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Mehr als 500 Neuinfektionen - Hildburghausen gilt als Corona-Hotspot

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Rund 400 Menschen sind bei Protesten singend durch die Straßen gezogen - dabei ist Hildburghausen Spitzenreiter bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Eine Menschenansammlung abends in Hildburghausen.
"Oh, wie ist das schön" sollen die Demonstranten in Hildburghausen bei ihrem Protestmarsch gesungen haben.
Quelle: dpa/Steffen Ittig

Bei Protesten gegen die verschärften Corona-Beschränkungen im thüringischen Hildburghausen hat die Polizei Pfefferspray eingesetzt. Rund 400 Menschen versammelten sich am Mittwochabend auf dem Marktplatz der südthüringischen Stadt und verstießen damit gegen die von Landkreis wegen der hohen Infektionsrate verhängten Maßnahmen, wie die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mitteilte.

Grünen-Landesvorstandsmitglied Katharina Schmidt postete ein Video, das zeigt, wie zahlreiche Menschen "Oh, wie ist das schön!" singen und durch Hildburghausen ziehen.

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Corona-Hotspot Hildburghausen

Dabei hat der Landkreis Hildburghausen bei der Sieben-Tage-Inzidenz einen bundesweiten Höchstand zu verzeichnen: Am Donnerstag lag diese bei fast 527 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Das heißt, dass der Durchschnitt der Neuinfektionen in den letzten sieben Tage dort am höchsten in ganz Deutschland war.

Seit Mittwoch sind daher bis auf weiteres alle Kitas und Schulen in dem Landkreis geschlossen. Kinder und Jugendliche sollen jetzt massenhaft getestet werden.

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF, die Zahl der Corona-Infektionen in dem Landkreis sei derart sprunghaft gestiegen, dass sie "nicht mehr feststellbar" seien. Das sei "so diffus, das es in der ganzen Bevölkerung drin ist".

Kein Mindestabstand, keine Masken

Bei den Protesten seien trotz der hohen Infektionsraten weder Mindestabstände eingehalten noch Masken getragen worden, berichtet die Polizei. Zudem sei gegen die Anordnung des Landkreises verstoßen worden, die eigene Wohnung ohne triftigen Grund nicht zu verlassen.

Nachdem Aufforderungen der Polizei zur Beendigung der Ansammlung ins Leere liefen und sich ein Aufzug formierte, setzten Beamte demnach Pfefferspray ein. Erst danach hätten sich die Teilnehmer zerstreut. Verletzt wurde niemand. Die Polizei fertigte mehr als 30 Anzeigen. Etwa 200 Personalien seien festgesellt worden.

Offenbar Aufrufe seit Tagen

Rathauschef Tilo Kummer (Linke) war zu Beginn der Ansammlung am Mittwochabend auf dem Hildburghausener Marktplatz dabei. "Die Leute haben meistens gesagt, dass sie spazieren gehen." Nach seinen Angaben gab es bereits seit Tagen Aufrufe im Netz, einige Teilnehmer hätten Transparente und Kerzen getragen.

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Verständnis für die Maßnahmen fehlt

Kummer räumt ein: "Es fehlt das Verständnis für die Maßnahmen. Die Information war bisher nicht die Beste." Das sei ein Stück weit auch als Selbstkritik gemeint. Auch mit den Landratsamt sei besprochen worden, den Informationsfluss zu verbessern. Kummer warnte außerdem:

Wenn die Fallzahlen dadurch weiter hoch gehen, waren die ganzen Gegenmaßnahmen umsonst. Wir bekommen Probleme, das Lebensnotwendige zu organisieren, wenn die Infektionszahlen weiter steigen.

Corona-Fälle bei Rettungsdienst und Feuerwehr

Er verwies darauf, dass es auch Corona-Fälle bei Rettungsdiensten und Feuerwehren gebe. Für die rund 63.000 Einwohner im Kreisgebiet gelten bis vorerst 13. Dezember strengere Corona-Regeln.

So ist der Aufenthalt außerhalb der Wohnung oder dem eigenen Grundstück nur noch aus "triftigem Grund" erlaubt. Dazu gehören unter anderem der Weg zur Arbeit, der Gang zum Arzt und notwendige Einkäufe.

Nach Kummers Angaben war schon vor dem Protest am Mittwoch geplant, dass Mitarbeiter des Ordnungsamts und des Gesundheitsamts gemeinsam auf die Straße gehen, um die Durchsetzung der Verordnung zu kontrollieren. Wegen fehlender Kräfte sei das aber nicht ganz einfach zu organisieren.

Nachdem der Landkreis Hildburghausen einen bundesweiten Höchstwert beim Corona-Infektionsgeschehen erreicht hat, werden dort alle Kitas und Schulen geschlossen. "Allein 8.000 Schüler*innen sitzen seit heute zuhause", so ZDF-Reporterin Melanie Haack.

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