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Ministerpräsident Kretschmer - Impfen an Grenzen: Brauchen "Brandmauer"

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Im ZDF-Morgenmagazin spricht Sachsens Ministerpräsident Kretschmer über ungenutzten Impfstoff. Und er erklärt, warum Grenzregionen eine Impf-"Brandmauer" brauchen.

"Es geht mit dem Impfen jetzt schneller voran", meint Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident in Sachsen. Ihn besorge derzeit vor allem die rasche Ausbreitung des Virus in der deutsch-tschechischen Grenzregion.

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Michael Kretschmer (CDU) hat schnellstmögliche Corona-Impfungen für die Bevölkerung in Grenzregionen gefordert. Im ZDF-Morgenmagazin äußerte er sich ...

... zur Strategie "Impfzentren zuerst, dann die Arztpraxen":

"Die Impfzentren haben den größten Durchsatz. Dort geht's am schnellsten. Man schafft an einem Tag viel mehr Personen als wenn man das über Arztpraxen macht, deswegen war das der erste Weg.

"Dafür bräuchten sie aber Impfstoff", sagt Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Er bezweifelt, dass Haus- und Fachärzte im April am Impfgeschehen beteiligt seien.

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Und sobald genügend Impfstoff vorhanden ist, sollen die Arztpraxen auch dazukommen. Sie haben das Beispiel aus Brandenburg gesehen, das sehr gut beschreibt, man kann in die Fläche gehen, aber es dauert etwas länger. Wir werden diese Kapazitäten der Hausärzte auf jeden Fall brauchen, mit den Impfzentren alleine geht es nicht.

Aber man muss immer wieder sagen:

Der limitierende Faktor, das ist nicht die Frage von Kapazitäten bei Hausärzten oder Impfzentren, sondern das, was an Impfstoff geliefert wird.

Und da ist die Industrie dabei. Es geht langsamer als wir gehofft haben, aber es besteht Hoffnung - Sie kennen die Zahlen - in den kommenden Wochen und Monaten geht es rapide nach oben, so dass dann wirklich in kurzer Zeit alle ein Impfangebot haben werden.

... zu drei bis vier Millionen Impfstoffdosen, die ungenutzt in Kühlschränken lagern:

"Das sind die Impfstoffe für die zweite Impfung. Das wird zum Teil schon gemacht. Auch da haben wir, glaube ich, alle miteinander zum Teil schon etwas gelernt, gehen mehr ins Risiko. Auf der anderen Seite: [Es braucht nur] eine Fabrik, die einen Schaden hat, die gestört ist, eine Havarie, und es kann nicht geliefert werden, dann ist diese erste Impfung auch ein Stück weit wirkungslos gewesen. Deswegen muss man das schon in einem vernünftigen Verhältnis haben.

In Deutschland geht das Impfen weiter nur langsam voran. Vorne ist zurzeit das Saarland mit derzeit 7,7 Prozent an mindestens einmal geimpften Einwohnern.

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Es ist eine Frage von wenigen Monaten, in denen wir - glaube ich - dieses Thema grundsätzlich klären. So lange brauchen wir noch die Geduld. Wir kommen voran, über fünf Millionen Menschen sind schon geimpft. Es geht jetzt schneller voran, aber in der Tat, man darf jetzt nicht falsche Hoffnungen machen:

Im Mai, im Juni wird sich die Situation grundlegend verändert haben.

... zur Aufhebung der Impfreihenfolge im Vogtland (Sachsen):

"Wir haben jetzt zunächst mal Impfstoff für die nächsten Wochen. Wir sehen ja, die Bundeskanzlerin war erfolgreich bei der Europäischen Union: Europa bekommt vier Millionen zusätzliche Impfdosen für Hotspots, gerade auch in Grenzregionen. Davon wird auch das Vogtland profitieren.

Das Vogtland ist eine Region, das in den vergangenen Monaten eine ganz niedrige Inzidenz hatte und dann ändert sich etwas - nämlich der Eintrag aus Tschechien, aus dieser Hochmutationsregion mit einer Inzidenz von weit über 1.000.

Und unsere Einschätzung - auch meine - ist, wir werden dort nicht erfolgreich sein mit den bisherigen Regeln.

Mit Mund- und Nasenschutz, mit Abstand, auch nicht mit dem Testen, was jetzt in den letzten Wochen massiv nach oben gefahren wurde. Wir brauchen dort eine Brandmauer und die muss darin bestehen, dass die gesamte Bevölkerung geimpft wird.

Die neue Testpflicht in Bayern trifft besonders Berufspendler aus Österreich und Tschechien. Letzteres zählt zu den stärksten Risikogebieten Europas.

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Ansonsten haben wir einen Eintrag in das gesamte Land - nach Deutschland. Das sieht man übrigens gut, wenn man auf die Deutschlandkarte schaut.

Die gesamte bayerische Grenze zu Tschechien ist ein dunkler Balken, der sich weiter nach oben Thüringen und Sachsen-Anhalt zieht.

Das ist genau dieser Effekt: Der Eintrag aus den tschechischen Hochmutationsregionen - eine große Sorge. Das gleiche droht übrigens aus Frankreich im Saarland, auch dort haben wir ja die südafrikanische Variante, eine ähnliche Problematik auch dort muss schnell gehandelt werden.

Das gesamte Interview sehen Sie im obigen Video.

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