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"maybrit illner" - Lauterbach: Pandemie kein "Jugend forscht"

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SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach fordert eine Corona-Notbremse für zwei Wochen. Auch durch viel Testen könne man die dritte Welle nicht eindämmen, sagte er bei "maybrit illner".

Karl Lauterbach bei "maybrit illner"

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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Modellprojekte für mehr Lockerungen in der Pandemie zum derzeitigen Zeitpunkt für falsch. Die Notbremse müsse jetzt im exponentiellen Wachstum noch zwei Wochen lang konsequent durchgezogen werden, sagte der Epidemiologe am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Das heiße auch, "keine Lockerungen, keine Modellprojekte". Man brauche, "hier nicht wie bei Jugend forscht auszuprobieren, was ich mit ein paar Tests hinbekomme und wie weit ich gehen kann, bevor mir das alles kollabiert".

Lauterbach fordert konsequenten Shutdown

Der Versuch in Tübingen sei "nobel", die Fallzahlen stiegen aber auch dort. "Die Idee, dass man durch viel testen die dritte Welle beherrscht – das geht natürlich nicht", betonte Lauterbach. Die erste Phase, der dritten Welle beizukommen, müsse noch einmal ein Shutdown sein. Das zu sagen sei unpopulär, so Lauterbach.

Aber die Virus-Mutante B117 sei viel ansteckender als die Ursprungsvariante. Lockerungs-Modelle seien möglich, "wenn man den Lockdown gemacht hat und man ist aus dem exponentiellen Wachstum nochmal raus". Derzeit aber sei die Lage "komplett unstabil". Das müsse abgefangen werden und das sei ohne erneuten Shutdown nicht möglich.

Müller warnt vor Lockerungen

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sieht derzeit keinen Spielraum für eine Lockerung der Pandemie-Beschränkungen. Das wäre ein Gesundheitsrisiko, das am Ende viele Menschenleben kosten würde. "Wir werden nur mit dem, was wir im Moment machen, nicht gut durchkommen, sondern wir werden weitere Maßnahmen ergreifen müssen." Schon erarbeitete Freiheiten müssten unter anderem durch mehr Tests abgesichert werden. 

Claus Ruhe Madsen (parteilos), Oberbürgermeister Rostock, von 2013 bis 2019 Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock, betonte, dass er sich nach Merkels Entschuldigung mehr erhofft hatte: "Ich erwarte von einer Führungskraft, dass danach eine Ansage kommt, was gemacht wird".

Claus Ruhe Madsen bei "maybrit illner"

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Madsen: Müssen agiler werden

Madsen ist davon überzeugt, dass ein Weg mit Corona zu Leben gefunden werden müsse und plädierte dafür die Pandemie nicht aus Sicht der Verwaltung, sondern auch Sicht der Menschen in den Griff zu bekommen. Um erfolgreich durch die Pandemie zu kommen, müsse man agiler werden. Die Welt und das Virus verändern sich, nur "wir sind viel zu starr". Er konstatiert:

Wir sind nicht das Land der Dichter und Denker, sondern der Schließer und Henker.
Claus Ruhe Madsen, Oberbürgermeister Rostock

Margot Käßmann, Theologin, Publizistin und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), lobte Kanzlerin Merkels Fehlereingeständnis und stellte gleichzeitig heraus, dass viele Menschen am Limit sind. "Wir brauchen Hoffnungszeichen statt dieser Lähmung", betonte sie.

Ostergottesdienste erlauben?

Käßmann machte deutlich, dass für viele Menschen der Ostergottesdienst wichtig sei und die Kirchen aus einem Jahr Pandemie gelernt hätten: "In den letzten Monaten haben Kirchen Konzepte entwickelt und eingeübt".

Die Theologin forderte nicht nur mehr Ermutigung für die Menschen, sondern auch, dass die Politik ihnen zutraut, "dass sie verantwortungsvoll und vernünftig sind". Käßmann appellierte an die Menschen achtsam zu sein, damit "wir diese Zeit überstehen und die Hoffnung haben: Wir kommen da durch".

Tekkal: Urvertrauen gefährdet?

Für Düzen Tekkal, Journalistin und Autorin, ist nicht die Kanzlerin gescheitert, sondern die Corona-Politik der Bundesregierung, denn die Verantwortung tragen alle gemeinsam: "Die ganze Ministerpräsidentenkonferenz hatte für mich etwas Entkoppeltes und Realitätsfernes". Ihrer Ansicht nach fehle es an der Ansprache an die Bürger:

Es kommt einer Bankrott-Erklärung gleich, dass wir die Menschen nicht miteinbinden.
Düzen Tekkal, Journalistin

Unverständlich ist darüber hinaus für Tekkal, dass in Deutschland noch immer von Shutdown die Rede ist, während andere Länder durchimpfen. Die Journalistin sieht das kollektive Urvertrauen in Gefahr und sprach sogar von einer drohenden "nationalen Identitätskrise".

Neue App zur Kontakt-Nachverfolgung

Smudo, Rapper von "Die Fantastischen Vier" und Mitentwickler der "Luca"-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten, erzählte, dass sie seit Januar im "engen Gespräch mit dem Bundesgesundheitsministerium sind". Mehr als 100 Gesundheitsämter arbeiten bereits mit "Luca". Am 31. März soll dann auch der Quellcode der App veröffentlicht werden.

"maybrit illner“ mit dem Thema "Panisch durch die dritte Welle – Deutschland auf der Notbremse?" vom 25. März 2021, um 22:15 Uhr im ZDF.

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Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

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