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Steigende Corona-Inzidenzen - Sind junge Menschen jetzt stärker gefährdet?

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Das Coronavirus zirkuliert vor allem auch unter jungen Menschen, die noch nicht geimpft sind. Auch wenn sie selten schwer erkranken, müsse man sie weiter schützen, sagen Experten.

Im Streit um eine mögliche Abkehr von der Inzidenz als Hauptrichtwert in der Corona-Politik bemängelt die Deutsche Krankenhausgesellschaft das Verhalten des RKI. Die Inzidenz steigt unterdessen weiter. Vor allem junge Menschen sind kaum geschützt.

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Endlich wieder Freunde treffen, feiern oder ins Kino gehen - viele junge Menschen genießen ihre wiedergewonnenen Freiheiten. Doch vor allem in den jüngeren Altersgruppen breitet sich das Coronavirus nun besonders aus. Die 7-Tage-Inzidenz steigt laut dem aktuellen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) vor allem bei den 15- bis 29-Jährigen. Bei den 20- bis 24-Jähigen liegt sie mit 45 am höchsten.

"Die Jungen haben sich über ein Jahr lang zurückgenommen, um die Älteren zu schützen, mit dem Ergebnis, dass sie sich danach alle selbst anstecken", beschreibt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die Situation.

Vor allem in den jüngeren Altersgruppen breitet sich laut RKI das Coronavirus besonders aus. Sind sie jetzt mehr gefährdet?

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Ursachen: Impfquote und Mobilität

Der Anstieg ist Folge einer ungünstigen Kombination: Junge Menschen sind sehr mobil und gleichzeitig kaum geschützt.

Nicht mal zehn Prozent der 12- bis 17-Jährigen sind vollständig geimpft, knapp 20 Prozent zumindest einmal. Wie hoch die Impfquote bei 18- bis 29-Jährigen ist, geht aus den RKI-Daten nicht hervor. Sie befinden sich in der Gruppe der 18- bis 59-Jährigen, von denen etwas mehr als die Hälfte vollständig geimpft ist.

Da es für Kinder und Jugendliche keine allgemeine Impfempfehlung gibt, wird sich die geringe Impfquote so schnell nicht erhöhen, prognostiziert der Epidemiologe Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie.

Was für Auswirkungen haben steigende Inzidenzen bei jungen Erwachsenen?

Corona bei jungen Erwachsenen: kaum Auswirkung auf Hospitalisierung

Im Alter zwischen 15 und 24 Jahren sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 selten. Das Robert-Koch-Institut meldet für die gesamte Dauer der Pandemie 23 Todesfälle von unter 20-Jährigen, 16 von ihnen hatten schwere Vorerkrankungen.

"Eine steigende Inzidenz in dieser Altersgruppe bedroht die Auslastung der Intensivbetten also erst mal nicht", sagt Zeeb.

Impfdurchbrüche sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Wie häufig eine Infektion trotz vollständiger Corona-Impfung auftritt und wie gefährlich diese sind.

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Eine Studie aus Großbritannien zeigt aber auch: Wer mit Corona ins Krankenhaus eingeliefert werden muss, hat als junger Erwachsener ein fast ebenso hohes Risiko, Komplikationen zu erleiden, wie die über 50-Jährigen.

Long Covid bei Jüngeren

Jeder, der nicht geimpft ist, wird sich auf kurz oder lang infizieren.
Hajo Zeeb, Epidemiologe

Karl Lauterbach und Hajo Zeeb glauben, dass Millionen von Kindern und Jugendlichen eine Corona-Infektion durchmachen werden, weil sie aufgrund der eingeschränkten Stiko-Empfehlung ungeimpft bleiben.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung für zwölf bis 17-Jährige nur bei bestimmten Vorerkrankungen oder etwa engem Kontakt zu gefährdeten Personen, die sich selbst nicht schützen können.

Laufende Nase, Kopf- oder Halsschmerzen? Corona-Symptome lassen sich inzwischen schwerer von Erkältungen oder Allergien unterscheiden - im vergangenen Jahr war das noch anders.

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Auch wenn Covid-19 oft symptomlos verläuft, sind Langzeitfolgen nicht ausgeschlossen. Stichwort: Long Covid. Kinder und Jugendliche sind davon auch betroffen - wie schwer und wie verbreitet, ist noch nicht klar. Die Angaben von Studien schwanken dazu stark.

Was zu Long Covid bei Kindern bekannt ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Wegen dieser Unsicherheiten sollte man Corona auch bei jungen Menschen nicht als "harmlose Erkrankung" einordnen, so Epidemiologe Zeeb.

Quarantäne droht weiterhin

Welche Auswirkungen hohe Inzidenzen auf die Gesellschaft haben, zeigt die jüngste Entwicklung in Großbritannien. Mehr als eine Million Schülerinnen und Schüler haben Mitte Juli nicht am Unterricht teilgenommen. Die meisten von ihnen, weil sie nach einem Kontakt mit einer infizierten Person in Quarantäne waren. "Das kann bei stark steigenden Inzidenzen auch bei uns passieren", sagt Hajo Zeeb.

Mittlerweile betreffen Quarantäne-Maßnahme so viele Briten, dass Versorgungsengpässe drohen.

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Anders als in Großbritannien müssen in Deutschland zwar vollständig Geimpfte laut RKI nicht in Quarantäne – dennoch würden Quarantäne-Maßnahmen vor allem ungeimpfte Kinder und Jugendliche treffen, die Unterricht verpassen oder nicht in den Ausbildungsbetrieb gehen können.

Corona: "Exponentielles Wachstum verhindern"

Auch wenn Zeeb und Lauterbach in den aktuellen Fallzahlen noch keinen Grund zur Sorge sehen, haben sie Auswirkungen auf die betroffenen Generationen. "Ziel sollte sein, ein exponentielles Wachstum zu verhindern", sagt Zeeb.

Um die Ausbreitung zu bremsen, muss das Impftempo bei denen, die sich impfen lassen können, also den 18- bis 29-Jährigen deutlich anziehen. "Wenn das nicht passiert, müssen wir spätestens im Winter die Regeln für Ungeimpfte verschärfen", fordert Lauterbach. Denn:

Getestet ist nicht gleich geimpft oder genesen.
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Lauterbach schlägt vor, dass etwa Clubs, Bars und große Veranstaltungen nur noch von Geimpften betreten werden dürfen.

Vor allem an den Schulen müsse es effektive Hygiene-Konzepte geben, sagt Hajo Zeeb mit Blick auf das angehende Schuljahr. "Infektionen sind verhinderbar und zwar nicht nur durch Impfen, sondern auch durch Masken und Hygienekonzepte", so der Epidemiologe.

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Geimpft sind nur 15% der Bevölkerung. Ärzte weigern sich u.a., das Corona-Vakzin zu spritzen. Die Sterberate unter Covid-Kranken ist im Vergleich zu anderen EU-Staaten am höchsten.

17.09.2021
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