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Arzt teilte Hamas-Inhalte - Bundesregierung stoppt arabisches Impf-Video

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Die Bundesregierung wirbt auch auf Arabisch für Corona-Impfungen. Weil darin ein Arzt auftrat, der sich auf Facebook Israel-feindlich äußerte, wurde jetzt ein Video zurückgezogen.

Impf-Piktogramm auf dem Boden eines Impfzentrums in München am 06.06.2021
Die Bundesregierung möchte möglichst viele Menschen für eine Corona-Schutzimpfung gewinnen (Symbolbild)
Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die Bundesregierung hat ein arabischsprachiges Werbe-Video für Corona-Impfungen zurückgezogen, weil darin ein offenkundig israelfeindlicher Arzt zu Wort kam. Der Berliner Hausarzt habe in sozialen Medien Ansichten vertreten, mit denen die Bundesregierung "auf keinen Fall in Zusammenhang stehen" wolle, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Die Regierung sei erst durch Anfragen von Journalisten auf die Äußerungen des Mediziners aufmerksam geworden. Seibert bedauerte es, dass die Bundesregierung nicht vor Veröffentlichung des Werbe-Videos von den Ansichten des Arztes erfahren habe.

Wir werden unsere Arbeitsabläufe überprüfen und sicherstellen, dass so etwas nicht wieder vorkommt.
Regierungssprecher Steffen Seibert

Foto von betenden Hamas-Kämpfern gepostet

Die Bundesregierung habe den arabischsprachigen Arzt in dem Video für Corona-Impfungen werben lassen, um die Informationen "an so viele Menschen heranzutragen wie möglich", sagte Seibert. Sie werde ihre Werbekampagne auf arabisch fortsetzen - nicht aber mit diesem Video.

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Nach Informationen der "Bild" hatte der Berliner Arzt bei Facebook israelfeindliche Posts verbreitet. Demnach finden sich auf seinem Facebook-Profil Einträge, in denen die Vertreibung der "Zionisten" aus dem Nahen Osten gefordert wird. "Zionist" ist dabei häufig eine versteckte antisemitische Bezeichnung für alle Juden.

Unter anderem soll er ein Foto betender Hamas-Kämpfer veröffentlicht haben, über dem auf Arabisch geschrieben stand: "Wer Gaza auf Knien sehen möchte, der soll nur kommen." Aktuell finden sich auf seinem Facebook-Profil nur noch wenige Inhalte mit Israel-Bezug. Die von der "Bild" kritisierten Inhalte wurden offensichtlich entfernt. Auch auf Youtube und einem von Bundesbeauftragten für Migration unterstützten deutsch-arabischen Medienprojekt wurde das Video inzwischen offline gestellt.

In dicht besiedelten Vierteln ist die Gefahr einer Corona-Infektion hoch, die Impfquote meist gering. Mobile Impfteams sollen in Pforzheim helfen.

Beitragslänge:
1 min
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Corona-Information auf Arabisch läuft weiter

Noch am Dienstag schrieb der Arzt stolz über die Informationskampagne: "Wenn das Medienteam von Kanzlerin Angela Merkel dich besucht und bittet, das deutsche Volk direkt anzusprechen (...), dann gibt einem das das Gefühl, echter Staatsbürger zu sein."

Die Bundesregierung informiert weiterhin in diversen Sprachen, darunter auch auf Arabisch, über die Gefahren des Coronavirus und den Nutzen einer Impfung. Um möglichst viele Menschen mit begrenzten deutschen Sprachkenntnissen und aus schwierigen sozialen Verhältnissen zu erreichen, setzen mehrere Länder mobile Impfteams in Brennpunkten ein.

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