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Deutsche Krankenhausgesellschaft - Krankenhäuser fordern 12 Corona-Indikatoren

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) plädiert für einen Mix aus Indikatoren für die Pandemie-Bewertung. Die Sieben-Tage-Inzidenz wäre dann nur noch eine von zwölf Kennzahlen.

Claudia Hortscht, Leiterin der Intensivstation am Klinikum Leer, bereitet ein Intensivbett für einen Coronapatienten vor.
Für die DKG wichtiger Indikator: Klinikbelegungen durch Covid-19-Erkrankte.
Quelle: Sina Schuldt/dpa (Archiv)

Um angesichts des Impffortschritts die Corona-Pandemie künftig besser einschätzen zu können, plädiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) für einen Mix aus insgesamt zwölf Indikatoren.

Die bisher maßgebliche Sieben-Tage-Inzidenz wäre dann nicht mehr der alleinige Maßstab. Die DKG legte ein Konzept vor, um mit einem Mix aus verschiedenen Indikatoren größere Transparenz zu schaffen.

DKG-Chef: Matrix zur Pandemie-Bewertung

Nach Informationen des RND schwebt den Krankenhausvertretern eine Matrix vor, die nach Altersstufen differenziert Kennzahlen zur Infektionslage, zu den Testungen, zur Impfsituation und zur Auslastung der Krankenhäuser kombiniert. DKG-Chef Gerald Gaß sagte dem RND:

Mit dieser Matrix lässt sich auf einen Blick leicht erkennen, wie die aktuelle Pandemielage tatsächlich ist und welche Trends beziehungsweise Zusammenhänge es gibt.
Gerald Gaß, DKG-Chef

So könnte man aus der Tabelle zum Beispiel schnell herauslesen, ob wieder gehäuft ältere, geimpfte Menschen in die Kliniken kämen, weil der Impfschutz nachlasse.

Gaß: "Politik muss endlich handeln"

Der DKG-Chef kritisiert: "Es kann doch nicht sein, dass das Robert-Koch-Institut auf allen diesen Daten sitzt, keine neuen Vorschläge macht und wir nach wie vor nur über die Inzidenzen reden."

Er fordert: "Die Politik muss endlich handeln und einen Indikatorenmix festlegen, auch um durch diese Transparenz die Akzeptanz in der Bevölkerung für Maßnahmen gegen Corona zu erhalten."

RKI: Inzidenz weiter als Hauptrichtwert

Bundes- und Landespolitiker verschiedener Parteien hatten sich zuletzt gegen die Inzidenz als Hauptrichtwert ausgesprochen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verwies insbesondere auf die mittlerweile hohe Impfquote. Eine höhere Inzidenz führe dann nicht so schnell zu einer Überlastung des Gesundheitssystems.

Während die Sieben-Tage-Inzidenz weiter steigt, verschärft sich auch der Streit darum, welche Zahlen überhaupt für die Bewertung der Pandemie herangezogen werden sollen

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Das maßgeblich für die Beobachtung des Infektionsgeschehens zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) will aber weitgehend an der Inzidenz als Richtwert für Corona-Maßnahmen festhalten.

Mediziner: Testpflicht führt zu steigenden Inzidenzen

"Das ist für mich unbegreiflich", sagte DKG-Chef Gaß. Und weiter:

Es geht schließlich darum, die Akzeptanz in der Bevölkerung für Maßnahmen gegen Corona zu erhalten.
Gerald Gaß, DKG-Chef

Problematisch sei, wie andere Maßnahmen den Inzidenzwert beeinflussen. Gaß geht etwa davon aus, dass die neue Testpflicht für Reiserückkehrer zu steigenden Inzidenzen führen wird, weil schlichtweg mehr getestet wird. Diese Entwicklungen müssten richtig eingeordnet werden, etwa durch Gegenüberstellung mit der Quote der positiven Testergebnisse, sagte er dem RND.

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