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Infiziert trotz Spritze - Wie sicher ist der Impfschutz gegen Corona?

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Etwa 60 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig geimpft. Durch die Delta-Variante kommt es jedoch zu Impfdurchbrüchen, also Infektionen und Erkrankungen trotz Impfung.

Trotz Impfung infiziert und erkrankt: Laut RKI sind bundesweit 13.000 sogenannte Impfdurchbrüche registriert. Die Dunkelziffer ist allerdings wohl noch höher.

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Impfen, impfen, impfen - es ist die Strategie im Kampf gegen das Coronavirus. Das dachte auch Peter Röder. Bis der 84-Jährige Anfang Juli von einer Reise aus Spanien zurückkehrt. Zuhause fühlt er sich schlecht, leidet unter Schwitzattacken, Kopfweh, Fieber und Husten. Die Diagnose: Corona. Trotz zweimaliger Impfung mit Astrazeneca. Kurz darauf erkrankt seine Frau, auch sie zweimal geimpft, mit Biontech. Peter Röder hatte sie angesteckt.

Trotz Impfung infiziert und erkrankt

Laut RKI sind bundesweit mehr als 13.000 sogenannte Impfdurchbrüche registriert. Fälle, in denen Menschen sich trotz vollständigem Impfschutz mit dem Virus infizieren und erkranken. Die Dunkelziffer, so Experten, ist höher. Da die meisten Geimpften keine oder nur geringe Symptome entwickeln, gehen sie nicht zum Arzt , werden nicht als Infizierte registriert.

Professor Clemens Wendtner ist Infektiologe, in der München Klinik behandelte er die ersten Corona-Patienten. Studien aus Israel und Amerika hätten ergeben, so Wendtner, dass sich rund zehn Prozent der Geimpften infizieren, der Krankheitsverlauf in den meisten Fällen jedoch eher harmlos sei.

Immer mehr Menschen erkranken trotz Impfung an Covid-19 - sogenannte Impfdurchbrüche. Bayern hat jetzt mit den Auffrischungsimpfungen für die besonders Vulnerablen begonnen.

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Meist milde Verläufe bei Geimpften

Nicht nur bei älteren Menschen treten Impfdurchbrüche auf. Johannes, 30 Jahre alt, leidet an leichtem Asthma. Im Mai war er mit dem Einmal-Impfstoff Johnson & Johnson geimpft worden. Er dachte, er sei geschützt. Bis er im Juli starke Kopfschmerzen hat und seinen Geschmacks- und Geruchssinn verliert. Sein Hausarzt schickt ihn nach einem positiven Labor-Test in Quarantäne. Die Erkrankung verläuft glimpflich, nach sechs Tagen ist er genesen.

Auch wenn schwere Infektionen und Erkrankungen trotz Impfung eher selten sind, machen sie deutlich: Eine Impfung schützt nicht hundertprozentig. Je nach Impfstoff und Virus-Mutante, so der aktuelle Vaccine Surveillance Report aus Großbritannien, variiert der Schutz zwischen 55 und 95 Prozent.

Zahlreiche Menschen bevölkern eine Fußgängerzone
FAQ

Impfdurchbrüche - Wie wahrscheinlich stecken sich Geimpfte an? 

Trotz steigender Impfquote ist immer wieder von geimpften Infizierten die Rede. Wie kann das sein? Können Infizierte das Coronavirus übertragen, ohne zu erkranken? Ein Überblick.

von Ulrike Hauswald

Ungeimpfte erkranken schwerer

Diese Zahlen, so Wendtner, sprächen keinesfalls gegen eine Impfung. Denn wer nicht geimpft sei, dem drohe zumeist eine schwere Erkrankung an Sars-Cov-2: "Dieser Patient wandert auf Station oder sogar auf Intensivstation."

Im München Klinikum wurden über 2.700 an Covid-19 erkrankte Menschen behandelt. Derzeit werden 16 Corona-Patienten versorgt, sechs kämpfen auf der Intensivstation um ihr Leben. Alle sind ungeimpft. Bislang, so Oberarzt Jürgen Lärmer, gab es keinen einzigen geimpften Patienten, den sie behandeln mussten.

Auffrischungsimpfungen bei vulnerablen Gruppen

Bundesweit wurden seit Januar etwa 1.000 Menschen mit Impfdurchbrüchen klinisch behandelt, so das RKI. Deutsche und amerikanische Studien zeigen, dass meist Ältere und zudem auch Menschen mit einem schwachen Immunsystem von Impfdurchbrüchen betroffen sind.

Umso wichtiger, so die Meinung vieler Ärzte, sei es, den Impfschutz bei den Betroffenen durch eine dritte, sogenannte Booster-Impfung, aufzufrischen. "Dadurch lässt sich die Anzahl der Antikörper bis auf das Zehnfache erhöhen, die Immunität steigt", sagt Peter Korzinek, Leiter des ärztlichen Impfzentrums in Pfaffenhofen. Seit Anfang August führt er mit seinem mobilen Impfteam Drittimpfungen bei vulnerablen Personen durch.

Auch Ungeimpfte können ansteckend sein

Doch was, wenn neue Varianten des Virus auftauchen? Bieten die bisherigen Impfstoffe einen ausreichenden Schutz? Viele Menschen verunsichert diese Vorstellung. Doch Clemens Wendtner ist zuversichtlich: "Wir werden bei neuen Varianten neue Impfstoffe entwickeln müssen," so der Infektiologe, "doch es ist technisch sehr gut möglich, innerhalb von vier bis sechs Wochen neue Impfstoffe zu entwickeln."

Sein Rat: Infektionen ernst nehmen, gerade auch bei Geimpften, zumal auch sie das Virus weitertragen, Ungeimpfte anstecken können. Und: impfen, impfen, impfen.

Sybille Bassler ist Korrespondentin im ZDF-Studio München.

Auf der Illustratioin ist eine Person zu sehen, die ein Schutzschild hält. Das Schutzschild ist zum Teil gerisssen, Coronaviren dringen durch das Schild.

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