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FAQ

Registrierung, Wartezeit, Vakzin : So kommen Sie an einen Impftermin

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Am Montag fiel die Priorisierung für Corona-Impfungen weg. Optionen gibt es nun viele: Impfzentrum, Haus- oder Betriebsarzt. Wie werden Termine vergeben? Wie lange muss man warten?

Die Erwartungen sind groß, die vorhandene Impfstoffmenge weiter gering. Auch nach der offiziellen Aufhebung der Priorisierung bei Corona-Impfungen werden vielerorts zunächst Wartelisten abgearbeitet. Für viele Impfwillige heißt es weiter: Bitte Geduld.

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Wer ist gerade impfberechtigt?

In den zurückliegenden Monaten waren stets nur bestimmte Personengruppen impfberechtigt: Mal lief die Indikaton nach Alter, mal nach Beruf oder Risikofaktor. Seit dem 7. Juni ist das Geschichte. Nun dürfen sich alle Impfwilligen in allen Bundesländern um einen Termin für eine Corona-Schutzimpfung bemühen - sofern sie mindestens zwölf Jahre alt sind.

Genaue Auskunft zur Aufhebung der Priorisierung geben auch die jeweiligen Überblicksseiten der Landesregierungen.

Welche Optionen gibt es für einen Impftermin?

Derzeit gibt es vier grundsätzliche Optionen, um in Deutschland eine Corona-Schutzimpfung zu erhalten:

  • Impfung in Impfzentrum
  • Impfung bei einem dezentralen oder mobilen Impfteam
  • Impfung beim Hausarzt
  • Impfung beim Betriebsarzt (ebenfalls seit Montag möglich)

In den ersten Wochen wurden dezentrale Impfteams insbesondere in Alten- und Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Inzwischen bieten mehrere Bundesländer auch mobile Impfangebote in sozialen Brennpunkten an, um noch mehr Menschen zu erreichen. Ob Sie bei solchen mobilen Angeboten impfberechtigt sind, kann von unterschiedlichen Faktoren, etwa Ihrem Wohnort abhängen.

Es ist problemlos möglich, sich auf mehreren Wegen gleichzeitig um einen Impftermin zu bemühen. Sollten Sie etwa über Ihren Hausarzt schneller einen Termin erhalten, können Sie Ihre Online-Registrierung jederzeit wieder zurückziehen – um eine Absage wird auch gebeten, da andernfalls reservierter Impfstoff ungenutzt bleiben könnte.

Die Freigabe der Impfpriorisierung bedeutet insbesondere für viele niedergelassene Ärzte einen großen Verwaltungsaufwand. Impftermine nicht unentschuldigt sausen zu lassen oder besondere Rücksicht auf die hohe Belastung der medizinischen Fachangestellten zu nehmen, kann die Terminvergabe in den kommenden Wochen für alle Seiten vereinfachen.

Nürnberg: "Wartezimmer" ist auf der Tür eines leeren Wartezimmers in einer Arztpraxis zu lesen. Archivbild

Covid-19-Impfung - Ich habe keinen Hausarzt - und nun? 

Ich habe schon seit Jahren keinen festen Hausarzt mehr - so dürfte es vielen jungen Menschen gehen, die öfter umgezogen sind. Habe ich jetzt einen Nachteil beim Impfen?

von Julia Klaus, Mainz

Wie werden die Impftermine vergeben?

Die Terminvergabe über die zentralen Impfzentren ist Ländersache. Sechs Bundesländer nutzen die gemeinsame Webseite Impfterminservice.de, der Rest hat eigene Plattformen geschaltet.

Viele, aber nicht alle Bundesländer bieten auch eine Registrierung über den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 an. Dorthin können sich Betroffene auch bei sonstigen gesundheitlichen Fragen rund um das Coronavirus wenden.

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Die Terminvergabe bei den Hausärzten erfolgt in Eigenregie. Der Grundgedanke dahinter war, dass die Hausärzte das Covid-Risiko ihrer Patienten am besten einschätzen können. Die Menge an zur Verfügung stehendem Impfstoff ist nicht konstant und teils bleiben auch wegen nicht wahrgenommenen Terminen Dosen übrig.

