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Zweiter Booster nötig : Welchen Status haben J&J-Geimpfte?

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Bis zum 15. Januar galten Geimpfte mit einer Dosis von Johnson & Johnson und einer Auffrischung als geboostert. Jetzt benötigen sie nochmal einen Piks - das hat Folgen im Alltag.

Impfstoff von Johnson & Johnson
Impfstoff von Johnson & Johnson
Quelle: imago

Der Corona-Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Johnson & Johnson hat bereits einige Wendungen durchlebt seit seiner Zulassung in Europa im März 2021. Zuerst war der vektorbasierte Impfstoff auf Basis eines abgeschwächten Erkältungsvirus für alle Personen ab 18 Jahren empfohlen. Mittlerweile ist er es nur noch für Menschen über 60, da es Fälle von Trombosen gab.

Der große Vorteil des Mittels, das Janssen genannt wird, war, dass die Geimpfen bereits nach einer Dosis als Grundimmunisiert galten, also vollständig geimpft. Im Oktober 2021 entschied das RKI, dass eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen wird - danach hatten J&J-Geimpfte den Status "geboostert". Doch diese Regel ist seit dem 15. Januar hinfällig.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt aufgrund der vermehrten Impfdurchbrüche allen Personen, die bisher eine Dosis COVID-19-Impfstoff Janssen erhalten haben, ihre Grundimmunisierung mit einer mRNA-Impfstoffdosis in einem Mindestabstand von vier Wochen zur ersten Impfstoffdosis zu optimieren.

J&J-Geimpfte gelten also nach einer Dosis nicht mehr als vollständig geimpft. Für diesen Status müssen sie eine weitere Impfung erhalten, am besten mit einem mRNA-Impfstoff. Für den Status "geboostert" ist dann eine weitere Impfung erforderlich, diese kann wieder mit einem mRNA-Impfstoff oder einer weiteren Dosis des Mittels von Johnsons & Johnsons verabreicht werden.

3,6 Millionen Menschen wurden beim Impfstatus zurückgestuft

Insgesamt haben knapp 3,6 Millionen Menschen in Deutschland ihre erste Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten. Diese Menschen verlieren nun von einem auf den anderen Tag ihren Status als "vollständig geimpft" oder - sofern sie sich eine Auffrischungsimpfung haben geben lassen, ihren Status als "geboostert". Das hat weitreichende Konsequenzen, da etwa die 2G-Plus-Regelungen in Restaurants oder auch am Arbeitsplatz nur geboosterte davon ausnimmt, einen tagesaktuellen, negativen Test vorlegen zu müssen.

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Das Problem dabei: Die Stiko empfiehlt die Auffrischungsimpfung in einem Mindestabstand von drei Monaten zu der letzten Impfung. Die J&J-Geimpften, die erst kürzlich ihre zweite Impfung bekommen haben, müssen jetzt also im schlimmsten Fall drei Monate auf den Satus "geboostert" warten, den sie bis zum 15. Januar bereits hatten.

In einigen Bundesländern gelten für diesen Fall Sonderregeln. In Hessen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bremen, Baden-Württemberg und dem Saarland gelten Menschen drei Monate nach ihrer zweiten Impfung als "frisch geimpft" und sind damit von der Testpflicht der 2G-Plus-Regelungen ausgenommen.

In Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg gilt diese Regel nicht, hier müssen sich die Menschen testen, bis sie die dritte Impfung erhalten haben. Auch in Bayern gilt die Testbefreiung erst nach der dritten Impfung:

Unmittelbar nach der Verabreichung dieser dritten Impfung gelten betroffene Personen im Sinne von §4 Abs. 7 Nr. 4 der 15. BayIfSMV als "geboostert".
Mittteilung der bayerischen Regierung

Eine Übergangsregelung für Geimpfte mit J&J ist dabei nicht vorgesehen. Einige Hausärzte verkürzen den Abstand zur dritten Impfung nun, damit die Geimpften ihren Status zurückbekommen, dies ist von der Empfehlung der Stiko allerdings nicht gedeckt.

Bei der gestrigen Bund-Länder-Runde wurde eine neue Impf- und Booster-Kampagne, sowie neue Regeln für PCR-Tests und Quarantäne beschlossen. Verschärfungen gab es vorerst keine.

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Anpassung der Impfzertifikate nötig

Auch in Sachsen-Anhalt reicht die erste Auffrischung nicht mehr für den Booster-Status. Auf Anfrage von ZDFheute schränkt das Gesundheitsministerium des Landes die Auswirkung der Änderung jedoch ein:

Die Anpassung der digitalen Impfzertifikate steht allerdings noch aus, sodass J&J-Geimpfte noch als "vollständig geimpft" gelten.
Antwort des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt

Die Corona-Warn-App von Menschen mit nur einer Auffrischung nach der Janssen-Impfung zeigt aktuell also noch "Impfungen 3 von 3" und die Berechtigung für "2G". Die Zertifikate zur Gültigkeit der Impfung mit Johnson & Johnson sollen laut dem Bundesgesundhitsministeriums zum 1. Februar 2022 angpasst werden. Gleichzeitig mit der Anpassung der digitalen Impfnachweise nach EU-Vorgaben, nach der Impfzertifikate in der EU künftig nur noch neun Monate nach der Grundimmunisierung gegen das Coronavirus gültig sein sollen.

Für Sachsen-Anhalt gehen wir hier weiter davon aus, dass erst die technische Umsetzung der Geltung der Zertifikate erfolgen muss, damit eine rechtliche Änderung eintritt.
Antwort des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Sachsen-Anhalt

Welches Impfschema ist nach einer Dosis J&J empfohlen?

In Deutschland werden als Auffrischungsimpfungen die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna empfohlen. Es ist jedoch auch möglich eine Auffrischungen mit dem Jannsen-Impfstoff von Johnson & Johnson zu machen. Das haben aktuell etwa 11.000 Menschen gemacht und wird empfohlen, wenn es eine Kontraindikation gegen die mRNA-Impfstoffe gibt.

Die Schutzwirkung des Boosters von J&J ist jedoch geringer als die der beiden anderen Hersteller: Nach einer Zweitimpfung wurde nur bei 50 Prozenz der Geimpften 14 Tage später ein mindestens vierfacher Anstieg der neutralisierenden Antikörper beobachtet, schreibt das Robert-Koch-Institut in seinem letzten Epidemiologischen Bulletin (03/2022). Bei Auffrischungsimpfungen mit Biontech war das bei 98 Prozent der Geimpften, bei Moderna bei 100 Prozent der Geimpften der Fall.

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