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Experte Leif Erik Sander : Corona-Impfung "auch bei Kindern sehr sicher"

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Die Corona-Impfungen für Fünf- bis Elfjährige sollen in dieser Woche anlaufen. Für welche Kinder eignet sich die Impfung, welche Rolle spielt die Omikron-Variante? Ein Überblick.

Bei welchen Vorerkrankungen sollten Eltern ihre Kinder impfen lassen? Wie gut schützen Impfstoffe vor Omikron? Fragen an Prof. Leif Erik Sander, Impfstoffforschung Charité Berlin.

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Die Kinderimpfungen gegen das Coronavirus sollen in dieser Woche in Deutschland anlaufen. Für Fünf- bis Elfjährige wird ein niedriger dosiertes und anders abgefülltes Präparat im Vergleich zum herkömmlichen Biontech/Pfizer-Impfstoff verwendet.

Aber um welche Vorerkrankungen geht es genau, welche Rolle spielt die Omikron-Variante für eine Impf-Entscheidung bei Kindern? Diese und weitere Fragen beantwortete Leif Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung der Berliner Charité, im ZDF-Morgenmagazin.

Die Stiko hat für Kinder ab fünf Jahren eine Impfung empfohlen - aber nur für die mit Vorerkrankung. Wer gehört dazu?

Natürlich gibt es viele Vorerkrankungen, die Kinder haben, die auch das Immunsystem schwächen können - oder Herz- oder Lungenerkrankungen, die dazu führen, dass wenn sie sich anstecken, sie dann schwerer erkranken können. Das werden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte selber entscheiden können, was eine relevante Vorerkrankung, ein Risiko ist. Da wird die Stiko möglicherweise keine umfängliche Liste zur Verfügung stellen, aber die behandelnden Kinderärzte werden dann Bescheid wissen.

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Könnte die Omikron-Variante ein zusätzlicher Grund für Eltern sein, ihre Kinder impfen zu lassen?

Mit und ohne Omikron ist es so, dass wir sehr, sehr viele Infektionen gerade bei den Kindern haben. Jetzt haben wir einen Impfstoff zur Verfügung, von dem wir wissen, dass er sehr sicher ist, dass er sehr wirksam ist und die Kinder gut schützen kann vor dieser Erkrankung. Und deswegen haben Eltern und Kinder jetzt die Gelegenheit, sich impfen zu lassen, wenn sie das individuell wünschen.

Inwiefern unterscheidet sich der Impfstoff für die Kinder von den bisherigen?

Der ist anders abgefüllt. Es wird ja weniger Impfstoff geben für diese Altersgruppe, die bekommt nur ein Drittel der Erwachsenen-Dosis. Es gibt auch eine etwas andere Trägerlösung. Aber im Grunde genommen ist es haargenau derselbe Impfstoff von Biontech in einer geringeren Dosierung.

Wie ist die aktuelle Studienlage bei den Impfungen für Kinder?

Es ist so, dass es ähnlich zu den Erwachsenen Zulassungsstudien gibt, wo verglichen wird zwischen Kindern, die ein Placebo geimpft bekommen und den richtigen Impfstoff geimpft bekommen - da hat man gesehen, dass die Impfung sehr, sehr gut vor dieser Erkrankung schützt. In dieser Studie, da waren ein paar Tausend Kinder eingeschlossen, gab es keine ernstzunehmenden Nebenwirkungen oder Komplikationen.

In den USA wird der Impfstoff ja schon länger eingesetzt und am Wochenende hat die US-amerikanische Gesundheitsbehörde bekannt gegeben, dass bei den mittlerweile über fünf Millionen geimpften Kindern bislang dort in den Meldesystemen noch keine auffälligen Nebenwirkungen erschienen sind.

Somit haben wir mittlerweile eine ganz gute Datenlage, um sagen zu können, dass der Impfstoff auch bei den Kindern - ebenso wie bei den Erwachsenen - sehr sicher zu sein scheint.

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Wird die Dosis nur nach Alter oder auch - beispielsweise bei untergewichtigen Kindern - nach Gewicht angepasst?

Prinzipiell geht es tatsächlich nach Alter bei diesen Impfstoffen. Bei untergewichtigen Kindern kann die impfende Ärztin oder der impfende Arzt individuell entscheiden, ob die Dosis reduziert werden muss.

Sind andere Impfungen für Kinder, zum Beispiel Schluckimpfungen, in Aussicht?

Nein, ich glaube, eine Schluckimpfung gegen das Coronavirus wird es erstmal nicht geben. Was möglicherweise irgendwann mal kommen kann, sind andere Applikationsformen, vielleicht über die Haut. Aber letzten Endes ist das erstmal überhaupt nicht in Aussicht.

Ist es sinnvoll, Kinder, die bereits an Corona erkrankt sind, trotzdem impfen zu lassen?

Aktuell gibt es von der Stiko keine Empfehlung, genesene Kinder zu impfen. Man kann auch davon ausgehen, wenn die Kinder wirklich eine Infektion ausgestanden haben und diese Infektion sicher nachgewiesen war, dass sie jetzt auch erstmal einen sehr guten Schutz haben. Bei genesenen Kindern sehe ich jetzt erstmal keine Dringlichkeit.

Dringend ist es jetzt wirklich für die Kinder, die eine schwere Vorerkrankung haben, dass die jetzt geimpft werden, und dann alle anderen Kinder gegen Corona geimpft werden.

Sollten geimpfte Kinder über zwölf Jahren geboostert werden?

Aktuell ist es so, dass es für Kinder und Jugendliche noch keine Booster-Empfehlung gibt. In den USA ist es gerade in der Diskussion, dass man das zumindest für Jugendliche bis 16 Jahren freigibt.

Die Booster-Empfehlungen haben jetzt definitiv Priorität bei den älteren Menschen, die ein hohes Erkrankungsrisiko haben.

Kinder und Jugendliche, die zweimal geimpft wurden, haben erstmal einen sehr guten Schutz und ohnehin ein niedriges Erkrankungsrisiko.

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