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FAQ

Immunschutz nach Corona-Impfung - Bei wem wirkt der Piks, bei wem weniger?

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Trotz Corona-Impfung fehlt manchen Menschen der Immunschutz. Welche Risikofaktoren gibt es? Was müssen Risikogruppen beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Eine Frau erhält eine Corona-Impfung.
Nicht bei allen Geimpften schlägt der Impfschutz durch.
Quelle: dpa (Symbolbild)

Wer baut nach der Impfung einen nicht so gut ausgeprägten Immunschutz auf?

"Hier sind vor allem die Menschen zu nennen, deren Immunantwort infolge von bestimmten angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder durch hohes Alter beeinträchtigt ist", betont Professor Christian Bogdan, Leiter des Instituts für Klinische Mikrobiologie und Immunologie am Universitätsklinikum Erlangen und Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Betroffen sind zudem Menschen nach einer Organtransplantation oder zum Teil auch Krebspatienten. Durch bestimmte Therapien kann die Immunantwort schlechter sein oder sogar ganz ausfallen.

Im Moment könne man noch nicht abschätzen, wie groß die Gruppe der Patienten sei, die trotz vollständiger Impfung keinen oder einen zu geringen Immunschutz aufgebaut hat, betont die Stiko. Auch Menschen, die durch eine überstandene Corona-Infektion Immunität entwickelt haben, empfiehlt sie eine einmalige Impfung nach sechs Monaten.

Was muss man beachten, wenn man zu diesen Risikogruppen gehört?

"Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass es auch unter immungesunden Menschen primäre Impfversager geben kann", unterstreicht Bogdan. In den Zulassungsstudien für die mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 waren dies circa fünf bis zehn Prozent der Probanden.

Der Immunologe weiter: "Bei Menschen mit einer Immunschwäche werden Beobachtungsstudien zeigen, ob und wann es zu vermehrten Durchbruchsinfektionen kommt."

Entsprechend kann es sein, dass diese Gruppen beispielsweise häufiger geimpft werden müssen oder Impfstoffe mit besonderen Impfverstärkern, so genannte Adjuvanzien, benötigen.
Christian Bogdan, Stiko

Wie kann ich feststellen, ob mir der Immunschutz fehlt?

Ob die Impfung ihre Wirkung erzielt hat und man vor Corona geschützt ist, lässt sich aktuell nur schwer nachweisen. Möglich wäre ein Bluttest auf Antikörper. Sicherheit bringt der Wert allerdings nicht, da es bislang keinen Schwellenwert gibt, ab dem man von einem vollen Impfschutz sprechen könnte.

Ein Antikörpertest eignet sich ohnehin nur bedingt, um den Impferfolg zu überprüfen, da selbst bei wenig vorhandenen Antikörpern der Impfschutz bei manchen Menschen ausreichen könnte und auch andere Faktoren eine Rolle spielen.

Gibt es bestimmte Risikofaktoren, die sich negativ auf den Immunschutz auswirken?

Vor allem angeborene oder erworbene Immundefekte, bestimmte Therapien, die das Immunsystem bremsen, oder hohes Alter führen dazu, dass der Schutz nach einer Covid-19-Impfung nicht so gut ausgeprägt ist, wie er sein sollte.

Daneben gibt es weitere Faktoren, die dazu beitragen können, dass die Immunantwort bei Impfungen reduziert sein kann. Dazu gehören beispielsweise chronischer Alkoholmissbrauch oder das Vorliegen einer chronischen Niereninsuffizienz.

Ende September will der Bund die finanzielle Unterstützung für die Impfzentren streichen. Zu teuer: In Hessen kostet eine Impfung dort gut siebenmal so viel wie in der Arztpraxis.

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Wann sollte man die Corona-Schutzimpfung erneuern?

Im Moment können noch keine Aussagen zur Frage gemacht werden, wann Auffrischungsimpfungen notwendig sind. "Dies liegt einfach daran, dass die Nachbeobachtungszeiten nach erfolgter Impfung noch zu kurz sind und die entsprechenden Studien zu Durchbruchsinfektionen erst begonnen wurden", so Bogdan.

"Unabhängig von der grundsätzlichen Schutzdauer einer vollständigen Covid-19-Grundimmunisierung wird die Frage der Auffrischungsimpfung auch davon abhängen, wie sich das zirkulierende Sars-CoV2-Virus verändern wird."

Sollten beispielsweise Fluchtmutanten auftreten, gegen die die derzeit verwendeten Impfstoffe nicht mehr ausreichend wirksam sind, können Neuimmunisierungen früher notwendig werden.
Christian Bogdan, Stiko
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von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz

Wie wirkt sich die Delta-Variante auf die Immunität nach einer Corona-Schutzimpfung aus?

Ein vollständiger Impfschutz mit zwei Dosen der Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca verhindert einer britischen Datenanalyse zufolge sehr gut schwere Krankheitsverläufe bei der Delta-Variante des Coronavirus.

Laut der Behörde Public Health England (PHE) ist die Effektivität in etwa so hoch wie bei der zuvor dominierenden Alpha-Variante. Das Risiko für eine Krankenhauseinweisung wurde bei den vollständig Geimpften jeweils um mehr als 90 Prozent verringert - verglichen mit dem von Ungeimpften. Die Erstimpfung bietet jedoch noch zu wenig Schutz.

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