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Fälle in mehreren Bundesländern - Miese Betrugsmasche mit Corona-Impfstoff

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Betrüger bieten vermeintlichen Impfstoff gegen Geld an, wollen so vor allem Senioren übers Ohr hauen. Doch auch Impfgegner versenden gefälschte Schreiben zur Corona-Impfung.

Eine alte Frau am Telefon, aufgenommen am 11.10.2019 (Symbolfoto)
Seniorin am Telefon (Symbolfoto)
Quelle: dpa

Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter einer bekannten Impfstoff-Firma aus. Sein Angebot konnte dreister kaum sein: Ein "erstes Corona-Impfstoffpaket" offerierte er einer 64 Jahre alten Frau aus Bonn - zum stolzen Preis von 6.000 Euro. Doch die Frau erkannte die Masche, ließ sich zum Schein auf das Geschäft ein und alarmierte die Polizei.

Wenig später klingelte ein 51-jähriger an der Tür, um das Geld abzuholen. Die Frau bat ihn in seine Wohnung - dort konnten die Beamten den Mann festnehmen. Allein der Bonner Polizei wurden seit Wochenbeginn acht ähnliche Betrugsversuche bekannt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Trickbetrüger haben es auf ältere Menschen abgesehen

Am Wochenende beginnt die große Impfkampagne in Deutschland: Rund 150.000 Dosen des Impfstoffs sollen am Samstag an die Bundesländer ausgeliefert werden, am Sonntag starten voraussichtlich die ersten Impfungen in Pflege- und Altenheimen. Das machen sich Betrüger für eine neue Masche zunutze: Aus mehreren Bundesländern berichtet die Polizei über ähnliche Fälle, in dem Betroffene meist aus ausländischen Callcentern angerufen werden. Die Trickbetrüger geben sich als Mitarbeiter von Krankenkassen, Arztpraxen oder Pharmafirmen aus und bieten Impfstoff gegen Geld an.

In Emden versuchten Betrüger einer 93-jährigen Seniorin zehn Covid-19- Impfdosen am Telefon zu verkaufen. Im bayerischen Friedberg teilte ein Anrufer einem 88-jährigen mit, er sei für eine Impfung ausgewählt worden, er müsse nur 499 Euro im Voraus bezahlen. In Elze in Niedersachsen meldete sich ein angeblicher Mitarbeiter der Krankenkasse, machte mit einer 88 Jahre alten Frau sogar einen Termin für eine Impfung aus. Deren Mann wurde skeptisch, alarmierte die Polizei.

Impfungen gegen Coronavirus grundsätzlich kostenlos

Im Zusammenhang mit dem Impfangebot werde grundsätzlich keine Gebühr erhoben, sagt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. "Vorsicht auch vor Betrügern, die ungefragt vor der Haustür stehen und sich als mobiles Impfteam ausgeben. Ohne Termin klopft niemand an die Tür", betont er. Die Polizei Bonn stellt klar:

Wenn Ihnen am Telefon Corona-Impfstoff zum Kauf angeboten wird, schalten Sie sofort Ihre Polizei ein!
Aus der Pressemitteilung der Polizei Bonn

Wie die Impfungen ablaufen, wo sich Bürger wann impfen lassen können, hat das Bundesgesundheitsministerium auf einer Infoseite im Internet zusammengestellt.

Schnelltests bundesweit illegal im Handel

Gauner wollen offenbar nicht nur mit vermeintlichen Impfdosen, sondern auch mit Corona-Schnelltests Kasse machen: Bundesweit sind solche Tests illegal in den Handel gelangt und werden jetzt unter anderem an Supermärkten und Tankstellen verkauft. Das Problem: Die Tests selbst seien zwar sicher, aber wenn sie von Laien durchgeführt würden, bestehe die Gefahr von falsch-negativen Tests, heißt es von der Bezirksregierung Köln.

Die hatte zusammen mit der Polizei und dem Ordnungsamt eine Firma in Frechen durchsucht, die die Schnelltests an insgesamt fast 6.000 Kunden verkauft hatte, darunter auch Tierarztpraxen und Brauereien. Doch die meisten der Verkaufsstellen hätten die Tests nie bekommen dürfen - denn sie dürfen nur an bestimmte Kunden abgegeben werden, beispielsweise an Ärzte.

Fake-Bestätigung für Corona-Impftest
Fake-Bestätigung für Corona-Impftest
Quelle: Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz

Impfgegner versenden Briefe im Namen des Gesundheitsamts

Doch Betrüger haben es nicht nur auf Geld abgesehen: Impfgegner versenden offenbar gefälschte Schreiben. Unter anderem im Raum Speyer wurden nach Angaben des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz Briefe verteilt, in denen ein angeblicher Termin für die Impfung gegen das Corona-Virus mitgeteilt wird. Die Briefe enthalten nicht nur die Postadresse der Empfänger, sondern auch als Absender der täuschend echt aussehenden Briefe ist das Gesundheitsamt angegeben.

Das Schreiben enthält einen QR-Code. Wird dieser mit dem Smartphone gescannt, erscheint ein Satz, offenbar von Impfgegner vorbereitet: "Nur Schlafschafe lassen sich impfen und spielen Versuchskaninchen für die Pharmafirmen." Die Polizei hat strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Ein Schild mit dem Hinweis auf die 2G-Regel am Fuße des Fichtelbergs. Im Hintergrund eine Warteschlange aus Menschen.

Erneuter Höchstwert - Inzidenz steigt auf 553,2 

Das Robert-Koch-Institut meldet 74.405 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages und damit einen neuen Höchstwert. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 553,2.

18.01.2022
Videolänge
1 min
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