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Mit Herz & Viren - "Klatschen reicht nicht"

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Nach dem Applaus für Pflegepersonal in der Corona-Krise sind die Probleme ein Jahr später dieselben. Die Serie "Herz&Viren" begleitet acht von ihnen durch ihren schwierigen Alltag.

Die Web-Serie ist in der ZDF-Mediathek zu sehen.

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Berlin, vier Uhr morgens, fast noch Nacht. Der Wecker klingelt. Andrea Arrescurrenaga muss aufstehen. Viel Zeit bleibt der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin nicht, bald schon muss sie in der Klinik sein. Ihr Arbeitsplatz: Das Deutsche Herzzentrum. Andrea weiß nicht, was der Tag auf der Station bringen wird.

Große Verantwortung und Abschiede

"Herz & Viren": Andrea Arrescurrenaga im Porträt
Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Andrea Arrescurrenaga
Quelle: ZDF/Maurice Weiss

Im Laufe des Morgens kümmert sie sich um alle ihre Patienten, auch um den kleinen Lee. Der Junge wartet auf ein Spenderherz. Lees Leben hängt an einer Maschine, Andrea trägt bei der Pflege des Kleinen eine große Verantwortung.

Und nicht immer schaffen es alle. Andrea versucht, mit diesen Emotionen so gut es eben geht umzugehen: "Den einen schickt man nach Hause mit dem Organ und den anderen verabschiedet man, das gibt es auch bei uns. Und das ist ein Teil unserer Arbeit."

Überlebenswichtige Entscheidungen

Auch für Charlotte Becker ist die Arbeit mehr als ein Beruf. "Das, was mich antreibt ist einfach zu sehen, dass ich was getan hab", sagt die Ärztin in der Herzchirurgie. "Dass es den Patienten besser geht, egal in welche Richtung das geht. Ich versuche irgendwie das Wohlbefinden zu steigern und das ist das, was man sieht und das ist das, was man möchte und dafür ist man Arzt geworden."

Deutschland in der dritten Corona-Welle. Das macht sich bemerkbar - auch an der Auslastung der Kliniken. Die Charité in Berlin hat eigens eine Covid-Intensivstation eingerichtet.

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Doch viel mehr Zeit hat Charlotte nicht. Sie muss sich um ein mögliches Spenderorgan für Margitta Weihrauch kümmern. Eine Patientin, für die eine Lungentransplantation überlebenswichtig ist. Am Telefon gibt Charlotte Becker ihr Okay, das Organ passt, die Operation kann sofort starten.

Stunden später hat Frau Weihrauch eine neue Lunge und Charlotte Becker spürt wieder einmal, dass sich alles gelohnt hat. "Was mich jetzt besonders gefreut hat, ist dass wir eine Lunge bekommen haben für Frau Weihrauch", erzählt sie. Vor allem, weil sie die Geschichte der Patientin mitverfolgt hat.

Viele Pflegekräfte überlastet

Für das Wohl ihrer Patienten*innen gehen die Ärztinnen und Pflegerinnen bis ans Limit. Der Druck während der Corona-Pandemie hat die Situation in den Kliniken verschärft und wird mit steigenden Zahlen erneut ansteigen.

Nicht alle halten der chronischen Überlastung stand. Besonders Pflegekräfte sind davon betroffen. 2020 folgte auf die erste Corona-Welle eine Kündigungswelle. 

  • Bis zu einem Drittel der Pflegekräfte spielt mit dem Gedanken, den Job aufzugeben. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe.

Die hohen Infektionszahlen machen sich auch auf den Intensivstationen bemerkbar. Intensivmediziner schlagen Alarm.

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Für Andrea Arrescurrenaga bietet die Pandemie die Chance, umzudenken. In ihrer Funktion als Springerin wird sie flexibel eingesetzt, mit ständig wechselnden Aufgaben. Heute auf der Kinderintensivstation, morgen bei den frisch transplantierten Erwachsenen. Andrea klingt nicht resigniert - sie ist motiviert. Gleichwohl aber sieht sie Handlungsbedarf.

Mittlerweile hat man mehr Respekt vor dem Beruf, hab ich das Gefühl.
Andrea Arrescurrenaga

Sie sagt aber auch, dass die Arbeit vielschichtig sei und deshalb auch honoriert werden müsse. "Klatschen reicht nicht", betont sie. Es müsse noch viel in der Politik getan werden.

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