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Corona-Höchstwerte - Indien: Mehr als 400.000 Neuinfektionen

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Indien kämpft verzweifelt gegen die Corona-Pandemie. Die Zahlen steigen dramatisch an, Krankenhäuser und Krematorien sind überfüllt. Die internationale Hilfe läuft an.

Trauernde Angehörige eines Corona-Opfers in Jammu.
Trauernde Angehörige eines Corona-Opfers in Jammu.
Quelle: Channi Anand/AP/dpa

Indien hat weltweit als erstes Land an einem Tag mehr als 400.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Im selben Zeitraum starben 3.523 Menschen in Verbindung mit Covid-19, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Samstag hervorgeht.

Corona in Indien: Krankenhäuser überlastet

Krankenhäuser und Krematorien sind in dem südasiatischen Land mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern seit Tagen überfüllt. Dem Ministerium zufolge gab es insgesamt 401.993 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit erreichte Indien den neunten Tag in Folge einen Höchstwert.

Dr. Volker Klinnert berichtet aus Neu-Delhi.

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Seit Beginn der Pandemie steckten sich 19 Millionen Menschen in dem Land an. Mit insgesamt 211.853 Toten liegt Indien hinter den USA, Brasilien und Mexiko auf dem vierten Platz weltweit. Nach einem Plan der Regierung sollen sich von diesem Samstag an eigentlich alle Erwachsenen impfen lassen können.

Impfdosen gehen zur Neige

Mehrere indische Bundesstaaten berichteten aber, dass ihnen die Impfdosen ausgingen oder bereits ausgegangen seien. Bislang erhielten weniger als zehn Prozent der Menschen in Indien mindestens eine Impfdosis. Etwa zwei Prozent sind vollständig geimpft.

Angesichts der katastrophalen Situation in Indien sollen ab Samstag alle Erwachsenen ein Anrecht auf eine Impfung haben. Mit der Freigabe sollen nach Regierungsplänen 500 bis 600 Millionen weitere Menschen die Möglichkeit einer Impfung erhalten. Bisher war dies nur Menschen über 45 Jahren oder mit Vorerkrankungen möglich.

Indien: Impfvorbehalte in der Bevölkerung

Auch Beschäftigte direkt an der Corona-"Front", wie beispielsweise medizinisches Personal, wurden bereits geimpft. Allerdings leidet die indische Impfkampagne unter Impfstoff-Knappheit, Problemen bei der Verteilung sowie Vorbehalten in der Bevölkerung.

Bisher wurden von den 1,3 Milliarden Einwohnern 150 Millionen einmal geimpft, das sind rund 11,5 Prozent. Zwei Impfdosen erhielten lediglich 25 Millionen Menschen. 

Bundeswehr startet Hilfslieferungen

Die Luftwaffe hatte am Samstag den ersten Transportflug mit medizinischer Corona-Hilfe für Indien vom Flughafen Köln-Wahn aus gestartet. Die Maschine vom Typ A350 landete mit 120 Beatmungsgeräten und Medikamenten am Abend in Neu Deli, wie die Luftwaffe twitterte.

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An Bord waren auch 13 Kräfte des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, die in den kommenden 14 Tagen vor Ort eine Anlage zur Gewinnung von Sauerstoff aufbauen und deren Bedienung erklären sollen. Die Sauerstoffanlage selbst soll laut Bundeswehr Mitte kommender Woche mit zwei Maschinen vom Typ A400 nach Indien geflogen werden.

Das Gesundheitssystem in Indien ist durch den rasanten Anstieg der Corona-Neuinfektionen kollabiert. Viele Länder haben ihre Hilfe angeboten, darunter auch Deutschland.

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"Im Kampf gegen die Pandemie müssen wir alle zusammenstehen", hob das Bundesverteidigungsministerium auf Twitter hervor. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte auf Twitter, Deutschland verbinde mit Indien "eine tiefe Freundschaft".

Feuer in Klinik: Covid-Patienten sterben

Unterdessen hat ein Brand in einem Krankenhaus in Westindien am Samstag 18 Corona-Patienten das Leben gekostet. Das Feuer brach am frühen Morgen im Erdgeschoss der Klinik aus und wurde innerhalb einer Stunde gelöscht, wie die Polizei erklärte. Die Brandursache war nicht bekannt.

Ausgebrannte Intensivstation nach dem Feuer in Virar.
Ausgebrannte Intensivstation nach dem Feuer in Virar.
Quelle: Uncredited/AP/dpa/Archivbild

Weitere 31 Patienten des Krankenhauses in Bharuch im Unionsstaat Gujarat wurden von Mitarbeitern und Feuerwehrleuten gerettet. Ihr Zustand sei stabil, sagte Polizeisprecher B.M Parmar. Erst am 23. April waren bei einem Brand auf einer Intensivstation außerhalb von Mumbai 13 Corona-Patienten getötet worden.

Ein Baumdiagramm stellt dar, wie Herdenimmunität funktioniert: Eine mit dem Coronavirus infizierte Person hat Kontakt mit drei Personen, steckt aber nur eine an, weil die anderen beiden durch eine Impfung geschützt sind. Alle weiteren Kontakte der geimpften Personen sind nun vor einer Ansteckung geschützt - egal ob sie selbst geimpft sind oder nicht.

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Wann kehrt wieder Normalität ein? Lange war die Hoffnung: Sobald genug Menschen immun sind, sind auch andere geschützt. Doch so einfach ist es mit der Herdenimmunität nicht.

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