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Divi-Chef Marx - Intensivmediziner warnen vor Delta-Variante

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Intensivmediziner rechnen damit, dass sich die Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland durchsetzen wird. Auch eine vierte Corona-Welle halten die Ärzte für realistisch.

Intensivmediziner-Chef Gernot Marx bei einer Pressekonferenz.
Intensivmediziner-Chef Gernot Marx warnt
Quelle: EPA

"Der große Unsicherheitsfaktor ist gerade die neue Mutation B.1.617.2, die noch ansteckender als die derzeit dominierende Variante B.1.1.7 sein soll. Schrittweise wird sich deshalb auch in den nächsten Wochen diese neue Mutation durchsetzen", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der "Rheinischen Post".

Wenn die Menschen unvorsichtig würden, könnten die Infektionszahlen wieder hochschnellen. "Dann ist eine vierte Welle möglich", warnte Marx. Die Intensivmedizin sei auf dieses Szenario aber vorbereitet.

Virologin Brinkmann hält vierte Welle für möglich

Die Virologin Melanie Brinkmann zeigte sich besorgt über größere Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen, etwa in Fitnessstudios, beim Hallensport oder in der Innengastronomie. "Mir wird dabei ganz anders", sagte sie der "Rheinischen Post". Auf die Frage, ob eine vierte Welle noch in diesem Sommer komme, sagte sie:

Wenn es richtig schlecht läuft, dann schon.

Auch trüge der Eindruck, dass Deutschland beim Impfen schon auf der sicheren Seite sei. Sie sei auch skeptisch, ob das Versprechen der Regierung, bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu machen, zu halten sei.
Sieben-Tages-Inzidenzen von 100 Neuinfektionen je 100.000 Menschen halte sie für möglich. "Ich befürchte, das kann ganz schnell gehen, auch im Sommer."

Lauterbach: Delta-Variante gefährlicher

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach räumte in derselben Zeitung ein, dass die Delta-Variante deutlich gefährlicher sei. Die gute Nachricht sei aber, dass sie in Deutschland bisher weniger als zwei Prozent der Infektionen ausmache. "Wenn wir Superspreading verhindern, sind wir bei dieser Variante auf der sicheren Seite", sagte Lauterbach.

Daher sollten Innenräume von Restaurants, Hotels und bei Veranstaltungen nur für Geimpfte, Getestete oder Genesene zugänglich sein, forderte der SPD-Politiker.

An eine vierte große Welle mit Lockdown glaubt er indes nicht, wie er ZDFheute sagte:

Menschenleer zeigt sich ein Biergarten mit gestapelten Bänken und Tischen im Westpark in München

Karl Lauterbach - "Einen vierten Lockdown wird's nicht geben" 

Kommt im Herbst eine vierte Corona-Welle? Manche Experten schlagen Alarm, die Politik bereitet sich vor. Welche Szenarien sind wahrscheinlich? Ein Überblick.

von Oliver Klein

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