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Wettlauf um den Impfstoff: So ist der Stand

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Kampf gegen Corona Pandemie - Wettlauf um den Impfstoff: So ist der Stand

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Während das Coronavirus sich ausbreitet, arbeiten Forscher weltweit unter Hochdruck an einem Impfstoff. Wie weit sind sie? Und: Wann ist er auf dem Markt? Hier der aktuelle Stand.

Ein Mitarbeiter arbeitet am 12.03.2020 an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.
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Quelle: Reuters

Das Coronavirus breitet sich in hohem Tempo über den Globus aus. Wissenschaftler arbeiten deshalb unter Hochdruck an einem SARS-CoV-2-Impfstoff. Beinahe täglich gibt es nun Sensationsmeldungen, die suggerieren, ein neuer Impfstoff sei in nie dagewesener Geschwindigkeit herzustellen. Ist dem wirklich so? Hier ist der aktuelle Stand der Dinge.

Wie weit ist die Entwicklung von Corona-Impfstoffen?

Der Name CureVac sagte bis vor wenigen Tagen nur wenigen Deutschen etwas. Inzwischen aber ist das Tübinger Pharmaunternehmen republikweit bekannt als Hoffnungsträger im Kampf gegen das Coronavirus. Laut Geschäftsführer Friedrich von Bohlen könne das Unternehmen bald den Impfstoff an Tieren testen:

Im Sommer können wir die klinischen Tests am Menschen starten.
Friedrich von Bohlen, Geschäftsführer CureVac

CureVac-Miteigentümer Dietmar Hopp zufolge könne das Unternehmen möglicherweise bereits im Herbst 2020 einen Impfstoff liefern - vorausgesetzt, das Genehmigungsprozedere verlaufe aufgrund des hohen Handlungsdrucks schneller als normalerweise üblich.

Parallel zu CureVac arbeiten zahlreiche weitere Forscherteams an Impfstoffen. So meldete schon im Februar das US-Unternehmen Greffex, dass es bereits einen Impfstoff entwickelt habe. Das Mittel werde aktuell in Tierversuchen getestet.

Wie werden die Corona-Impfstoffe entwickelt?

Bereits im Januar haben internationale Forscher die genetischen Informationen, also den "Bauplan" des SARS-CoV-2-Virus entschlüsselt und veröffentlicht. Danach nahmen Wissenschaftler die Hülle des Virus genau unter die Lupe. Eines der Proteine der Virenhülle ist verantwortlich für die Interaktion mit Zellen des menschlichen Körpers.

Für den Impfstoff versuchen die Forscher deshalb, das Bindungsprotein der Virusoberfläche nachzubilden und so zu programmieren, dass die menschlichen Zellen das Protein als fremd erkennen und dann Antikörper gegen das Virus produzieren.

Wann ist mit einem zugelassenen Impfstoff zu rechnen?

Trotz aktueller Erfolgsmeldungen wird es nach Meinung vieler Experten noch Monate dauern, bis sich die Bevölkerung mit einem Corona-Impfstoff schützen könne. Stephan Becker, Direktor des Instituts für Virologie an der Philipps Universität Marburg sagt:

Die Entwicklung eines Impfstoffs ist ein langwieriger, mühsamer Prozess, vor allem die klinische Prüfung für die Zulassung eines Kandidaten. Das geht nicht in ein paar Wochen.
Stephan Becker, Direktor Virologie-Institut Philipps-Universität Marburg

Die Einschätzung, dass es mindestens ein Jahr dauere, bis klar sei, ob ein Mittel wirkt und sicher ist, teilt Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, mit Becker. Drosten bremst Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch bei einem Impfstoff gegen das Corona-Virus deutlich: "Da sprechen wir über Science Fiction", so Drosten in einem Podcast.

Welche Impfstoff-Tests und Genehmigungen sind nötig?

Nachdem sich eine 43-jährige erste Testperson freiwillig in den USA einen möglichen Corona-Impfstoff injizieren ließ, nährte das die Hoffnung auf einen baldigen Impfschutz-Durchbruch. Laut US-Gesundheitsministerium haben sich inzwischen 44 weitere gesunde Menschen impfen lassen. Unter Wissenschaftlern ist dieses Vorgehen aber umstritten, weil das Mittel vorher nicht ausreichend getestet werden konnte.

Auf heute.de-Anfrage sagt Luka Cicin-Sain vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, dass man an Tierversuchen nicht vorbeikomme, da dies der einzige Weg sei, die Impfstoffe auf Wirksamkeit und Nebenwirkungen zu testen. Angesichts der ernsten Lage plädiert Cicin-Sain aber "für eine Vereinfachung und Beschleunigung von Tierversuchsgenehmigungen".

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