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Mehr in Kita und am Arbeitsplatz - Wo sich gerade Menschen mit Corona anstecken

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Die Virus-Mutanten zeigen Wirkung: Der Anteil von Corona-Infektionen in Kitas, Schulen und am Arbeitsplatz nimmt laut RKI deutlich zu. Doch die Daten haben auch große Lücken.

Ein Kindergartenkind spielt mit einem Auto. Archivbild
Die Gefährdung für Kinder ist wegen der Mutanten gewachsen. (Archivbild)
Quelle: dpa

Die dritte Corona-Welle nimmt weiter Fahrt auf. Trotzdem gehen die Bundesländer weiterhin unterschiedliche Wege in Sachen Pandemiebekämpfung. Am Montag stellte CDU-Chef Armin Laschet darum sogar die Bund-Länder-Konferenzen in ihrer bisherigen Form in Frage.

Während in manchen Landkreisen Ausgangssperren in Kraft treten, hält etwa das Saarland an Lockerungen mit umfangreicher Teststrategie nach Ostern fest. Wie flexibel manche Länder die gemeinsam beschlossene Notbremsen-Regelung auslegen stieß bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Kritik.

Auch bei Schulen, Geschäften, am Arbeitsplatz gelten von Bundesland zu Bundesland weiter höchst unterschiedliche Regelungen. Passen diese Maßnahmen zum aktuellen Infektionsgeschehen?

Lesen Sie hier, mit welchen Ansätzen Regionen versuchen, trotz dritter Welle zu lockern:

Einwohner sitzen bei gutem Wetter in einem Biergarten

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Deutlich mehr Ansteckungen in Kitas

Die Gesundheitsämter und in Folge auch das Robert-Koch-Institut (RKI) erfassen, wo sich eine Person wahrscheinlich mit Corona infiziert hat. Jede Woche Dienstags veröffentlicht das RKI diese Angaben in seinem Lagebericht.

Die dritte Welle zeichnet sich gerade auch dadurch aus, dass der Anteil von Infektionen in Kitas deutlich ansteigt. Die jüngsten RKI-Zahlen spiegeln das Geschehen von Mitte März. Hier waren rund 11 Prozent aller Ansteckungen mit bekanntem Infektionsort in Kitas oder Horten. Verglichen mit der zweiten Welle im Winter hat sich dieser Anteil damit etwa verfünffacht.

"Covid-19-bedingte Ausbrüche betreffen momentan insbesondere private Haushalte, zunehmend auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld", schreibt das RKI dazu in seinem Lagebericht vom 23. März.

Die Meldeinzidenzen steigen bei Kindern und Jugendlichen in allen Altersgruppen an.
RKI-Lagebericht vom 23. März

Insbesondere die leichter übertragbaren und für Kinder gefährlicheren Virusvarianten wie B.1.1.7 seien dafür verantwortlich.

Mehr Ansteckungen am Arbeitsplatz

Ein ähnliches, wenn auch weniger drastisches Bild gibt es in der Arbeitswelt. Den Dezember über lag der Anteil bekannter Infektionen am Arbeitsplatz zwischen vier und fünf Prozent. In den jüngsten RKI-Daten lag er bei über 13 Prozent.

Diese Infektionen am Arbeitsplatz deuten auch auf eine weitere Gefahr hin: Das tägliche Pendeln. Wie viele Menschen sich etwa im öffentlichen Nahverkehr anstecken, das kann das RKI nicht sagen.

Clustersituationen in anonymen Menschengruppen (z.B. ÖPNV, Kino, Theater) sind viel schwerer für das Gesundheitsamt erfassbar als in nicht-anonymen Menschengruppen (Familienfeiern, Schulklassen, etc.).
RKI-Lagebericht vom 23. März

Auch technische Lösungen wie die viel kritisierte Corona-Warn-App schaffen an dieser Stelle offenbar kaum Klarheit.

Die Forschung steht noch am Anfang: Erste Studien zeigen, auch Kinder haben nach einer Corona-Infektion mit Spätfolgen zu kämpfen. Zu den Symptomen zählen unter anderem Muskel-Schmerzen und permanente Erschöpfung.

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Impfeffekt bei Älteren ist spürbar

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Das Infektionsgeschehen in Alten- und Pflegeheimen hat durch Corona-Schutzimpfungen laut den RKI-Zahlen deutlich abgenommen. Ihr Anteil an allen Fällen im Ausbruchsgeschehen sank von 46 Prozent in der letzten Dezemberwoche auf fünf Prozent Mitte März.

Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime spielen damit aktuell eine deutlich kleinere Rolle als Kitas oder Arbeitsplatz.

Daten zum Ansteckungsort bleiben lückenhaft

Zentrales Problem dieser RKI-Daten zum Infektionsort: Sie umfassen nur einen Bruchteil aller bekannten Infektionen. Bei den meisten Infektionen ist ein genauer Ansteckungsort nicht auszumachen.

Nur ein kleiner Teil der insgesamt gemeldeten Covid-19 Fälle kann einem Ausbruch zugeordnet werden, damit fehlen für eine Vielzahl der Fälle Informationen zur Infektionsquelle.
RKI-Lagebericht vom 23. März

Ein typischer Effekt von zunehmenden Infektionswellen: es wird schwieriger zu sagen, wo man sich angesteckt hat. Bei etwa 89 Prozent aller Infektionen können die Gesundheitsämter aktuell nicht eindeutig sagen, wo die Ansteckung stattgefunden hat. Anfang Februar hatten rund 78 Prozent der Infektionen einen unbekannten Ansteckungsort. Aktuell liegt der Wert sogar über dem Höhepunkt der zweiten Welle Ende Dezember, als rund 84 Prozent unbekannt waren.

Das RKI spricht darum von einem "diffusen" Infektionsgeschehen. Die gefährlichen Masseninfektionen in Pflegeheimen sind weggefallen. Öffnungsschritte und Virusvarianten verstärken die Zirkulation im Rest der Gesellschaft.

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