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FAQ

Debatte um Impfen und Schulen - Die Corona-Inzidenz steigt - und jetzt?

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Wie es im Kampf gegen das Coronavirus weitergehen soll, wird heftig diskutiert. Impfbereitschaft erhöhen, Schulen offen halten - die wichtigsten Punkte der Debatte im Überblick.

Eine Schülerin einer Abschlussklasse wird im Impfzentrum an der Messe München geimpft am 12.07.2021
Schülerin einer Abschlussklasse im Impfzentrum: Noch sind die meisten Kinder und Jugendlichen ungeimpft.
Quelle: dpa

Die Debatte um eine Impfpflicht für Schul- und Kitapersonal, die Situation der Schulen nach den Ferien und die steigende Corona-Inzidenz in Verbindung mit immer mehr Geimpften: Die aktuelle Corona-Situation ist vielschichtig und bei vielen Fragen gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Eine Übersicht.

Wie sehen die aktuellen Zahlen aus?

Seit einer Woche steigt die 7-Tage-Inzidenz jeden Tag an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Dienstagmorgen lag sie bei 6,5.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 646 Corona-Neuinfektionen gemeldet, es gab 26 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus maßgebende Reproduktionszahl lag laut RKI vom Montag bei 1,11.

Wie kann die Impfbereitschaft erhöht werden?

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert eine intensivere Impfkampagne. "Ich vermisse den TV-Spot zum Impfen vor der Tagesschau. Und dann müssen wir direkt vor Ort informieren, und zwar genau da, wo die Impfbereitschaft bisher gering ist. Wir müssen auf die Menschen zugehen", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post". Man müsse nicht nur Sportvereine, sondern auch Kulturvereine und Glaubenseinrichtungen für die Impfkampagne mit ins Boot holen. "Statt zu verordnen, müssen wir vor Ort sein."

Die Frage, inwieweit die erhöhten Inzidenzwerte zu einer Belastung des Gesundheitssystems führen werden, hänge maßgeblich von der Impfquote ab, sagte Reinhardt:

Ich finde, jeder Erwachsene steht in der Verantwortung, durch seine Impfung dazu beizutragen, das Infektionsgeschehen niedrig zu halten - auch zum Schutz der Kinder. Sie sind bisher die großen Verlierer der Pandemie.

Wie Sachsen versucht, mehr Menschen zu Corona-Impfungen zu bewegen.

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Kann die Impfkampagne volle Intensivstationen verhindern?

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte der Zeitung: "Wir haben in Deutschland aktuell mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung geimpft, was sich deutlich in der Belegung der Intensivstationen bemerkbar machen wird. Wir erwarten bei einem erneuten Anstieg der Inzidenzen deshalb eine deutlich flachere Kurve mit Blick auf die schwer erkrankten Patienten."

Das sieht der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, ähnlich. Mit Blick auf den Herbst sagte er der "Bild": "Wir erwarten bei gleicher Inzidenz viel weniger Corona-Patienten in den Kliniken." Deshalb sieht er auch den Begriff der "vierten Welle" kritisch: «Das sorgt bei den Bürgern nur für die Angst, dass mit steigenden Fallzahlen die Intensivstationen wieder mit Covid-Patienten volllaufen - dank der Impfung wird das aber nicht der Fall sein."

Vorsicht ist aus Sicht von Marx aber dennoch weiter angemessen:

Sollten die Infektionsraten sprunghaft ansteigen und ungebremst anwachsen, werden wir auch wieder eine deutliche Zunahme an schwer kranken Patienten erleben: Denn 40 Millionen Menschen in Deutschland sind eben noch nicht geimpft.

Die Diskussion um den Inzidenz-Wert: Ist er noch aussagekräftig?

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Sollen die Schulen offen bleiben?

"Die Bundesregierung muss die Sommermonate nutzen und alles tun, damit die Schulen nach den Sommerferien wieder in den normalen Regelbetrieb kommen", sagte FDP-Generalsekretär Volker Wissing dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes klingt verhaltener. "Das Szenario eins, von dem wir alle hoffen, dass es Wirklichkeit wird, heißt vollständiger Präsenzunterricht mit einer Sicherheitsphase von mehreren Wochen, wo weiterhin erhöhte Gesundheitsschutzmaßnahmen gelten", sagte Heinz-Peter Meidinger dem RND.

Zur Wahrheit gehört aber auch dazu, dass das nicht ausreichen wird, um die vierte Welle zu verhindern, weil sich diese auch außerhalb der Schulen durch Kontakte ungeimpfter Jugendlicher untereinander verbreiten wird.
Heinz-Peter Meidinger

Kommt die Impfpflicht für Schul- und Kitapersonal?

Die Forderung nach einer Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen stößt weiter auf Kritik. Lehrerpräsident Meidinger argumentierte in der "Augsburger Allgemeinen": "Nach unserem Kenntnisstand ist die Impfbereitschaft bei Lehrkräften sehr hoch, sie liegt in einigen Bundesländern bei nahe 90 Prozent." Die Hauptinfektionsgefahr für die Kinder und Jugendlichen drohe von Gleichaltrigen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bekräftigte gegenüber der "Rheinischen Post": "Eine Impfung gegen Covid-19 muss die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen sein." Der Humangenetiker Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat hatte am Montag eine Impfpflicht für das Personal gefordert.

Kinder unter 12 Jahren werden in Deutschland bisher nicht geimpft. Deshalb gibt es nun eine Debatte, ob die Erzieher*innen in Kindertagesstätten geimpft sein müssen, um so gegen das Virus vorzugehen.

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Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

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