Sie sind hier:

Corona-Impfungen - Impfung für Schwangere: Haftungsfrage geklärt

Datum:

Die Hürden für eine Corona-Impfung für Schwangere sind hoch - denn die Haftung im Falle eines Zwischenfalls war bislang noch offen. Diese Frage ist laut Experten aber nun geklärt.

Archiv: Eine schwangere Frau erhält eine Impfung gegen das Coronavirus. Aufgenommen am 27.04.2021 in Santiago, Chile.
Eine schwangere Frau erhält eine Impfung
Quelle: imago

Eine Hürde für den Zugang von gesunden Schwangeren zu Corona-Impfungen in Deutschland ist aus Sicht zweier Fachgesellschaften ausgeräumt. Große Unsicherheit bei Ärzten hinsichtlich haftungsrechtlicher Fragen habe bisher dazu geführt, dass Schwangere "trotz eindeutiger Risikosituation" nur erschwert eine solche Impfung erhielten, mittlerweile gebe es aber Klarheit.

Das erklärten die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in einer Stellungnahme. Inwiefern Ärzte nun ihre Impfpraxis bei Schwangeren ändern, war zunächst unklar.

Bislang keine Impfempfehlung der Stiko

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht bisher keine Covid-19-Impfempfehlung für alle Schwangeren aus, da die Datenlage sehr begrenzt sei. Die Fachgesellschaften verweisen unter anderem auf die Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI). Dort heißt es:

Für gesundheitliche Schäden im Zusammenhang mit einer Covid-19 Impfung wird auch dann auf der Grundlage von § 60 IfSG eine staatliche Entschädigung geleistet, wenn diese nicht öffentlich von einer Landesbehörde empfohlen worden ist - d.h. in der Regel auch, wenn die Impfung nicht von der Stiko empfohlen ist.
Robert-Koch-Institut

Dies umfasse zum Beispiel die Einzelfallentscheidung bei der Impfung von Schwangeren.

Schwangere haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19. Aktuell sind Impfungen für diese Gruppe in Deutschland nicht empfohlen. Das könnte sich jedoch ändern, denn wissenschaftliche Daten zeigen: Eine Impfung schützt Mutter und Kind.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Das Bundesgesundheitsministerium habe bestätigt, dass der Anspruch unabhängig von den öffentlichen Empfehlungen der Landesbehörden besteht, teilten die Organisationen weiter mit.

Frauenärzte: Schwangere nur in Einzelfällen geimpft

Der Berufsverband der Frauenärzte hatte Mitte Mai berichtet, dass Schwangere nur in Einzelfällen geimpft würden, da die Haftung im Fall eines Zwischenfalls immer noch ungeklärt sei. In der Stiko-Empfehlung heißt es: Die Impfung könne Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem sich daraus ergebenden hohen Risiko für einen schweren Verlauf oder mit einem erhöhten Risiko, dem Virus aufgrund der Lebensumstände ausgesetzt zu sein, ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel angeboten werden - "nach Risiko-Nutzen-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung" und mit einem mRNA-Impfstoff.

Fachgesellschaften hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, Schwangere und Stillende priorisiert gegen Covid-19 zu impfen. Das Frühgeburtsrisiko sei bei Frauen, die positiv auf eine Corona-Infektion getestet wurden, um bis zu 80 Prozent höher als bei gesunden Schwangeren. Die Impfung biete nachweislich Vorteile für Mutter und Kind - vor und nach der Geburt.

Eine schwangere Frau erhält in einer Apotheke in Pennsylvania, USA, einen Impfstoff gegen Covid-19.
Interview

Experte zur Impfung Schwangerer - "Die Risiken einer Infektion überwiegen" 

Sollten sich Schwangere gegen Corona impfen lassen? Ein Pädiatrischer Intensivmediziner meint "Ja", versteht jedoch, warum die Ständige Impfkommission mit einer Empfehlung zögert.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Ivermectin-Medikament

Corona-Krise in den USA - Wurmmittel statt Corona-Impfstoff? 

In den USA setzen immer mehr Impfgegner*innen auf ein Medikament, das ursprünglich gegen Wurmbefall bei Tieren helfen sollte. Der Einsatz beim Menschen kann schwere Folgen haben.

von Kim Dürr
Archiv: Der leere Saal im Theater an der Parkaue. Aufgenommen in Berlin, am 22.03.2012.

Bundestagswahl - Welchen Stellenwert hat die Kultur? 

Einer der größten Corona-Verlierer ist die Kultur. Theater, Museen, Festivals sind eben nicht "systemrelevant". Wie stellen sich Parteien Kulturpolitik nach der Wahl vor?

von Hannah Kristina Friedrich
mehrere Menschen, die sauber aussehen, ein Mann streckt seine Faust in die Luft, Banner und Plakate im Hintergrund

Nachrichten | heute - in Europa - Bulgarien: Impfskepsis sehr hoch 

Geimpft sind nur 15% der Bevölkerung. Ärzte weigern sich u.a., das Corona-Vakzin zu spritzen. Die Sterberate unter Covid-Kranken ist im Vergleich zu anderen EU-Staaten am höchsten.

17.09.2021
Videolänge
2 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.