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Der Streit ums Impfen : Geimpft oder ungeimpft - eine Gewissensfrage?

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Mehr als 56 Millionen Menschen sind in Deutschland inzwischen vollständig geimpft, viele sagen jedoch Nein zur Corona-Impfung. Die Kluft zwischen den Seiten wird immer tiefer.

Die Impffrage wird zur Glaubensfrage.

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Andreas Löffl lehnt eine Corona-Impfung ab. Viele in seinem Umfeld haben sich impfen lassen, auch seine 82-jährige Mutter. Er nicht, weil er keine Angst vor dem Virus habe und seinen Abwehrkräften vertraue. Der 53-Jährige ist überzeugt, dass er auch ohne Impfung eine Covid-Erkrankung gut überstehen würde.

Dass auf den Intensivstationen mehr und mehr ungeimpfte Corona-Patienten behandelt werden, daran hat er seine Zweifel: "Die Art und Weise, wie dort (auf den Intensivstationen) gezählt wird und die Tatsache, dass führende Politiker mit dieser 'Pandemie der Ungeimpften' hausieren gehen", sei in seinen Augen Panikmache.

Panikmache? Oder Fakten?

Laut aktuellem Wochenbericht des RKI sind zwischen Februar und November diesen Jahres 1.399 Covid-Patienten unter 60 Jahren gestorben. 25 von ihnen waren geimpft, also 1,8 Prozent.

Tatsache ist, dass die Inzidenzen bei nicht Geimpften bis zu 20 Mal höher sind als bei Geimpften.

Die Krankenhäuser werden täglich voller

Auf den Intensivstationen liegen bundesweit mehr als 2.800 Covid-Patienten. In vielen Regionen werden die Intensivbetten knapp. Wie in der München Klinik Schwabing. Neun Schwerkranke werden aktuell versorgt, alle ungeimpft.

"Es ist frustrierend", so Oberarzt Niklas Schneider. "Diese Situation müsste nicht sein, es sind überwiegend Fälle, die man durch Impfung hätte vermeiden können." Selbst einige der genesenen Patienten würden die Impfung auch in Zukunft für sich ablehnen.

In wenigen Wochen werden die Aufnahmekapazitäten der Intensivstationen erschöpft sein, prognostizieren Experten.

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Was sind die Hauptgründe für die Impfskepsis?

Seit Beginn der Pandemie wird an der Universität Konstanz zur Impfbereitschaft geforscht. Die Hauptgründe für Impfskepsis seien "Zweifel an der Wirksamkeit der Impfung, Angst vor Langzeitfolgen, Druck durch die Öffentlichkeit und fehlendes Vertrauen in die Regierung", so Psychologin Katrin Schmelz.

Misstrauen in den Staat

Argumente, die auch Runa Elisa Lorkowski aus Görlitz für ihre Impfverweigerung nennt. Die Lehrerin an der Waldorfschule organisiert die Montagsspaziergänge der Impfgegner im sächsischen Görlitz mit. Sie hält Impfungen für gesundheitsschädlich, außerdem hat sie der Umgang der Politik mit der Corona-Pandemie misstrauisch gegenüber den Regierenden gemacht:

Es gibt sehr viele Missstände, Korruption, Kartelle, Machenschaften. Und es wird jetzt Zeit, dass wir das aufklären, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Runa Elisa Lorkowski, Waldorfschullehrerin

Nein sagen zur Impfung heißt für manche auch Nein sagen zum Staat.

Im Beruf, im Privatleben und auch im Alltag entstehen immer mehr Konflikte. Die Hintergründe sind oft medizinischer, politischer oder ganz anderer Natur.

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Vertrauen in den Staat

"Der Staat, das bin doch auch ich", sagt Turan Özbek aus Bremen. Der Besitzer eines Supermarkts mit 20 Angestellten war zunächst besorgt, ob die Corona-Impfung schwerwiegende Folgen haben könnte. Er wurde aktiv, informierte sich beim örtlichen Gesundheitsamt, klärte seine Mitarbeiter auf und ließ sich als einer der Ersten  impfen. Um sich, aber auch die Gesellschaft zu schützen, wie er sagt:

Ich verstehe diese Impfgegner nicht, die müssen sich impfen lassen, die Krankheit ist da, und wir müssen alle an einem Strang ziehen.
Turan Özbek, Supermarktbesitzer

Nur gemeinsam lasse sich das Virus bekämpfen - davon ist er überzeugt.

Spaltet die Corona-Impfung unsere Gesellschaft? Verhaltensökonomin und Psychologin Dr. Katrin Schmelz ordnet ein.

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Individuelle Freiheit oder Solidarität?

Hier die Entscheidung des Einzelnen - dort der Schutz der Gesellschaft, in der Impfdebatte prallen diese Werte aufeinander. Psychologin Katrin Schmelz spricht von einem Dilemma, in dem wir uns befinden: "Die einen fühlen sich unter Druck gesetzt, die anderen sich im Stich gelassen", die Gefahr der Spaltung der Gesellschaft dadurch gegeben. Nur wenn beide Seiten aufeinander zu gehen würden, ließen sich Risse wieder kitten.

Doch die Zeit drängt, die vierte Welle der Pandemie überrollt Deutschland mit aller Wucht, mit täglichen Neuinfektionen von über 50.000. Mit der Zuspitzung der Lage wird die Diskussion um Rücksicht und Verantwortung immer heftiger, die Rufe nach einer Impfpflicht immer lauter.

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