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Intensivmediziner Janssens - Lage auf Intensivstationen "sehr angespannt"

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Die hohen Infektionszahlen der letzten Wochen haben schwere Folgen für das Gesundheitssystem: Die Zahl an freien Intensivbetten sinkt, Pflegekräfte sind an der Belastungsgrenze.

Das Interview mit Uwe Janssens im Video.

Beitragslänge:
5 min
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Nach dem Impfstart in Deutschland bleibt die Auslastung der Krankenhäuser hoch. "Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor wirklich sehr angespannt", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung der Intensivmediziner (DIVI), Uwe Janssens, im ZDF. Man kämpfe weiter mit den Folgen der hohen Infektionszahlen der vergangenen Wochen.

Vielerorts nur noch wenig freie Intensivbetten

So gebe es etwa im Raum Aachen oder auch in Köln unter zehn Prozent freie Intensivbetten. "In anderen Regionen sieht das ähnlich aus", betonte der Mediziner. Allein im Norden sei die Lage mit rund 30 Prozent freien Betten noch gut. "Insgesamt kämpfen wir noch mit der Last der hohen Infektionszahlen der letzten Wochen", so Janssens.

Auch der Mangel an Pflegekräften in Krankenhäusern infolge der Corona-Pandemie könnte sich aus Sicht der Intensivmediziner noch verstärken. "Wir befürchten durch die monatelangen Belastungen, die die Pflegekräfte jetzt mitgemacht haben auf den Intensivstationen, dass wir Anfang kommenden Jahres Leute haben werden, die unter der Last zusammenbrechen und nicht mehr resilient genug sind und tatsächlich dann ins Aus gehen", sagte Janssens.

Janssens fordert klare Zielsetzung der Politik

Janssens mahnte ein einheitliches Gesamtkonzept der Politik an. Es müsse mit einer Stimme gesprochen werden, und es müssten Ziele weit für das Jahr 2021 formuliert werden. Den Zielwert etwa von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen nannte Janssens "ein wenig zu hoch gesteckt". Niedrige Ziele, anhaltend wären für die Medizin und die Belastung des Gesundheitssystems "sehr, sehr wichtig".

Mit Blick auf die Impfbereitschaft unter medizinischem Fachpersonal sprach Janssens von einer "gewissen Impfskepsis". Auch die Beschäftigten im Medizinbereich müssten mitgenommen und überzeugt werden, sich impfen zu lassen - für sich selbst, aber auch für die Allgemeinheit. Das sei eine der wichtigsten Aufgaben. Die ersten Ergebnisse der Impfung seien "sehr, sehr ermutigend".

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