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Natur, Digitalisierung, Corona : Studie: Natur hat für Jugend hohe Bedeutung

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Die erste Studie zum Naturbewusstsein der Jugendlichen zeigt: Sie stecken irgendwo zwischen Technisierung und Natur. Und: Die Wertschätzung der Natur hängt vom Wohlstand ab.

Landschaft in Lebus (Brandenburg), aufgenommen am 30.03.2021
Eine Studie des Bundesumweltministeriums zeigt: Die Corona-Krise verstärkt die Wichtigkeit von Natur für Jugendliche.
Quelle: dpa

Glaubte man den gängigen Vorurteilen, müsste die eine Hälfte der Jugend nur noch vor dem Bildschirm hängen, während die andere jeden Freitag für den Naturschutz und den Kampf gegen den Klimawandel protestiert.

Eine neue Studie des Bundesumweltministeriums zeigt, "dass keine dieser beiden pauschalisierenden Positionen die Jugendlichen wirklich hinreichend beschreibt." Tatsächlich pendelt die junge Generation zwischen Entfremdung und einer ausgeprägten Wertschätzung für die Natur.

Zwischen Naturerleben und Technisierung

Dieses Hin und Her zwischen den Positionen zeigt sich etwa in der persönlichen Bewertung der Natur:

  • 66 Prozent finden, dass Natur klar zu einem guten Leben dazugehört.
  • Doch nur 46 Prozent stimmen voll und ganz zu, dass sie in der Natur glücklich sind.

Damit geben Jugendliche seltener als Erwachsene an, dass sie in der Natur glücklich sind (höchste Zustimmungsquote der Erwachsenen 2019: 59 Prozent).

Menschen haben Pflicht zum Naturschutz

Der Schutz der Natur steht für die meisten Jugendlichen außer Frage. Viele von ihnen ärgern sich sehr über den sorglosen Umgang mit diesem Thema:

  • 65 Prozent sind voll und ganz dafür, dass Menschen die Natur schützen müssen.
  • 56 Prozent ärgern sich sehr über den sorglosen Umgang mit der Natur durch andere.

Umweltschutz ist wichtiger als Wirtschaft

Bei der Abwägung wirtschaftlicher und umweltpolitischer Interessen geben nur 4 Prozent der Jugendlichen der wirtschaftlichen Entwicklung uneingeschränkt den Vorzug. 15 Prozent finden die wirtschaftliche Entwicklung eher wichtiger.

Der Großteil (70 Prozent) findet allerdings: Naturschutz ist wichtiger. Da die gegenwärtigen Krisen durch die etablierten Lebens- und Wirtschaftsweisen der Erwachsenen verursacht sind, empfiehlt die Studie, das kreative Potenzial der Jugendlichen zu nutzen.

Kein Rückzugsort, keine Klassenfahrt. Und vor allem: keine Freunde. Für Jugendliche ist die Corona-Zeit eine große Belastung. Eine wichtige Phase des Lebens: verloren. Die Jugendstudie zeigt: Die meisten fühlen sich von der Politik übersehen.

Beitragslänge:
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Natur gewinnt in Corona-Krise an Stellenwert

Ein Drittel der Jugendlichen sieht einen Zusammenhang zwischen der Corona-Krise und dem Zustand von Natur und Umwelt. Gleichzeitig hat die Pandemie dafür gesorgt, dass Jugendliche 2020 häufiger draußen waren, um sich abzulenken, Stress abzubauen oder um sich zu bewegen:

  • 20 Prozent waren viel häufiger,
  • 32 Prozent waren etwas häufiger in der Natur.

Während der Krise sei es zu einer Übernutzung vieler Naturräume gekommen, vor allem in der Nähe von Ballungsgebieten. Die Studie empfiehlt Stadtplanung und Politik dies künftig zu berücksichtigen, damit dieser positive Aspekt auf die Freizeitgestaltung im Freien erhalten bleibt.

Einfluss von Geschlecht und soziökonomischen Faktoren

Die Studie stellt außerdem fest: Mädchen haben eine höhere Wertschätzung für Naturthemen als Jungen. Sie reagieren wesentlich emotionaler und geben beispielsweise häufiger an, dass sie der sorglose Umgang anderer mit der Umwelt sehr ärgert.

Außerdem ist die Ausprägung des Naturbewusstseins von den sozioökonomischen Lebensverhältnissen der Jugendlichen abhängig. Die Studie empfiehlt Naturschutzkommunikation und Umweltbildung stärker auf Jugendliche aus benachteiligten Lebensverhältnissen auszurichten, etwa indem sie Natur als Rückzugsort für gesellschaftlich belastende Erfahrungen anbieten.

Jugend: Erfolgsdruck und neue Medien

Der wachsende Erfolgsdruck auf Jugendliche, etwa im Schul- und Ausbildungsalltag, verstärkt durch die immer schnellere Kommunikations- und Medienwelt birgt einerseits die Gefahr für eine Entfremdung von Natur.

Andererseits suchen sich Jugendliche wegen ihrer Erfahrungen im Alltag neue Zugänge zum Naturempfinden und Naturschutz, die sie mithilfe der neuen Medien auch kommunizieren, bzw. in politischem Protest wie Fridays for Future äußern.

Die Politik sollte das berücksichtigen, um "Jugendlichen authentisch und auf Augenhöhe zu begegnen."

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