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Kinderärztin bei Markus Lanz - Corona: Jugendliche zu viel vorm Bildschirm

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Jugendmedizinerin Brunnert schlägt Alarm: Ein Sechstel der Kinder und Jugendlichen wird Beeinträchtigungen durch die Pandemie davontragen. Sorge bereitet ihr auch der Medienkonsum.

Ein Kind beim Fersehschauen
Manchmal erzählen Familien ihr, dass ihre Kinder bis zu drei Stunden Fernsehen am Tag schauen, erzählt Tanja Brunnert.
Quelle: dpa

Seit Mitte Dezember befindet sich Deutschland im zweiten harten Shutdown. Diese Ausnahmesituation sowie die Langzeit-Corona-Maßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten haben unseren Alltag verändert.

Der Shutdown belastet Kinder und Jugendliche stark

Besonders belastend ist die Situation für Familien. Die Schließung von Kitas und Schulen, Homeschooling und die eingeschränkten Kontakte wirken sich stark auf das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen aus.

Der Shutdown hinterlässt bei vielen Kindern und Jugendlichen tiefe Spuren. Kinderärzt*innen und Psycholog*innen schlagen nun Alarm: Depressionen, Ess- und Angststörungen nehmen deutlich zu.

Beitragslänge:
15 min
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Das zeigt bereits eine Studie des Deutschen Jugendinstituts zum ersten Shutdown 2020. Aus ihr geht hervor, dass rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen Schwierigkeiten hatten, mit ihm zurechtzukommen.

Und die Situation spitze sich mehr und mehr zu, sagt die Kinder- und Jugendmedizinerin Dr. Tanja Brunnert in der aktuellen Sendung von Markus Lanz:

Wir haben unheimlich viel mit psychischen Folgen zu tun.
Dr. Tanja Brunnert

Wegen Corona fehlt das soziale Lernen

Viele Kinder und Jugendliche hätten großen Redebedarf und würden bei ihrer ärztlichen Befragung häufig angeben, dass sie "traurig oder nachdenklich" sind. Dabei spiele es keine Rolle, in welchem Alter sie sind oder aus welcher sozialen Schicht sie kommen.

Dr. Tanja Brunnert
Dr. Tanja Brunnert befürchtet, dass sich Kinder und Jugendliche durch den Shutdown weniger gut entwickeln können.
Quelle: ZDF/Cornelia Lehmann

Am schlimmsten sei es, dass die Kinder regelrecht verlernen, sich zu sozialisieren, berichtet die Göttinger Medizinerin. Das Agieren, das Miteinander oder sich behaupten in einer Gruppe falle ja seit langer Zeit weg.

eine undatierte elektronenmikroskopische aufnahme des «u.s. national institute of health» zeigt das neuartige coronavirus

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Große Sogen um sozial schwache Familien

Besonders große Sorgen bereiten der Ärztin die Kinder und Jugendlichen, die in sozial schwachen Familien leben. Denn die können die Lücken, die durch fehlende Kontakte oder schlechtes Homeschooling entstehen, nach der Pandemie nicht so schnell oder gar nicht mehr schließen.

Mindestens ein Sechstel wird langfristig beeinträchtig sein, vermutet Dr. Tanja Brunnert bei Markus Lanz.

Kinder, die schon vor der Pandemie Probleme hatten, sind jetzt natürlich besonders benachteiligt.
Dr. Tanja Brunnert

Ärztin: Drei Stunden vorm Fernseher - viel zu viel

Als alarmierend stuft die Medizinerin auch das Thema Medienkonsum ein. Ihre Empfehlung an Eltern sei, dass die Kinder "bildschirmfrei" bleiben sollten, bis sie das dritte Lebensjahr erreicht haben.

Durch Home-Schooling, E-Learning und Chatten mit Freunden hat sich das Leben von Jugendlichen ins Netz verlagert. Experten sind besorgt.

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Für viele Familien sei das aktuell leider nicht umsetzbar, stellt sie fest: 

Wie macht man Homeoffice, wenn man das Kind hat? Man setzt es vor einen Fernseher.

Die Ärztin habe aktuell nicht selten Familien in der Praxis, die zugeben, ihrem Kind täglich bis zu drei Stunden Fernsehen zu erlauben - viel zu viel, egal für welches Entwicklungsalter, sagt sie. Denn Medienkonsum über einen Bildschirm kann erheblichen Einfluss auf Sprachvermögen, Verhalten und Bewegungsapparat haben, warnt Dr. Brunnert.

Die ganze Sendung von Markus Lanz sehen sie noch einmal in der ZDF Mediathek.

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