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Neue Corona-Impfstoffe - Warum es keine Langzeit-Nebenwirkungen gibt

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Viele wollen sich nicht gegen Corona impfen lassen, weil sie Spätfolgen fürchten. Doch Experten geben Entwarnung: Bei Impfungen sind generell keine Langzeit-Nebenwirkungen bekannt.

Das RKI hat mehr als 238.000 Impfungen erfasst. Archivbild
Wie sicher sind Impfstoffe? "Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen nicht bekannt."
Quelle: Sven Hoppe/dpa

Warum gibt es bei Impfungen keine Langzeit-Nebenwirkungen?

"Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt", erklärt Susanne Stöcker, Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts im Gespräch mit ZDFheute. "Die meisten Nebenwirkungen von Impfungen treten innerhalb weniger Stunden oder Tage auf. In seltenen Fällen auch mal nach Wochen."

Petra Falb, Gutachterin in der Zulassung für Impfstoffe beim österreichischen Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, schreibt in ihrem Blog, dass es bei manchen Impfungen in seltenen Fällen durchaus zu jahrelangen Impfschäden gekommen sei. Wenn beispielsweise früher eine Pockenimpfung eine Gehirnentzündung auslöste, konnte das dauerhafte Schäden hinterlassen.

Doch die Gehirnentzündung selbst war relativ schnell nach der Impfung aufgetreten: "Das Wort 'Langzeitschaden' hat sich hier im täglichen Sprachgebrauch etabliert und wird vielfach fälschlich – übertragen auf die aktuelle Situation - interpretiert als 'Schaden, den die Impfung erst nach langer Zeit verursacht'", schreibt Falb.

Gilt das auch für die neuen mRNA-Impfstoffe?

Dieses Prinzip gilt - so Stöcker - auch für mRNA-Impfstoffe. Auch deren Bestandteile werden im Körper schnell nach der Impfung abgebaut. Daten deuten darauf hin, dass die mRNA nach etwa 50 Stunden im Körper nicht mehr nachweisbar seien, erklärt Stöcker.

"Der Impfstoff kann dem Erbgut nicht schaden" - die Virologin Melanie Brinkmann schätzt die Nebenwirkungen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer gering ein.

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Was ist dann mit Langzeitfolgen gemeint?

Wenn Mediziner von Langzeitfolgen sprechen, sind also keine Nebenwirkungen gemeint, die erst sehr lange nach Impfung auftreten, sondern sehr seltene Nebenwirkungen. Susanne Stöcker erläutert: "Diese Nebenwirkungen erkennt man ja erst, wenn der Impfstoff lange Zeit auf dem Markt ist - weil sie eben so selten sind, dass hunderttausendfach oder millionenfach geimpft werden muss, dass die auftreten." Will man eine Nebenwirkung nachweisen, die nur in einem von 100.000 Fällen auftritt, muss man den Impfstoff mehreren hunderttausend Menschen verabreichen.

Greift mRNA ins Erbgut des Menschen ein?

"Das ist wirklich völliger Quatsch", sagt die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung im Interview mit ZDFheute. "Die mRNA kann sich nicht in unsere DNA, in unser Genom, integrieren." Denn die Erbinformationen des Menschen befinden sich in Form von DNA im Zellkern, dorthin gelangt die mRNA gar nicht - und sie hat außerdem eine andere chemische Struktur als die DNA. Darauf macht auch das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Website aufmerksam:

Bei mRNA handelt es sich um ein Botenmolekül, das nicht in die DNA einer Zelle eingebaut werden kann und relativ schnell vom Körper abgebaut wird.
Website des Bundesgesundheitsministeriums

Seit wann gibt es mRNA-Impfstoffe?

mRNA-Impfstoffe wurden nicht erst in der Corona-Pandemie völlig neu entwickelt. An ihnen wird seit Jahren geforscht, in der Krebstherapie, aber auch bei Impfstoffen. So hatte bereits im Jahr 2017 der Impfstoffhersteller CureVac klinische Prüfungen mit Impfstoffen auf mRNA-Basis gegen die Tollwut durchgeführt.

Biontech hat die ersten zugelassenen mRNA-Impfstoffe überhaupt entwickelt. Wie unterscheidet sich die Wirkweise im Vergleich zu anderen Impfstoffen und wie sicher sind sie?

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Als das MERS-Coronavirus 2012 aufgetreten ist, wurde an mRNA-Impfstoffen dagegen geforscht - diese Daten konnten für die jetzigen Entwicklungen verwendet werden. Dass die Impfstoff-Entwicklung und -Zulassung so schnell ging wie nie zuvor liegt auch daran, dass die klinischen Prüfungen mit viel mehr Probanden als sonst üblich durchgeführt wurden.

Welche Nebenwirkungen traten bisher auf?

In den Tests des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gab es nur geringe Nebenwirkungen. Bei Probanden in Studien traten teilweise die üblichen Impf-Nebenwirkungen auf wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, allergische Reaktionen etc. Die Nebenwirkungen waren der Studie zufolge im Allgemeinen schwach bis mäßig und klangen nach kurzer Zeit wieder ab.

Der Studie zufolge traten unter den mehr als 20.000 Studienteilnehmern nur vereinzelt schwerwiegendere "unerwünschte Ereignisse" auf. Je eine Person meldete eine Schulterverletzung, Herzrhythmusstörungen sowie Taubheitsgefühle (Parästhesie) im Bein.

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