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Corona-Impfstoff - Die große logistische Herausforderung

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Über 12 Milliarden Impfdosen werden weltweit benötigt. Bis der Impfstoff bei den Menschen ankommt, sind etliche logistische Hürden zu nehmen. Die wichtigsten Schritte im Überblick.

Auf der Grafik sieht man den langen Weg von der Herstellung des Impfstoffes bis er bei den Menschen ankommt.

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind ein globales Mammutprojekt. Weltweit werden ca. 12-15 Milliarden Impfdosen benötigt.

So viel wird laut den international forschenden Pharmaunternehmen (IFPMA) benötigt, um eine ausreichende Menge der gesamten Weltbevölkerung zu impfen.  

Die Grafik zeigt, dass ca. 12-15 Milliarden Impfdosen für 60-70 Prozent der Weltbevölkerung gebraucht werden.

Eine noch nie dagewesene logistische Herausforderung. Denn bis die Impfung die Milliarden von Menschen auch wirklich erreicht, sind etliche Hürden zu nehmen.  

Kein Impfstoff ohne passende Verpackung

Der Impfstoff selbst braucht ein spezielles Glas, um überhaupt verteilt werden zu können:  

Bestandteile des Borosilikatglas von Schott.

Diese Bestandteile sollen garantieren, dass es zu keinerlei chemischer Reaktion mit dem Impfstoff kommt. Deshalb muss das Glas porenfrei und sehr hart sein.  

Herausforderung für Corona-Impfstoffe: Temperaturschwankungen

Das Glas muss außerdem plötzlichen Temperaturschwankungen standhalten, denn die Impfstoffe selbst brauchen unterschiedliche Kühlungsgrade:  

Die Grafik zeigt die unterschiedlichen Kühlungsgrade der verschiedenen Impfstoffe. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei -90 bis -60 Grad gekühlt werden, Moderna bei -20 Grad, AstraZeneca bei 2 bis 8 Grad.

 

Viele Boxen und jede Menge Eis

Auch beim Transport treffen die Impfstoffe immer wieder auf unterschiedliche Temperaturen. Um die nötigen kühlen Temperaturen konstant zu halten, ist eine spezielle Verpackung nötig.    

Die Grafik zeigt eine Box mit 975 Impfampullen, 23 kilo Trockeneis und einem Sensor, der die Temperatur kontrolliert.

Das Trockeneis kann beim Transport mit dem Flugzeug allerdings auch zu einer Gefahr werden. Denn bei -78 °C kann es sich in den Gaszustand wandeln. Eine hohe Menge führt zu Schläfrigkeit, im schlimmsten Fall wird man bewusstlos. Deshalb werden aus Sicherheitsgründen Sensoren installiert, die die Temperatur kontrollieren.    

Um sich die Dimension des Transports im Flugverkehr klar zu machen, hat die internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) dieses theoretische Beispiel berechnet:  

Die Grafik zeigt 8.000 Flugzeuge. So viele braucht man theoretisch, wenn man den Impfstoff auf einmal weltweit verteilen möchte.

Unabhängig davon, dass kein Land der Welt große Mengen an Impfstoff auf einmal aufnehmen könnte, sind 8.000 Flugzeuge denn viel?

Ja, denn weltweit werden zurzeit rund 2.800 Cargo-Flugzeuge für den Fracht-Transport genutzt. Passagier-Flugzeuge sind teilweise auch in die Logistik eingebunden, aber hier fallen gerade pandemiebedingt Ressourcen weg, denn viele Flüge werden gestrichen.

Impstoff-Logistik: vom Umschlagsort bis in die Anlieferungszentren

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wird hauptsächlich in Belgien abgefüllt und von dort an die EU-Länder ausgeliefert. Innerhalb Deutschlands werden die Impfdosen nach Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt, zuerst in die von den Ländern benannten Anlieferungsstellen.

Die Karte zeigt den Ort Puurs in Belgien. Von dort wird größtenteils der Impstoff in geheime Anlieferungszentern nach Deutschland geliefert.

Der Transport in die Anlieferungszentren wird durch die Bundespolizei geschützt. Wo genau sich die Zentren befinden, ist aus Sicherheitsgründen geheim.

Zu sehen sind zwei Ultratiefkühlschränke. Theoretisch passen dort 260.000 Impfdosen rein.

 

Vom Anlieferungszentrum in die Impfzentren

Der Transport innerhalb Deutschlands wird auch von den Ländern koordiniert. Die Vorbereitung und Durchführung kann von der Bundeswehr, Hilfsorganisationen und von Unternehmen unterstützt werden. Die letzte Station: die über 400 Impfzentren.  

ZDFheute Infografik

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Impftermin: organisatorischer Flickenteppich

Manche Bundesländer laden per Brief ein, in anderen müssen sich Bürgerinnen und Bürger selbst darum kümmern.

Die Grafik zeigt, welche Angebote die Bundesländer geben. In einigen Ländern wird man per Brief eingeladen. Den Termin kann man telefonisch oder online vereinbaren.

Wie viel Impfdosis das Personal in den Impfzentren einer Ampulle entnehmen darf (je nach Größe des Fläschchens), ist von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) festgesetzt. Diese Menge landet dann letztendlich im Arm.

Zu sehen ist ein 2R-Fläschen. Es hat ein Fassungsvermögen von ca. 4 ml. Es passen 6 Impfdosen in diese Flasche.

Die vielen kleinteiligen Schritte machen deutlich: Für den Kampf gegen die Corona-Pandemie reicht der Impfstoff alleine nicht. So ein logistisches Mammutprojekt gab es noch nie.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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