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Interview

Schnelles Impfen gegen Mutanten : Infektiologe: "Wir brauchen diesen Impfturbo"

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Der Müncher Infektiologe Clemens Wendtner schätzt die aktuelle Corona-Lage als ernst ein. Im Kampf gegen die Mutanten komme es nun darauf an, schnell zu impfen, sagt er im ZDF.

Die Corona-Lage spitzt sich weiter zu, die Inzidenzen steigen an. Vor allem die sich schnell verbreitenden Mutanten bereiten dabei Sorgen. Professor Clemens Wendtner ist Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Im ZDF heute journal antwortet er auf die Frage…

… ob die Kliniken im April wieder voll sein werden, wie es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürchtet?

"Ich teile diese Einschätzung. Die Lage ist durchaus schon wieder Ernst", so Wendtner. Schon jetzt seien steigende Patientenzahlen zu beobachten. Dabei sei beunruhigend, dass das Alter der Patienten im Schnitt 20 Jahre niedriger sei als in der zweiten Welle. Die Schätzung von Bundesgesundheitsminister Spahn, dass es Ende April 80.000 bis 100.000 Neuinfektionen pro Tag geben könnte, halte er für realistisch.

… ob man nicht automatisch mehr Infektionen erkenne, wenn man mehr testet?

"Das ist leider eine Illusion und entbehrt sozusagen der Tatsachen", erklärt Wendtner. Denn auch der relative Anteil der positiven Testungen steige derzeit ebenfalls an. Gleiches gelte für die absoluten Zahlen der Neuinfektionen, so der Mediziner.

Das heißt, wir sind wirklich in einer dritten Welle.
Clemens Wendtner, Infektiologe

Wendtners Appell an die Menschen: Sich zusammenreißen. Denn sonst "würden wir wirklich wieder in einen Tsunami reinlaufen und das wollen wir alle nicht."

… ob durch viele Impfungen die Zahl der Mutationen ansteigt und Impfstoffe wirkungslos werden?

"Ich befürworte eher eine andere Arbeitshypothese", sagt Infektiologe Wendtner.

Wir haben im Prinzip jetzt die Chance, durch sehr schnelles Impfen die Mutationen in den Griff zu bekommen.
Clemens Wendtner, Infektiologe

Wenn die Impfungen allerdings langsam voran gingen, steige die Gefahr sogenannter Escape-Mutationen, die laut Wendtner, das Rennen schwerer werden lassen. Bei ihnen besteht das Risiko, dass Impfstoffe nicht oder nicht so gut wirken. Letztlich gehe es darum zu impfen, so Wendtner: "Wir brauchen diesen Impfturbo". Doch der brauche auch "Treibstoff", also ausreichend Impfdosen.

Das Interview führte ZDF heute journal-Moderatorin Marietta Slomka.

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