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Wegen Corona-Pandemie - Millionen Kinder verpassen Routine-Impfungen

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Alle Augen sind zurzeit auf den Stand der Corona-Schutzimpfungen gerichtet. Dabei gerät aus dem Blick, dass Millionen Kinder nicht gegen Krankheiten wie Masern geimpft werden.

Masernimpfung im Jemen
Vor allem Kinder in Südostasien und im östlichen Mittelmeerraum sind von den ausbleibenden Impfungen betroffen.
Quelle: dpa

Millionen Kinder weltweit haben wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr keine Routine-Impfungen gegen andere Krankheiten erhalten. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef mitteilten, verpassten insgesamt 23 Millionen Kinder im vergangenen Jahr wegen der Krise grundlegende Impfungen. Das ist die höchste Zahl seit 2009.

Corona bremst Routine-Impfungen

Die Gefahr einer Ausbreitung von ansonsten durch Impfung vermeidbaren, potenziell aber tödlichen Krankheiten sei groß, warnten die UN-Organisationen. Ausgangssperren, geschlossene Gesundheitseinrichtungen und andere Beschränkungen hätten im vergangenen Jahr für einen deutlichen Rückgang der Routine-Impfungen gesorgt, hieß es in dem Bericht. Viele Eltern hätten zudem Kliniken und Praxen gemieden, weil sie Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hatten.

 

Polio-Impfung eines Kindes in Somalia. Archivbild

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Der weltweite Kampf gegen Polio hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Die Corona-Pandemie aber hat auch hier Auswirkungen.

Im vergangenen Jahr verpassten 3,5 Millionen mehr Kinder als 2019 ihre erste Dosis des Dreifach-Impfstoffs gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP), drei Millionen mehr Kinder erhielten keine erste Masernimpfung.

Insgesamt 17 Millionen Kinder, die vor allem in Konflikt- oder unterversorgten Gebieten leben, erhielten vermutlich im vergangenen Jahr keine einzige Impfung. Besonders stark gingen laut WHO und Unicef die Routine-Impfungen in Südostasien zurück. Diese Kinder seien nun gefährdet, vermeidbare Krankheiten wie den Masern, Polio oder Meningitis zu bekommen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Es sei daher dringender denn je, in die Impfung von Kindern zu investieren.

Kinder durch Lockerungen zunehmend ungeschützt

Bisher seien die ungeimpften Kinder durch die Corona-Beschränkungen geschützt gewesen, sagte die Leiterin der WHO-Impfstoffabteilung, Kate O'Brien, vor Journalisten. Aber inzwischen hätten viele Länder begonnen, die Beschränkungen wieder zu lockern, obwohl die Krise noch nicht beendet sei.

Nun gebe es zunehmend Kinder, die nicht immun seien - und gleichzeitig wegen der zu frühen Lockerungen immer mehr Infektionsfälle. "Das ist die Art von 'perfektem Sturm', bei dem unsere Alarmglocken läuten."

Wir müssen jetzt handeln, um diese Kinder zu schützen.
Kate O'Brien, Leiterin der WHO-Impfstoffabteilung

WHO will bessere globale Zusammenarbeit

Die globale Impfrate gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern und Kinderlähmung stagnierte den Angaben zufolge bereits vor der Covid-19-Pandemie bei rund 86 Prozent. Diese Impfrate liegt damit weit unter den von der WHO empfohlenen 95 Prozent zum Schutz vor Masern - häufig die erste Krankheit, die wieder ausbricht, wenn Kinder nicht mit Impfstoffen erreicht werden.

Der Chef der Impfallianz Gavi, Seth Berkley, sprach von einem Weckruf:

Wir müssen zusammenarbeiten, um Ländern dabei zu helfen, sowohl Covid-19 zu besiegen, indem wir einen globalen, gerechten Zugang zu Impfdosen sicherstellen, als auch die Routine-Impfprogramme wieder auf Kurs zu bringen.
Seth Berkley, Impfallianz Gavi

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