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Kampf gegen Corona-Variante - Was Impfstoff-Hersteller gegen Omikron planen

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Auch die Impfstoff-Hersteller reagieren auf Omikron: Sie passen ihre Corona-Impfstoffe entsprechend an. Wie läuft das? Und wie geht es nach der Anpassung weiter? Ein Überblick.

Hamburg: Behälter der Impfstoffe Biontech (l-r), Astrazeneca, Johnson & Johnson und Moderna stehen auf einem Tisch im Impfzentrum in den Messehallen.
Wie bereiten sich die Impfstoff-Hersteller auf Omikron vor?
Quelle: dpa

Seit Wochen untersuchen Pharmaunternehmen, ob es einer Anpassung ihrer Impfstoffe an die sich immer rascher ausbreitende Coronavirus-Variante Omikron bedarf. Ursprünglich wurden die Vakzine gegen den sogenannten Wildtyp von Sars-CoV-2 entwickelt, der Ende 2019 zuerst in China entdeckt worden war. Während die seit dem Jahreswechsel 2020/2021 eingesetzten Mittel aber auch gegen später virulente Mutanten wie Alpha oder Delta ihre Wirkung zeigten, könnte es bei Omikron anders aussehen.

Hier können Sie lesen, was bisher zu Symptomen, Krankheitsschwere und Merkmalen der Omikron-Variante bekannt ist:

Bayern, München: Corona-Teststation am Münchner Flughafen.
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von Oliver Klein

Seit wann wird an einem Impfstoff-Update geforscht?

Vor allem die Hersteller der mRNA-Präparate, Biontech/Pfizer und Moderna, werben seit Beginn ihrer erstmals eingesetzten Impfstoffe mit der Möglichkeit, diese schnell an Virus-Änderungen anpassen zu können. Beide bereiten ihre Mittel bereits seit Monaten auf mögliche Mutationen des Coronavirus vor - unter anderem mit klinischen Untersuchungen.

Der US-Hersteller Moderna hat Ende November mit der Anpassung seines mRNA-Impfstoffes speziell gegen die Omikron-Variante begonnen. Auch der Hersteller Astrazeneca hat nach eigenen Angaben zusammen mit Forschern der Universität Oxford erste Schritte unternommen, um einen Omikron-Impfstoff zu produzieren, für den Fall, dass er benötigt werde.

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Wann ist mit einem Omikron-Impfstoff zu rechnen?

Biontech schafft nach Unternehmensangaben bereits Voraussetzungen, um das Mittel schnell herstellen zu können. Der Produktionsprozess unterscheide sich nicht von dem für das bisherige Mittel, hieß es. Unternehmensgründerin Özlem Türeci ging jüngst davon aus, dass die ersten kommerziellen Chargen eines speziellen Omikron-Impfstoffes im März lieferbar sein könnten - und dann auch schon millionenfach.

Türeci schränkte mit Blick auf die vorläufigen Studienergebnisse aber ein:

Diese sind keine Grundlage, um präventiv über die Notwendigkeit eines an Omikron angepassten Impfstoffs zu entscheiden. Wir müssen weitere Labordaten und vor allem auch Daten aus der Praxis auswerten, die in den nächsten Wochen erwartet werden.
Özlem Türeci, Biontech

Dann erst zeige sich, wie es weitergeht.

Auch Moderna betonte, es sei noch nicht entschieden, ob und wann der Hersteller einen Omikron-spezifischen Booster auf den Markt bringen werde. Das Unternehmen verwies aber darauf, dass eine Booster-Impfung mit dem aktuell zugelassenen Präparat von Moderna den Antikörperspiegel gegen Omikron - je nach Höhe der Dosis - um das bis zu 83-Fache steigern könne.

Wie gehen die Hersteller bei der Modifizierung der Vakzine vor?

"In dem Moment, wo die genetische Information zu einer Virusvariante verfügbar ist - das war sie Ende November -, wird diese Information in unserer Impfstoffentwicklung entsprechend angepasst", erklärte Gerald Wiegand, Deutschland-Geschäftsführer von Moderna.

Bei Biontech wird nach Unternehmensangaben generell zunächst der Bauplan des Spike-Proteins der neuen Variante ermittelt, aus dem die mRNA für die angepasste Impfung erstellt wird. Das dauere etwa sechs Wochen. Wenn deren Qualitätsmerkmale allen Erwartungen entsprächen, könnten die Mittel auf den Markt kommen - behördliche Genehmigungen vorausgesetzt.

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Was sagt Europas Zulassungsbehörde?

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) meint, es sei aktuell noch zu früh zu entscheiden, ob ein angepasster Impfstoff mit einer anderen Zusammensetzung überhaupt notwendig sei. Zunächst müssten "weitere Daten über die Auswirkungen der Variante auf die Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe" gesammelt werden, teilte die EMA mit.

Zudem brauche es weitere Informationen zur Übertragbarkeit und Sterblichkeit bei Omikron. Falls es doch zu einer Anpassung der Hersteller kommt, hat die EMA bereits Vorbereitungen getroffen.

Wie läuft dann die Zulassung ab?

Seit Februar gibt es einen EMA-Leitfaden, in dem die Anforderungen an die Hersteller beschrieben werden, wenn sie eine Anpassung ihrer Impfstoffe wegen neuer Virus-Varianten in Angriff nehmen. Wenn der Mutter-Impfstoff bereits die Zulassung bekommen hat, muss der veränderte Wirkstoff nicht erneut das gesamte Verfahren durchlaufen. Eine klinische Testreihe über die Wirksamkeit mit einer geringen Zahl von Probanden sei ausreichend, heißt es.

Geht das Impfen dann wieder von vorn los?

Nicht nur bei Covid-19, sondern auch bei anderen Infektionskrankheiten seien Booster-Impfungen ein "übliches Herangehen", betont Modernas Deutschland-Chef Wiegand. Das heißt: Auf die bereits erfolgten Impfungen gegen den Corona-Wildtyp könnte es eine weitere Auffrischungsimpfung geben, die sich speziell gegen die jeweils neue Variante richtet.

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