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Söder über russischen Impfstoff - Sputnik V "effizient und zügig" zulassen

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Bayerns Ministerpräsident Söder und Berlines Regierender Bürgermeister Müller wollen eine schnelle Zulassung des russischen Sputnik V. Zum Teil sei er besser als andere Impfstoffe.

Ein Fläschchen des russischen Vakzins Sputnik V liegt neben einer Impfspritze. Sputnik V schützt laut Studie zu mehr als 90 Prozent vor Covid-19.
Der russische Vakzin Sputnik V schützt laut Studie zu mehr als 90 Prozent vor Covid-19.
Quelle: Reuters (Archiv)

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich für eine schnelle Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V ausgesprochen. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag sagte er, nachdem in "Europa alles zugelassen wird, was woanders auch zugelassen wird, nur später", könne es sein, dass das Verfahren "beschleunigungsfähig" sei.

Wir brauchen jeden Impfstoff, den wir kriegen können.
Michael Müller, SPD

Wenn es die Chance gebe, auf Sputnik V zurückzugreifen, werde man sie auch ergreifen, ergänzte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Zum Teil sei es sogar ein besserer Impfstoff als die bereits zugelassenen, sagte Markus Söder.

Bei den Lieferungen dürfe Europa nicht warten, bis eine Zulassung erfolgt, warnte der CSU-Politiker weiter. "Wir haben ja mit den andere Impfstoffherstellern schon Verträge geschlossen, weit vor der Zulassung." Söder appellierte, "hier nicht wieder eine Chance zu verpassen".

Ost-Länderchefs für Einsatz von Sputnik V

Nachdem das Vakzin von Astrazeneca in Deutschland derzeit nicht mehr verimpft wird, plädierten auch die ostdeutschen Ministerpräsidenten von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt für den Einsatz von Sputnik V. [Verfolgen Sie hier, welche Empfehlung die EMA für Astrazeneca ausspricht.]

"Russland ist ein großes Land der Wissenschaft, und ich habe nicht die geringsten Zweifel, dass die dortige Wissenschaft imstande ist, einen leistungsfähigen Impfstoff herzustellen", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Sputnik V: Zulassung zunächst durch EMA

Deutschland habe bei den Impfstoffen Kapazitätsprobleme. Kretschmer fordert daher:

Der Impfstoff sollte zugelassen werden.
Michael Kretschmer, Ministerpräsident Sachsen

Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) verwies wie Kretschmer darauf, dass über Zulassung zunächst die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zu entscheiden habe. "Grundsätzlich aber gilt: Im Kampf gegen Corona ist uns jeder Impfstoff willkommen, der sicher ist und wirkt und uns so hilft, die Pandemie zu überwinden", sagte er den Funke-Zeitungen.

Haseloff: Herkunft sollte keine Rolle spielen

"Wenn es um die Gesundheit der Menschen geht, sollte die Herkunft keine Rolle spielen. Schon als Kind bin ich mit einem russischen Impfstoff gegen Kinderlähmung immunisiert worden. Ich habe da keine Probleme", so Haseloff.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte den Funke- Blättern: "Ich wünsche mir seit langem viel mehr Druck von der Bundesregierung, dass wir mehr alternative Vakzine zugelassen bekommen." Die Abhängigkeit von Astrazeneca mache die Impfstrategie angreifbar."

Nach Angaben Russlands soll der Corona-Impfstoff Sputnik V auch in Deutschland produziert werden. Vereinbarungen gebe es zudem mit Unternehmen in anderen europäischen Ländern.

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Ramelow: Zulassung mit Nachdruck bearbeiten

Es sei deshalb wichtig, dass endlich das Thema Sputnik V mit Nachdruck bearbeitet werde. Ramelow weiter: "Ich höre schon seit Wochen, dass Unterlagen fehlen. Wenn das wirklich so sein sollte, dann muss man das mit Russland rasch klären."

Er selbst wolle seine Kanäle nach Russland nutzen, um dabei zu helfen:

Ich will keine politische Zulassung. Aber ich will auch keine politische Ablehnung.
Bodo Ramelow, Ministerpräsident Thüringen

In Deutschland waren die Impfungen mit Astrazeneca am Montag ausgesetzt worden. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden bis Dienstagabend bundesweit acht Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet.

Astrazeneca: EMA gibt Empfehlung ab

Die Zahl der Fälle ist statistisch höher als in der Bevölkerung ohne Impfung. Derzeit wird untersucht, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und Thrombose besteht. Von der EMA wird am Donnerstag eine Empfehlung zur Sicherheit des Impfstoffs erwartet.

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