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Interview

Immunologe Watzl zu Kimmich - Impf-Folgen nach einem Jahr "ausgeschlossen"

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Fußball-Star Kimmich hat mit seinen Bedenken bei der Corona-Impfung klar gemacht, wie weit Falschinformationen noch immer verbreitet sind. Immunologe Watzl klärt im ZDF auf.

IImmunologe Prof. Carsten Watzl erklärt, bei Corona-Impfungen seien sehr schwere Nebenwirkungen seltene Einzelfälle. Ob sogenannte „Langzeitfolgen“ auftreten, sei eine Frage, „die viele Leute umtreibt. So funktionieren Impfungen nicht."

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In der Bundespressekonferenz geht es eher selten um Fußballer, doch heute gab es einen Anlass. Die Bundesregierung ließ mitteilen, man hoffe darauf, dass sich Nationalspieler Joshua Kimmich doch noch impfen lasse.

Kimmich, Vorbild gerade für junge Leute und bisher ganz vorn dabei im Kampf gegen Corona, hatte am Wochenende überraschend erklärt, dass er selbst noch gar nicht geimpft sei. Fehlende Langzeitstudien gab er als Grund an. Das schlug ein, denn in Zeiten wieder steigender Inzidenzen erscheinen Vorbilder mit Skepsis ziemlich kontraproduktiv.

So wurde auch Carsten Watzl von der Deutschen Gesellschaft für Immunologie bei diesem Thema ziemlich deutlich. Das sagt Watzl im heute journal zu ...

… Angst vor Impf-Nebenwirkungen

"Da reden wir über sehr seltene Nebenwirkungen und wir kennen mittlerweile die Nebenwirkungen, die bei den Impfungen auftreten. Und die sind so selten, dass man sich eigentlich keine Sorgen machen muss. Das Risiko durch die Infektion ist bei allen Altersgruppen eigentlich viel höher als das Risiko durch die Impfung."

… Sinusvenen-Thrombosen und Herzmuskelentzündungen

"Es ist natürlich so, dass die Impfung nicht nebenwirkungsfrei ist, natürlich hat sie Nebenwirkungen, bei einigen Menschen hat sie auch schwere Nebenwirkungen, aber das sind eher Einzelfälle. Also bei den Sinusvenenthrombosen reden wir hier von ein bis zwei Fällen von 100.000 Geimpften. Bei den allergischen Reaktionen ist das ähnlich.

Bei diesen Herzmuskelentzündungen ist das ein Fall von ungefähr 16.000 geimpften Kindern. Das zeigt einfach, dass das seltene Ereignisse sind, und da ist die Infektion leider sehr viel schwerwiegender."

… Langzeitfolgen der Impfung

"Das lässt sich ausschließen. Das, was Leute unter Langzeitfolgen verstehen, ist, dass ich mich heute impfen lasse, mir es die nächsten Wochen und Monate eigentlich gut geht - aber nächstes Jahr habe ich irgendeine Erkrankung, die auf die Impfung zurückzuführen ist. Und so funktionieren die Impfungen nicht. Die Impfungen lösen eine Immunreaktion aus und während dieser Immunreaktion kann es zu Nebenwirkungen kommen. Das ist in der Vergangenheit auch schon passiert, aber die sind dann auch innerhalb von ein paar Wochen wieder abgeschlossen. Also, dass mir dann in einem Jahr was passiert, das ist ausgeschlossen."

"Es ist natürlich kontraintuitiv, wenn man sagt, die Impfstoffe sind sehr schnell entwickelt worden und dann gibt es so etwas wie Langzeitfolgen, das scheint sich ja zu beißen und deshalb muss man das erklären."

Ich bin ehrlich gesagt dankbar, dass Herr Kimmich das aufgebracht hat, weil das ist offensichtlich eine Frage, die nicht nur ihn, sondern viele Leute umtreibt, und dann kann man das hier nochmal klarstellen.

Das sagt die Wissenschaft zu Langzeitfolgen.

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… Auswirkungen auf Zeugungsfähigkeit und Fruchtbarkeit

"Das sind leider Fehlinformation, die häufiger mal wieder bei verschiedenen Impfungen gestreut werden. Bei früheren Impfungen, wurde das auch schon behauptet und hat sich nie bewahrheitet und auch was jetzt bei Corona-Impfungen behauptet wird, dass es bei der Fruchtbarkeit oder bei der Schwangerschaft zum Beispiel negative Folgen haben soll, das hat sich alles nicht bewahrheitet.

Ganz im Gegenteil, wir wissen leider, dass Infektionen ein Problem für die Schwangeren darstellen und auch was mit der Fruchtbarkeit machen kann."

… Gefahr für Ungeimpfte

"Was man aktuell sieht ist, dass sich sehr stark die nicht Geimpften anstecken und im Prinzip hat man nur die Möglichkeit oder die Wahlmöglichkeit, sich seine Immunität entweder durch die Impfung abzuholen oder halt durch die Infektion. Einen dritten Weg gibt es leider nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Natürlich ist die Infektion für einen 30-Jährigen wahrscheinlich mit einem sehr geringen Risiko behaftet - 0,1 Prozent oder sowas - einen schweren Verlauf zu haben, aber das Risiko durch die Impfung liegt halt bei 0,0001 Prozent und von daher wär das Sinnvolle natürlich, sich impfen zu lassen."

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