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Studie zu Corona-Impfungen : Bis Ende Juli könnten alle geimpft sein

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Zwei Forscher vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung haben errechnet: Eine vollständige Corona-Impfung aller impfwilligen Erwachsenen ist bis Ende Juli machbar.

Der Impfstart in Deutschland war holprig, doch im April hat die Impfkampagne einen entscheidenden Schub bekommen. Momentan werden etwa 3,5 Millionen Menschen pro Woche geimpft. Wenn es so weiter geht, wird Deutschland sein Impfziel nicht nur erreichen, sondern übertreffen, sagen zwei Wissenschaftler.

"Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende Juli alle impfwilligen Erwachsenen durchgeimpft haben", so Andrew Watt vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Das wäre Monate vor dem Impfziel der Bundeskanzlerin, die jedem Bundesbürger bis Ende September ein Impfangebot machen will.

April war entscheidender Monat

Für ihre Prognose haben Andrew Watt und Sebastian Dullien einen sogenannten "Impfpfad" errechnet. Er gibt an, wie viele Dosen jeden Tag verimpft werden müssen, um den 31. Juli zu erreichen.

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Dafür sei im April ein "großer Sprung" nötig, schreiben die Ökonomen in einer ersten Auswertung Anfang März. Für ZDFheute haben sie ihre Berechnungen nun aktualisiert und stellen fest:

Auch wenn sich die angekündigten Liefermengen der einzelnen Hersteller verändert haben, bleibt das Ziel erreichbar.

So konnten etwa kurzfristige Lieferausfälle von Johnson & Johnson (J&J) und Astrazeneca durch eine Erhöhung der Liefermenge von Biontech zumindest abgefangen werden.

Abhängigkeit von Biontech

Diese Dynamik zeigt aber auch, wie stark die Impfkampagne auf einen einzelnen Impfstoff angewiesen ist - auf den von Biontech. Von dem Hersteller werden bis Ende Juni etwa zwei Drittel aller gelieferten Impfdosen kommen.

"Ein Komplettausfall von Johnson & Johnson und Astrazeneca würde das Erreichen des Politikziels um etwa fünf bis sechs Wochen zurückwerfen", so Andrew Watt. Dieses Szenario schätzen die Forscher aber als unwahrscheinlich ein.

Impfstoff ab Mai keine Mangelware mehr

Andererseits könnten laut der IMK-Experten alle Impfwilligen auch schon vor dem 31. Juli geimpft sein, wenn:

  • der J&J-Impfstoff umgehend freigegeben wird,
  • es zu keinen weiteren Einschränkungen bei Astrazeneca kommt,
  • Curevac eine Genehmigung erteilt wird.

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Die Ökonomen gehen davon aus, dass ab Mai nicht mehr allein die Verfügbarkeit von Impfstoffen das Tempo bestimmt, sondern vor allem die Kapazitäten in den Impfeinrichtungen.

Hausärzte: Könnte noch schneller gehen

Hausarztpraxen und Apotheken empfinden die Verfügbarkeit von Impfstoff im Moment noch als Bremse. "Wir haben auch vergangene Woche wieder gesehen, dass Apotheken weitaus mehr bestellen, als wir liefern können", teilt der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels mit. Die tatsächlichen Bestellungen seien demnach etwa doppelt so hoch.

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Und auch den Hausärzten geht oft noch der Impfstoff aus, obwohl auf ihrer Liste noch Namen stehen. Fünf Millionen Menschen könnten sie pro Woche impfen - "konservativ gerechnet", sagt Roland Stahl von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. "Gerade ist noch Luft nach oben, aber Anfang Mai werden wir sehr viele Impfstoffe zur Verfügung haben, dann wird das Tempo deutlich zunehmen."

Beschleunigung nach Aufhebung der Priorisierung

Der nächste Sprung wird Watt und Dullien zufolge erreicht, wenn die vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen zumindest einmal geimpft wurden. "Schnelleres Impfen wird einfacher, je weniger auf eine genaue Priorisierung geachtet werden muss", so Watt.

Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet damit, dass die offiziell festgelegte Reihenfolge im Juni wohl nicht mehr nötig sein wird.

Einige Unbekannte bleiben

Einige Unbekannte bleiben dennoch: Kommen angekündigte Liefermengen wie erhofft? Sind Geimpfte und Genesene auch gegen Virusvarianten immun? Tauchen weitere seltene Nebenwirkungen auf? Zudem ist mit einer Durchimpfung in Deutschland der Kampf gegen die Pandemie noch nicht beendet. Covid-19 muss global bekämpft werden.

Im Hinblick auf den Start der Impfkampagne sagt Andrew Watt:

Fehler müssen natürlich aufgearbeitet werden, aber das sollte den Blick nach vorne nicht verstellen.

Die Ökonomen bleiben optimistisch, dass der 31. Juli machbar bleibt. Es wäre der gleiche Termin, den auch die britische Regierung anpeilt.

Der Autorin auf Twitter folgen: @JohannaSagt

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