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FAQ

Ab in die Welt - Individualreisen und Corona: Was ist möglich?

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Rucksack packen, One-Way-Ticket buchen und ab in die Welt - das war vor Corona. Die Pandemie macht individuelles Reisen nicht nur komplizierter, sondern oft auch teurer.

Rücksacktouristin im Seoraksan National Park in Südkorea.
Sich treiben lassen, reisen, wohin man möchte: Corona hat die Grenzen aufgezeigt.
Quelle: Imago

Die Corona-Pandemie macht so manchem Backpacking-Fan einen Strich durch die Reiserechnung und kann die Kosten ziemlich in die Höhe treiben. Und sie nimmt viel von der Spontaneität und dem Freiheitsgefühl, die individuelles Reisen ausmachen.

Betroffene müssen die Corona-Lage im jeweiligen Land im Blick behalten: Was passiert, wenn mein Reiseland zum Virusvarianten- oder Hochinzidenzgebiet eingestuft wird? Darf ich trotzdem noch weiterreisen? Wie komme ich zurück? Ein kleiner Wegweiser für alle, die trotz Pandemie eine Individualreise planen:

Mein Reiseland wird auf meiner Reise höhergestuft – was tun?

Wenn die Corona-bedingte Gefahrenlage in einem Reiseland höhergestuft wird, haben Individualreisende im Grunde drei Optionen: Reise abbrechen, ausharren oder weiterreisen.

Option 1: Reise abbrechen

Steigende Infektionszahlen, neue Virusmutationen - solche Entwicklungen bereiten auch Reisenden Sorgen. Eine Reaktion: Man möchte die Reise abbrechen und vorzeitig zurückreisen - für Individualreisende heißt das aber in der Regel: Unkosten.

Dennoch sei die Tourismusbranche weiterhin aufgrund der massiven Einbußen auf staatliche Unterstützung angewiesen, betont Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes.

Beitragslänge:
3 min
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Option 2: Im Reiseland ausharren

Zur Ausreise gezwungen werden Reisende in der Regel nicht, somit können sie auch erstmal in dem Land bleiben. Allerdings kam es im vergangenen Jahr vereinzelt zu Landesverweisen: In Israel mussten Touristinnen und Touristen, die sich vor Ort nicht in eine private Quarantäne begeben konnten, das Land verlassen.

Entscheidet man sich, in dem Land auszuharren, müssen die Corona-Regeln vor Ort befolgt werden. Außerdem muss man sich selbst um eine Unterkunft kümmern - auch wenn Corona-bedingt Hotels und Hostels schließen sollten.

Option 3: In ein anderes Land weiterreisen

Typisch für das Backpacking: Reisende haben oft nicht nur ein Land auf ihrer Route. Es kann also sein, dass man aufgrund einer höhergestuften Gefahrenlage das Land verlassen und ein anderes Ziel ansteuern möchte.

Grundsätzlich ist das zwar möglich, allerdings warnt der Reiserechtsexperte Kay Rodegra auch dann vor möglichen erheblichen Einschränkungen. Daher sollte man unbedingt die Einreisebestimmungen auch im neuen Zielland überprüfen:

Es kann ja sein, dass dort ein Einreisestopp auf einmal verhängt wurde für Touristen, die aus dem entsprechenden Land einreisen wollen.
Kay Rodegra, Reiserechtsexperte
Mecklenburg-Vorpommern, Binz: Strandbesucher haben sich bei Temperaturen von knapp 30 Grad an der Ostsee eingefunden.

Ende Juli - Regierung plant einfachere Einreise-Regeln 

Die Bundesregierung will die Corona-Auflagen bei der Einreise vereinfachen: Künftig soll es keine einfachen Risikogebiete mehr geben. Geimpfte hätten dann weiterhin Vorteile.

Mein Reiseland wird vor meiner Reise höhergestuft - was tun?

Wird mein Zielland vor Abreise als Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet eingestuft, ergeben sich zwei Optionen: Entweder man bläst die Reise ab oder man tritt sie dennoch an - beides dann aber auf eigene Verantwortung und Kosten.

Option 1: auf Reise verzichten

Storniert man als Individualreisende eine Buchung, ist dies in den meisten Fällen mit Stornokosten verbunden, "nämlich dann, wenn der Flug tatsächlich durchgeführt wird oder auch ein Hotel, das gebucht wurde, weiterhin seine Leistungen anbietet", so Rodegra.

Option 2: Reise durchführen

Ein Reiseverbot herrscht nicht. Solange ein Reiseziel angeflogen oder angefahren wird, darf man sich also auf den Weg machen. Aber nur unter Berücksichtigung der Einreisebestimmungen und auf eigene Verantwortung.

Außenminister Maas hat ganz klar gesagt, dass es keine erneute Rückhol-Aktion für gestrandete Urlauber geben wird, die Corona-bedingt in einem Land festsitzen bzw. vorzeitig ausreisen möchten.
Kay Rodegra, Reiserechtsexperte

Vollständig geimpft oder genesen - ein Freifahrtschein?

Vollständig Geimpfte oder Genesene genießen auch in Sachen Reisen mehr Freiheiten als andere, aber einen Freifahrtschein gibt es nicht. Beispiel Virusvariantengebiet: Die 14-tägige Quarantäne gilt hier für alle Reiserückkehrer nach Deutschland gleichermaßen.

Individualreise oder doch lieber Pauschalurlaub?

Klar ist: Die Pandemie macht Individualreisen weitaus schwieriger, wenn auch nicht grundsätzlich unmöglich. Die Empfehlung des Experten:

Wer in diesem Sommer eine Flugreise bucht, dem rate ich zur Pauschalreise.
Kay Rodegra, Reiserechtsexperte

Denn: "Insbesondere kann man sich leichter und kostenfrei vom Reisevertrag lösen, sollte es nach der Buchung zu erheblichen Beeinträchtigungen im Reiseland kommen. Sollte es im Reiseland Probleme geben aufgrund steigender Inzidenzzahlen, darf der Reiseveranstalter den Pauschaltouristen nicht alleine lassen."

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