Sie sind hier:
FAQ

Registrierung, Wartezeit, Vakzin - So kommen Berechtigte an einen Impftermin

Datum:

Nächste Woche werden Millionen weitere Menschen aus Priorisierungsgruppe 3 impfberechtigt. Wie werden Termine vergeben? Wie lange muss man warten? Wie ist es bei Zweitimpfungen?

Berlin: Impflinge warten im Corona Impfzentrum Messe Berlin auf ihre Impfung
Die Impfung selbst dauert nur wenige Minuten - das Warten davor oft lange. (Archivbild)
Quelle: dpa

Wer ist gerade impfberechtigt?

Die Zahl der Impfberechtigten für eine Corona-Schutzimpfung nimmt rasant zu.

In Hessen, dem Saarland, Sachsen und Rheinland-Pfalz können sich Menschen aus der Priorisierungsgruppe 3 bereits registrieren lassen. Ab dem 3. Mai kommen Berlin und Menschen mit Vorerkrankungen aus Baden-Württemberg hinzu, am 6. Mai Schleswig-Holstein. In manchen Ländern sind zudem einzelne Personengruppen aus Priorität 3, etwa Lehrer, schon berechtigt.

Zur dritten Gruppe gehören insbesondere Menschen ab 60 Jahren, aber auch eine große Zahl an Berufsgruppen. Wie viele Menschen in Deutschland so inzwischen exakt berechtigt sind, lässt sich kaum mehr sagen. Genaue Auskunft geben die jeweiligen Überblicksseiten der Landesregierungen.

Laut der Bundesregierung soll die Impf-Priorisierung bis Juni komplett aufgehoben werden. Dann könne sich jede Person impfen lassen, die das möchte. Aktuell wurden etwa zwei Drittel aller über 80-Jährigen und etwa ein Drittel aller über 70-Jährigen mindestens einmal geimpft.

Wie werden die Impftermine vergeben?

Auch die Terminvergabe selbst ist Ländersache. Sechs Bundesländer nutzen die gemeinsame Webseite Impfterminservice.de, der Rest hat eigene Plattformen geschaltet. Hinzu kommen Hausärzte, die seit April Termine in Eigenregie an ihre Patienten vergeben.

Viele, aber nicht alle Bundesländer bieten auch eine Registrierung über den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 an. Dorthin können sich Betroffene auch bei sonstigen gesundheitlichen Fragen rund um das Coronavirus wenden.

In vielen Bundesländern gibt es zudem Angebote für Wartelisten, worüber auch noch nicht Berechtigte übrig gebliebenen Impfstoff spontan erhalten können.

Grundsätzlich werden Termine für Erst- und Zweitimpfung gemeinsam vergeben – eine erneute Registrierung nach der Erstimpfung ist nicht notwendig.

Nürnberg: "Wartezimmer" ist auf der Tür eines leeren Wartezimmers in einer Arztpraxis zu lesen. Archivbild

Covid-19-Impfung - Ich habe keinen Hausarzt - und nun? 

Ich habe schon seit Jahren keinen festen Hausarzt mehr - so dürfte es vielen jungen Menschen gehen, die öfter umgezogen sind. Habe ich jetzt einen Nachteil beim Impfen?

von Julia Klaus, Mainz

Wie lange muss man nach der Online-Registrierung warten?

Wer sich registriert hat, auf den kommen zunächst einmal Tage bis Wochen der Ungewissheit zu. Wann man den gewünschten Termin erhält, kann nicht genau vorhergesagt werden.

Auch hier gehen die Länder unterschiedlich vor. Teils wird anhand des Geburtsjahrgangs eingeteilt, teils nach dem Zufallsprinzip. Innerhalb einer Priorisierungsgruppe machen die Impfverordnungen keine Vorgaben, wer zuerst dran ist.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die genaue Einteilung erfolgt auch nicht von Hand, sondern durch Algorithmen der eingesetzten Termin-Software. Sie hat Zugriff auf Daten, welches Impfzentrum in welcher Woche wie viele Dosen welches Vakzins erhalten wird. Den Registrierten ordnet sie auf Basis ihrer personenbezogenen Daten einen Score-Wert zu.

Der "BR" recherchierte etwa, dass die bayerische Lösung BayIMCO Berechtigten nach Altersindikation ein Wert entsprechend ihres Alters zugeteilt, bei manchen beruflichen Indikationen aber einen Zufallswert nutzen würde. So kommen manche Personen durch Glück schneller zu einem Termin als andere. Öffentlich einsehbar sind die exakten Algorithmen der Länder nicht.

Sollten Sie etwa über Ihren Hausarzt schneller einen Termin erhalten, können Sie Ihre Online-Registrierung jederzeit wieder zurückziehen – um eine Absage wird auch gebeten, da andernfalls reservierter Impfstoff ungenutzt bleiben könnte.

Haben Impfberechtigte freie Wahl beim Impfstoff?

Auch weiterhin können Impfberechtigte ihren Impfstoff nicht frei wählen, was primär an den noch immer knappen Liefermengen liegt.

Vorab zu erfahren, welchen Impfstoff man bei seinem Termin erhalten wird, ist nicht immer möglich. Wer aus diesem Grund eine Impfung auch spontan ablehnt, muss sich erneut registrieren.

Eine wichtige Altersgrenze gibt jedoch einen Hinweis darauf, für welche Impfstoffe man in Frage kommt: Nach seltenen, aber teils schweren Fällen von Sinusvenenthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung am 1. April angepasst.

Astrazeneca wird aktuell lediglich Personen über 60 Jahren empfohlen. Bei ihnen dominiert laut den Stiko-Experten der positive Effekt der Impfung über das kleinere Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen.

Auch der seit dem 29. April in geringen Mengen verfügbare Impfstoff von Johnson & Johnson wird aktuell zielgerichtet eingesetzt. Da bei ihm nur eine Dosis nötig ist, setzen ihn mehrere Länder schwerpunktmäßig etwa bei Obdachlosen ein.

Was ist mit Astrazeneca-Zweitimpfungen?

Im Mai stehen für sehr viele Menschen, die bereits einmal mit Astrazeneca geimpft wurden, ihre Termine für die Zweitimpfung an – Richtwert ist zwölf Wochen nach der Erstimpfung.

Laut der angepassten Stiko-Empfehlung sollten Personen unter 60 Jahren für ihre Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff wie die von Pfizer/Biontech oder Moderna erhalten.

Nach ärztlicher Risikoabwägung und Beratung können sich jüngere Menschen jedoch auch weiterhin Astrazeneca bei ihrer Erst- wie Zweitimpfung verabreichen lassen. Das kann jedoch Folgen für den Haftungsschutz bei Nebenwirkungen haben.

Hessen, Calden: Eine Patientin bekommt in einem Impfzentrum ihre Impfung gegen Covid-19 verabreicht. (Archivbild)

Gerüchte in Social Media - Wer zahlt bei Impfschäden? 

In Social Media verbreiten sich Gerüchte, dass Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherungen bei Impfschäden Leistungen verweigern. Das stimmt nicht. ZDFheute erklärt, wer haftet.

von Oliver Klein

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.