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Corona-Impfstoffe - Mehr Beschwerden nach zweiter Dosis - warum?

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Nach der zweiten Impfung mit den Vakzinen von Moderna und Biontech/Pfizer berichten Menschen häufiger von Nebenwirkungen. Was sind die Gründe? Und warum ist das ein gutes Zeichen?

Impfspritze wird verabreicht am Oberarm
Gerade die jüngeren Geimpften klagen nach der zweiten Impfung häufiger über Nebenwirkungen -
Quelle: dpa

Langsam aber stetig steigt in Deutschland die Zahl derer, die mittlerweile einen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus haben. Fast die Hälfte der bundesweit rund 800.000 Pflegeheimbewohner hat mittlerweile die zweite Impfung gegen das neue Coronavirus erhalten, wie Jens Spahn unter Berufung auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Freitag bei der Bundespressekonferenz mitteilte.

Doch nicht nur Pflegeheimbewohner, sondern auch viele Ärzte und Pflegekräfte haben bereits beide Dosen der Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna erhalten. Und gerade die jüngeren Geimpften klagen nach der zweiten Impfung häufiger über Nebenwirkungen als noch nach der ersten Dosis.

Wie unterscheiden sich die Nebenwirkungen nach der ersten und zweiten Dosis?

Zunächst einmal lässt sich aufgrund von Statistiken sagen, dass so gut wie alle Nebenwirkungen bei Impfungen innerhalb der ersten sechs Wochen erscheinen. Bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna treten Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis häufiger auf als nach der ersten, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Seite mitteilt. Das bestätigt auch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC: Nebenwirkungen wie Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit und Kopfschmerzen "gab es häufiger nach der zweiten Dosis des Impfstoffs", schreibt die Behörde auf ihrer Website über beide Vakzine.

Im Vergleich dazu treten Studienergebnissen zufolge Impfreaktionen beim Vektor-Impfstoff von Astrazeneca etwas seltener auf. "Der Ständigen Impfkommission lagen darüber hinaus weitergehende Informationen des Herstellers vor, die zeigen, dass die Häufigkeit lokaler und systemischer Reaktionen nach der 2. Dosis geringer war als nach der 1. Dosis", erklärt das RKI.

Insgesamt kommt es bisherigen Erkenntnissen zufolge aber bei allen drei bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffen nur äußerst selten zu schweren Nebenwirkungen. Nach Angaben von Biontech/Pfizer und Moderna gab es bei keinem der Probanden in den Testläufen ernste Nebenwirkungen, also lebensbedrohliche Folgen oder dauerhafte Beeinträchtigungen, in seltenen Fällen kam es zu allergischen Reaktionen.

Die Corona-Impfstoffe der verschiedenen Hersteller schützen auf verschiedene Weise - und mit unterschiedlicher Wirksamkeit. Ein Überblick.

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Was bedeuten die Symptome nach der zweiten Impfung?

Grundsätzlich sind die Symptome nach der zweiten Dosis eher ein gutes Zeichen: "Sie sind ein Hinweis darauf, dass die Impfung funktioniert", erklärt Carlos Guzmán, Leiter der Abteilung Vakzinologie und Angewandte Mikrobiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung gegenüber ZDFheute. Die Impfreaktion zeigt also, dass das Immunsystem aktiviert wurde und die volle Schutzwirkung eintritt.

Eine stärkere Reaktion nach der zweiten Impfung müsse grundsätzlich keine Sorge bereiten, so Guzmán. Sie müsse aber in seltenen Fällen von extrem gebrechlichen Personen berücksichtigt werden, die die erste Dosis schlecht vertragen haben.

Doch warum klagen jüngere Geimpfte eher über Beschwerden? "Ältere Menschen reagieren normalerweise weniger stark auf bestimmte Reize als jüngere", erläutert Guzmán. Das erkläre auch, dass die Wirksamkeit bestimmter Impfstoffe in dieser Altersgruppe etwas geringer ausfallen kann.

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