. Viel kann man davon erklären, vieles sind einfach neue Erkenntnisse - und der Impfstoff ist ja gar nicht schlecht.

ZDF: Wird derzeit beim Testen und beim Umgang mit dem Virus eine zu große Laxheit an den Tag gelegt, sodass der Gesamterfolg gefährdet ist?

Heinrich: Ganz banal: Die Pandemie ist vorbei, wenn sie vorbei ist. Und sie ist erst dann vorbei, wenn wir tatsächlich die hohe Impfquote von 70 bis 80 Prozent erreicht haben und bis dahin durchhalten. Masken tragen, Abstand halten, Händedesinfektion und natürlich auch weiter testen.

Nach dem Ende der Priorisierung können sich in Hamburg alle Erwachsenen für einen Termin im Impfzentrum anmelden.

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Alle, die nicht zweitgeimpft sind, müssen sich weiter testen, auch wenn es jetzt eine höhere Rate von falsch-positiven Befunden gibt.

ZDF: Bleibt die Aufklärungsarbeit eigentlich letztlich jetzt bei den Haus- und Fachärzten hängen?

Heinrich: Ja.

Jetzt kommt eigentlich die schwierigste Aufgabe, nämlich die letzten zehn Prozent zu erreichen. Das sind die, die sich ein bisschen zurückgehalten haben, die aber im Prinzip bereit sind, sich impfen zu lassen.

Gerade diese Gruppe muss man jetzt mit allen Kräften überzeugen. Auch im Freundes- und Bekanntenkreis kann man dafür werben, dass sich alle impfen lassen.

ZDF: Was muss die Politik jetzt machen, um sich auf mögliche Szenarien vorzubereiten - beim Schulanfang und im Herbst?

Heinrich: Die Politik muss vor allem dafür sorgen, dass der Nachschub an Impfstoff gesichert ist. Es könnte sein, dass wir doch Wiederholungsimpfungen brauchen, wir brauchen vielleicht einen angepassten Impfstoff - hier muss man letztlich auf alles vorbereitet sein. Wenn es hart auf hart käme, müssten wir auch wieder Impfzentren aufbauen, um alle nachimpfen zu können.

Eine vollständige Impfung haben in Deutschland bislang rund 40 Prozent der Menschen erhalten. Zu wenig, so der NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

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Für die Schulen bleibt es bei den Teststrategien und Hygienekonzepten. Denn wir können nicht alle Kinder impfen, denn dafür gibt es keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Das sind sehr individuelle Entscheidungen der Eltern und der Kinder, aber auch der Ärztinnen und Ärzte, - denn letztlich haben die Kinder kein großes Risiko, wirklich schwer zu erkranken. Das ist dann letztlich eine sehr individuelle Entscheidung.  

Das Interview führte Ralf Zimmermann von Siefart, ZDF-Studioleiter in Hamburg

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