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Chef der Kassenärzte-Vereinigung - "Wer Astrazeneca ablehnt, muss warten"

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Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen kritisiert die Skepsis über den Astrazeneca-Impfstoff. Wer Impfstoff ablehnt, soll sich hinten anstellen, fordert er.

Ein Arzt bereitet die Impfung eines Patienten mit dem COVID-19-Impfstoff von Astrazeneca in einem Impfzentrum vor.
Der Impfstoff von Astraeneca wird mit viel Skepsis betrachtet - Grund sind die Nebenwirkungen.
Quelle: Reuters

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, spricht sich angesichts der Skepsis gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff für eine Lockerung der Impfreihenfolge aus. Gassen sagte in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung (Montagausgabe):

Wenn ein Impfangebot an jemanden ergeht und das wird abgelehnt, muss derjenige sich wieder ganz hinten anstellen und es kommen zuerst andere dran.

Zunächst müsse ärztliches Personal in der Fläche durchgeimpft werden. Ihm fehle jedes Verständnis dafür, sich nicht mit Astrazeneca impfen zu lassen. "Dann muss man sagen: Wer nicht will, der hat schon. In Mangelzeiten ist diese Diskussion absurd", sagt Gassen. "Der Astrazeneca-Impfstoff ist hochwirksam, wirksamer als jeder Grippe-Impfstoff."

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts Klaus Cichutek gibt einen Überblick über die drei Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca.

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Nebenwirkungen bei Astrazeneca-Impfstoff

Viele Menschen blicken mit Skepsis auf den Impfstoff von Astrazeneca - Grund sind die Nebenwirkungen: Dazu zählten vorübergehende Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der Injektionsstelle, leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schüttelfrost, Fieber, Unwohlsein und Muskelschmerzen. Das sei erwartbar, sagt Gassen:

Ja, es gibt bei Astrazeneca mitunter Nebenwirkungen wie Fieber. Aber das ist ja durchaus zu erwarten, wenn überwiegend Jüngere geimpft werden, die eine stärkere Immunantwort haben.

Impf-Priorisierung für Lehrkräfte

Gassen zeigte sich bei der Frage nach einer Priorisierung von Lehrer*innen und Erzieher*innen bei den Impfungen eher zurückhaltend. "Flächendeckend impfen können wir nicht, da der Impfstoff rar ist", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Das sei auch der Grund für die "Priorisierungsdiskussion".

Die Kassenärzte wollen auch den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in ihren Praxen verabreichen, sobald genügend davon vorhanden ist. Erste Daten hätten gezeigt, dass Transport und Lagerung des Präparats auch bei deutlich höheren Temperaturen möglich sei.

Das wiederum ist die Voraussetzung, um in den Praxen zu impfen. Das heißt, auch Biontech sehen wir als Impfstoff in den Praxen.
Andreas Gassen

Wenn ausreichend Impfstoff vorhanden sei, ginge es nur noch darum, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen. "Das wird aber noch einige Wochen dauern. Es ist nicht mehr fern, dann werden wir deutlich mehr Impfstoff haben", sagte er. Bis dahin sei die Priorisierung immer eine "unerfreuliche Diskussion". Im ZDF-Morgenmagazin sprach er sich trotzdem für eine vorsichtige und schrittweise Öffnung der Schulen aus.

Mit richtigen Hygienemaßnahmen "könne man schon versuchen", die Schulen schrittweise zu öffnen, so der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen.

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Langsame Lockerungsschritte

Andreas Gassen forderte in dem Interview mit der Saarbrücker Zeitung auch weitere "vertretbare Lockerungsschritte". Man werde nicht mehr lange damit durchkommen zu sagen, erst bei einer Inzidenz von bundesweit unter 50, 35 oder zehn zu lockern - denn mittlerweile glaube kaum einer mehr, dass zum Beispiel ein Wert unter zehn bundesweit erreichbar sein könnte.

"Es reiche nicht aus, wie es einige machen, jeden Tag einen noch härteren Lockdown zu fordern", sagte er. "Denn so viel mehr wie bislang kann man gar nicht mehr machen." So langsam lägen die Nerven der Menschen blank und die Wirtschaft am Boden. "Die Antwort auf die Mutationen kann deshalb nicht sein: Jetzt noch vier oder sechs Monate Lockdown", sagte er.

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