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Biontech-Finanzvorstand - Poetting: "Mehr geht gerade nicht"

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Sierk Poetting ist Finanzvorstand und operativer Geschäftsführer von Biontech. Er erklärt, warum es derzeit zu Lieferengpässen kommt und es dafür keine schnellen Lösungen gibt.

Das gesamte Interview im Video.

Beitragslänge:
8 min
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Er ist für Finanzen und Verkauf zuständig und gerade in einer angenehmen Situation: Sierk Poetting, Finanzvorstand und operativer Geschäftsführer von Biontech, der Firma, die gemeinsam mit Pfizer einen Impfstoff im Angebot hat, um den sich die Welt reißt.

Auch beim Impfgipfel zwischen Bund und Ländern war Poetting anwesend und sprach mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Wir tun alles, was wir machen können", versicherte Poetting. Man stehe hinter dem Versprechen Merkels, bis Ende Sommer allen in Deutschland ein Impfangebot machen zu können.

Was Sierk Poetting im Gespräch mit Moderator Christian Sievers im heute-journal sagt...

... zu den Lieferengpässen bei der Impfstoffproduktion

"Die Leute wollen geimpft werden, sie möchten nicht, dass ihre Termine verlegt werden", räumt Poetting ein. Beim Impfgipfel ging es auch darum, "zu erklären, dass wir wirklich keinerlei Puffer haben". Alles, was derzeit produziert werde, gehe direkt raus, so Poetting. Die Schwierigkeit sei, dass die Impfstoff-Technologie noch sehr neu sei und es noch keine etablierten Lieferketten gebe. "Es ist alles knapp", so Poetting auch in Hinblick auf die Rohstoffe für den Impfstoff.

... zum Vorstoß, dass weitere Firmen den Impfstoff von Biontech produzieren

Dies sei nach Poetting ein "sehr, sehr schwieriges oder sogar nicht reales Szenario". Denn: der mRNA-Impfstoff ist ein neues Vakzin. Mit Biontech/Pfizer ist das erste Produkt auf den Markt gekommen. Bisher könne es niemand in der Größe herstellen. [Lesen Sie hier die Forderung von Berlins Bügermeister Müller nach Zwangslizenzen.]

Als Beispiel führt Poetting die Produktionsstätte Marburg an. Diese habe man in einer Rekordzeit von fünf Monaten aufbauen können, Personal und die Voraussetzungen für die Herstellung biochemischer Medikamente waren dort bereits schon gegeben. Normalerweise dauere es ein bis eineinhalb Jahre.

"Das heißt: Wenn man jetzt anfängt, Firmen umzurüsten, braucht man sicherlich ein Jahr", gibt Poetting zu bedenken. Das zweite Problem seien die Rohmaterialien, die es gar nicht in kommerziellen Massen gebe.

Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, sprechen beim "Impfgipfel" mit Sierk Pötting, Finanzvorstand von Biontech, per Videokonferenz.
Sierk Poetting spricht mit Bundeskanzlerin Merkel und Berlins Bürgermeister Müller beim "Impfgipfel" per Videokonferenz.
Quelle: dpa

"Es ist ein sehr guter und versatil einsetzbarer Impfstoff, der - wenn wir das jetzt aufgebaut haben - fantastisch gegen zukünftige Pandemien ist", sagt Poetting. Momentan müsse man jedoch erst ein Netzwerk für die Lieferkette und Produktion aufbauen. [Sehen Sie hier, wie wirksam der Biontech/Pfizer-Impfstoff bei Mutanten ist.]

... zur Idee, dass mehr Geld pro Dosis die Produktion beschleunigen könne

"Nein, wir tun wirklich alles, was wir können", bekräftigt Poetting. "Wir haben alles, was möglich ist, angezapft." Man habe bereits früh keine Investitionen gescheut und in großem Umfang Rohmaterial bestellt.

Im Moment bekommt Biontech/Pfizer für seinen Impfstoff etwa 15 Euro. Einer neuen Studie zufolge habe jede zusätzliche Dosis einen gesellschaftlichen Nutzen von etwa 15.000 Euro. An finanziellen Anreizen scheitere die Impfstoffproduktion und -lieferung allerdings nicht.

"Mehr geht da gerade nicht", sagt Poetting. "Wir sind intrinsisch motiviert, dieser Pandemie wirklich einen Schlag zu versetzen und so viel zu liefern wie möglich."

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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