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Appell von Kinderärzten - "Alle um Kinder herum sollten geimpft sein"

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Um Kinder vor Corona zu schützen, appellieren Mediziner an das Verantwortungsbewusstsein der Erwachsenen. Ungeimpfte Erwachsene seien die "größte Gefahr" für Kinder.

Ein Arzt untersucht im Olgahospital des Klinikums Stuttgart ein Kind.
Grundsätzlich haben Kinder weniger vor Corona zu befürchten als Erwachsene. Kinderärzte sind dennoch besorgt.
Quelle: dpa

Es sind Worte, die manch Erwachsenen empören dürften. Aber Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BKJV) in Deutschland, macht eine deutliche Ansage, schließlich geht es ihm um das Wohl von Kindern und Jugendlichen:

Dass weiterhin 25 Prozent der 18- bis 59-Jährigen und 15 Prozent der über 59-Jährigen nicht geimpft sind, ist die größte Gefahr und die größte Infektionsquelle für Kinder.
Jakob Maske, Bundespressesprecher des BKJV

Zum Glück sei die "Krankheitslast" unter Kindern und Jugendlichen gering, sagt Maske, und verweist auf die in Deutschland verhältnismäßig geringe Zahl von circa 30 Todesfällen unter Covid-Patienten im Alter zwischen 0 und 18 Jahren.

"Auch unter Kindern schwere Covid-Verläufe"

Zum Vergleich: Seit Beginn der Pandemie sind in der Bundesrepublik fast 100.000 Erwachsene im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ums Leben gekommen.

Angesichts sehr hoher Inzidenzzahlen insbesondere bei Kindern zwischen 5 und 14 Jahren mahnen Kinder- und Jugendärzte dennoch zur Vorsicht. "Es gibt auch unter Kindern und Jugendlichen schwere Covid-Verläufe", sagt Professor Dr. Christian Dohna-Schwake, Leiter der Kinderintensivstation am Universitätsklinikum Essen.

Bei Kindern und Jugendlichen ist die 7-Tage-Inzidenz derzeit am höchsten. Die Bundesländer setzen auf unterschiedliche Maßnahmen: manche verschärfen, manche lockern.

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Angespannte Lage in Kinderkliniken

Eines von 1.000 Kindern ist zudem infolge einer Covid-Infektion von einer gefährlichen Überreaktion des Immunsystems betroffen, dem so genannten PIMS-Syndrom, und kann dadurch auf die Intensivstation kommen.

Zwar muss nicht jeder junge PIMS-Patient in die Klinik, die vierte Corona-Welle dürfe sich dennoch nicht ungebremst unter Kindern und Jugendlichen ausbreiten, mahnt Dohna-Schwake.

Die Situation ist in vielen Kinderkliniken aktuell schon sehr angespannt, weil die anderen respiratorischen Virus-Erkrankungen aktuell häufiger vorkommen als in "normalen" Herbst-Winter-Saisons.
Christian Dohna-Schwake, Facharzt für Kinderheilkunde

Medizinerverbände sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) appellieren nun an das Verantwortungsbewusstsein der Erwachsenen.

Bei Kindern kann nach einer Corona-Erkrankung das sehr seltene PIMS-Syndrom auftreten. In Deutschland wurden bisher 295 Fälle registriert.

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Mediziner appelliert an Verantwortungsbewusstsein

"Grundsätzlich sollten alle um Kinder herum geimpft sein", sagt Dr. Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Dies betreffe insbesondere die Eltern sowie das Personal an Schulen und Kindertagesstätten.

Die Erwachsenen werden ihrer Verantwortung für die nachwachsende Generation nur dann gerecht, wenn sie sich impfen lassen.
Burkhard Rodeck, Kinder- und Jugendarzt, DGKJ-Generalsekretär

Zusätzlich zu einer 2G-Regel an Kitas und Schulen fordert Rodeck regelmäßige Corona-Tests der dort Beschäftigten, um das Infektionsgeschehen eindämmen zu können.

GEW: Gesellschaft außerhalb der Schule gefordert

Derzeit fürchten Lehrerverbände und die Gewerkschaft GEW einen "Kontrollverlust" an deutschen Schulen, dass die Corona-Situation in manchen Hotspots "aus dem Ruder laufen könnte", wie die GEW-Vorsitzende Maike Finnern es formuliert.

Neben dem flächendeckenden Einbau von Luftfilteranlagen, dem Einhalten von Lüftungs- und Hygienekonzepten und dem Tragen von Masken in den Innenräumen der Schulen bezeichnet Finnern als weitere Infektionsschutzmaßnahme, dass "die Impfkampagne weiter konsequent vorangetrieben" werde.

Allen Lehrkräften muss sechs Monate nach ihrer Zweitimpfung jetzt schnell und unbürokratisch eine Boosterimpfung angeboten werden.
Maike Finnern, GEW-Vorsitzende

Mit Verweis auf die bislang noch geringen wissenschaftlichen Erkenntnisse über mögliche Covid-Langzeitfolgen bei Kindern und Jugendlichen, ermahnt Finnern Erwachsene "Rücksicht auf die Kinder zu nehmen". Das bedeute auch, aktuell "auf Massenveranstaltungen zu verzichten".

"Es darf nicht sein, dass die Schulen strikte Präventionskonzepte zum Gesundheitsschutz umsetzen, Erwachsene aber feiern gehen, möglicherweise das Coronavirus aufschnappen und die Kinder anstecken", fordert sie.

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