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Wert bundesweit über 50 - Was bedeutet die steigende Inzidenz?

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Wie schnell steigen die Corona-Zahlen? Wie gefährdet sind Geimpfte? Kommt ein neuer Lockdown? Die wichtigsten Fragen zur Lage der Pandemie im Überblick.

Passanten mit und ohne Maske in der Innenstadt Frankfurts
Passanten mit und ohne Maske in der Innenstadt Frankfurts
Quelle: ap

Die Corona-Inzidenz steigt und steigt. Nun ist die Schwelle von 50 - lange eine wichtige politische Marke - überschritten. Sollten wir beunruhigt sein?

Wie schnell steigen die Corona-Zahlen aktuell?

Erstmals seit Ende Mai lag die Corona-Inzidenz in Deutschland an diesem Wochenende wieder über 50. Vor allem in Nordrhein-Westfalen steigen die Infektionszahlen aktuell rasant. Das bevölkerungsreichste Bundesland hat am Sonntag beinahe eine Inzidenz von 100 erreicht.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) spricht vom Beginn der vierten Welle - nicht zuletzt wegen der ansteckenderen Delta-Variante. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt aktuell um circa 60 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Im Schnitt kommen aktuell ungefähr 6.500 Infektionen pro Tag dazu - vergangenen Sonntag waren es noch 4.150.

Wer steckt sich im Moment an?

Auffällig ist, dass es unter Jüngeren derzeit zu deutlich mehr Ansteckungen kommt. So steckten sich Menschen Anfang 20 zuletzt mehr als zehn Mal häufiger an als jene zwischen 65 und 84 Jahren.

Mit einer der wichtigsten Gründe: Die im Vergleich zu den über 60-Jährigen noch niedrige Impfquote bei den Jüngeren. Knapp 62 Prozent der Menschen zwischen 18 und 59 sind vollständig geimpft, die unter 18-Jährigen haben erst zu 17 Prozent vollständigen Impfschutz.

Auf dem Bild sind vier Kinder-Silhouetten zu sehen. Sie sind umgeben von Coronaviren und einer Impfspritze.

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Hoch ansteckende Delta-Variante, aber noch kein Impfstoff für kleinere Kinder: Wie die aktuelle Corona-Lage für die Jüngeren ist, beleuchtet diese Story.

Wie gefährdet sind Geimpfte?

Menschen mit vollem Impfschutz erkranken in Deutschland nur in vergleichsweise wenigen Fällen schwer an Corona - auch leichte Erkrankungen kommen deutlich seltener vor als bei Ungeimpften. Das zeigt eine neue Auswertung des Robert Koch-Instituts.

Ein prägnantes Beispiel: Zuletzt lag der Anteil der Menschen mit vollem Impfschutz unter allen Corona-Intensivpatienten von 18 bis 59 Jahren bei 2,4 Prozent.

"Für Geimpfte ist die Situation weiterhin vergleichsweise entspannt", sagt auch Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie auf Anfrage der dpa.

Wie gefährdet sind Ungeimpfte?

Anders sieht es bei Ungeimpften aus - sie machten zuletzt den Großteil der Erkrankten und im Krankenhaus Behandelten aus: 94 Prozent.

Der Anstieg der Inzidenzen hat bereits Folgen. So steigt die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus laut RKI wieder an, die meisten Fälle gibt es demnach in der Gruppe der 35- bis 59-Jährigen.

"Die jetzigen Infektionen und steigenden Werte bedrohen natürlich besonders alle Umgeimpften und bisher nicht Infizierten", so Hajo Zeeb. Die Zahlen "sollten wirklich ein Warnsignal und Motivator sein, sich impfen zu lassen".

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Wie könnte sich das Infektionsgeschehen nun weiter entwickeln?

"Wir sind im Moment wieder in einer exponentiellen Phase", sagt Zeeb. Wenn die Neuinfektionen weiter steigen wie bisher, dann könnte sich die Lage innerhalb von Wochen deutlich verschlimmern.

Wie hoch die Inzidenz steigen könnte, ist aber schwer zu beantworten. Laut Hajo Zeeb sei zu beachten, dass es Faktoren gibt, die die Lage beeinflussen. So könne sich beispielsweise das Verhalten der Menschen auch ohne politische Eingriffe ändern. Zudem gelten viele Corona-Maßnahmen weiterhin.

Kommt ein neuer Lockdown?

Eine Verschärfung der Corona-Regeln hält Zeeb erst dann für nötig, wenn alle Corona-Parameter, beipielsweise die Hospitalisierungszahlen und die Belegung der Intensivbetten, deutlich nach oben gehen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet trotz stark steigender Corona-Infektionszahlen nicht mit einem weiteren generellen Lockdown. "Nach allem, was wir heute wissen, können wir einen neuen Lockdown für Geimpfte und Genesene vermeiden", sagte Altmaier am Wochenende den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Ähnlich äußerte sich auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) gegenüber Funke. "Ich kann mir einen neuen Lockdown nicht vorstellen. Er wäre auch kaum zu rechtfertigen, wenn ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist."

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18.09.2021
von Markus Wolsiffer
Videolänge
1 min
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