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Weniger Corona-Todesfälle - Zeigt sich das Impfen schon in den Zahlen?

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Die Impfungen gehen in Deutschland schleppend voran - aber die Zahl der Corona-Toten sinkt. Das könnte schon eine Folge des Impfens sein.

Eine Corona-Impfung in einem Altenheim. Archivbild
Eine Corona-Impfung in einem Altenheim: Bei Menschen über 80 Jahren geht es voran.
Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Im internationalen Vergleich gehört Deutschland nicht zu den Musterschülern, was das Impfen gegen Corona angeht. Israel, Großbritannien und die USA sind uns weit voraus. Doch auch hierzulande geht es voran, vor allem bei den besonders gefährdeten Senioren.

Zwei Drittel der Pflegeheim-Bewohner geimpft

Von den Pflegeheim-Bewohnern haben bereits rund zwei Drittel die zweite Dosis erhalten. Bezogen auf alle Menschen in Deutschland sind zwar erst einige Prozent geimpft, die hohen Raten bei den Senioren könnten aber schon Wirkung zeigen - nicht nur bei der Zahl der Todesfälle.

So fällt auf, dass die vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldete 7-Tage-Inzidenz bei den Menschen ab 80 Jahren mittlerweile deutlich niedriger ist als beim Durchschnitt der Bevölkerung.

Trotz stagnierender oder sogar steigender Fallzahlen in der Gesamtbevölkerung steckten sich unter den Hochbetagten zuletzt immer weniger nachweislich mit dem Virus an. RKI-Präsident Lothar Wieler wertete diese Entwicklung kürzlich als wahrscheinliche Folge des Impfens.

Gut 81 Prozent der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen in Deutschland sind bereits gegen Corona geimpft worden. Nun könnten deshalb auch die Besuchseinschränkungen gelockert werden.

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Weniger Corona-Tote und Schwerkranke

Eine weitere prägnante Entwicklung gibt es bei den Toten und Schwerkranken. Auf den Intensivstationen hat sich die Lage entspannt: Hier werden aktuell 2.778 Covid-19-Patienten (Stand 7.3.) behandelt - Höchststand waren über 5.700 im Januar 2021.

Zudem sterben immer weniger Menschen mit oder an Corona. Das RKI meldet heute so wenige Tote wie seit Anfang November nicht mehr.

Auswirkung des Impfens kann noch nicht stark sein

Auch Uwe Janssens, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), glaubt, dass die Impfungen Wirkung zeigen - allerdings nicht so deutlich, wie die aktuell niedrigen Todeszahlen suggerieren könnten.

"Wir sind bei den Impfungen - vorsichtig gesagt - relativ weit hinten", sagt Janssens. Da Deutschland erst vor etwa zwei Monaten mit dem Impfen begonnen habe und die Zahl der verimpften Dosen erst jüngst deutlich stieg, könne die Auswirkung auf die Todeszahlen noch nicht so stark sein. Tatsächlich sind auch viele Hochbetagte noch gar nicht geimpft. Bei Menschen ab 80 Jahren haben erst etwas mehr als ein Drittel eine erste Impfdosis bekommen.

Fallende Zahlen auch Folge des Shutdowns

Der niedrige Wert bei den Corona-Toten ist laut Janssens eher auf den Shutdown und die dadurch über Wochen gesunkenen Infektionszahlen zurückzuführen. Wichtig zu wissen hierbei: Die Zahl der Toten hinkt der Entwicklung bei den Fallzahlen stets erheblich hinterher.

Das RKI zitiert Forschungsergebnisse, denen zufolge zwischen Symptombeginn und Tod mehr oder weniger zwei Wochen vergehen. Die Zahl der Neuinfektionen hatte Anfang 2021 über mehrere Wochen abgenommen und Mitte Februar die tiefsten Werte erreicht. Es war also zu erwarten, dass auch die Todeszahlen fallen.

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