Viele Praxen führen darum interne Wartelisten, in die sich Impfwillige eintragen können, um kurzfristig an einen Termin zu kommen. In welcher Form diese Listen geführt werden, lässt sich teils auf den Webseiten der Praxen einsehen.

In jedem Fall werden Termine für Erst- und Zweitimpfung immer gemeinsam vergeben – eine erneute Registrierung nach der Erstimpfung ist nicht notwendig.

Wie lange muss man nach der Online-Registrierung warten?

Die Wartezeit für einen Impftermin ist je nach Option höchst unterschiedlich. In den vergangenen Wochen wurden in vielen Impfzentren vor allem Termine für Zweitimpfungen durchgeführt und kaum neue Termine für Erstimpfungen vergeben. Die Wartezeiten sind dort bislang sehr hoch.

Dass die Wartezeiten auch zwischen den Ländern unterschiedlich ausfallen, liegt auch an den eingesetzten Vergabemethoden. Teils wird anhand des Geburtsjahrgangs eingeteilt, teils nach dem Zufallsprinzip. Bis zu dieser Woche hatten die Impfverordnungen keine Vorgaben gemacht, wer innerhalb einer Priorisierungsgruppe zuerst dran ist.

In weiten Teilen Deutschlands ist heute die Impf-Priorisierung gefallen – dennoch fehlt es an genügend Impfstoff. Einige Bundesländer halten somit an der Priorisierung fest.

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Viele Länder setzen bei der Terminvergabe auf Algorithmen. Die Software hat Zugriff auf Daten, welches Impfzentrum in welcher Woche wie viele Dosen welches Vakzins erhalten wird. Den Registrierten ordnet sie auf Basis ihrer personenbezogenen Daten einen Score-Wert zu. Öffentlich einsehbar sind die exakten Algorithmen der Länder nicht - so wollen sie verhindern, dass Personen das System ausnutzen oder manipulieren.

Dass bereits Registrierte nun nach der Aufhebung der Priorisierung hinten runterfallen, verneinen die Länder. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) schrieb etwa in einer Nachricht an alle bereits Registrierten Anfang Juni:

Für das Land Rheinland-Pfalz kann ich Ihnen jedoch versichern, dass Ihre Anmeldung auch nach Aufhebung der generellen Priorisierung weiterhin vorrangig bei unserer Terminvergabe berücksichtigt wird.
RLP-Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD)

Welche Auswirkung die Aufhebung der Priorisierung auf die Wartezeiten letztlich hat, kann noch nicht abgeschätzt werden. Grundsätzlich steigt die Menge an verfügbarem Impfstoff kontinuierlich und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass bis Mitte Juli "an die 90 Prozent" der impfwilligen Erwachsenen mindestens ihre Erstimpfung erhalten hätten.

Welchen Impfstoff bekommt man?

Auch weiterhin können Impfberechtigte ihren Impfstoff nicht frei wählen, was primär an den noch immer knappen Liefermengen liegt. Vorab zu erfahren, welchen Impfstoff man bei seinem Termin erhalten wird, ist nicht immer möglich. Wer aus diesem Grund eine Impfung auch spontan ablehnt, muss sich erneut registrieren.

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Eine wichtige Altersgrenze gibt jedoch einen Hinweis darauf, für welche Impfstoffe man in Frage kommt: Nach seltenen, aber teils schweren Fällen von Sinusvenenthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung am 1. April angepasst.

Astrazeneca wird aktuell lediglich Personen über 60 Jahren empfohlen. Bei ihnen dominiert laut den Stiko-Experten der positive Effekt der Impfung über das kleinere Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen. Nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz könne Astrazeneca jedoch auch weiterhin bei Jüngeren eingesetzt werden, betont die Stiko.

Viele Menschen, die bereits einmal mit Astrazeneca geimpft wurden, haben nun den Termine für ihre Zweitimpfung – Richtwert ist zwölf Wochen nach der Erstimpfung. Laut der angepassten Stiko-Empfehlung sollten Personen unter 60 Jahren für ihre Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff etwa von Pfizer/Biontech oder Moderna erhalten.

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