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Interview

Kinder-Infektiologe Hübner - "Nicht Verantwortung auf Kinder abwälzen"

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Bald dürfen Kinder geimpft werden. Professor Hübner, Vorsitzender der pädiatrischen Infektiologen, im ZDF über die Zulassung, Abwägung von Risiken und die Verantwortung der Eltern.

Professor Johannes Hübner im heute journal

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Keine Corona-Impfung unter 16 - das galt bislang, soll sich nun aber ändern. Die Firmen Biontech und Pfizer haben heute den Antrag gestellt, dass ihr Impfstoff in Europa auch für Kinder und Jugendliche von 12 bis 15 Jahre zugelassen wird. Wenn die Zulassung schnell kommt, könnte es schon im Juni losgehen, laut Gesundheitsminister Jens Spahn spätestens in den Sommerferien.

Damit eröffnen sich ganz neue Chancen im Kampf gegen die Corona-Pandemie, es stellen sich aber auch neue Fragen, und es gibt natürlich auch Sorgen. Der stellvertretende Direktor der Kinder-Uniklinik München und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie, Professor Johannes Hübner, im heute journal über die neue Debatte zur Rolle der Kinder bei den Impfungen.

Sehen Sie oben das ganze Interview im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Hübner zu …

Eltern, die sonst alle Impfungen mitmachen, nun bei Corona aber vorsichtig sind:

"Ich kann es schon verstehen, aber dazu muss man wissen, dass Impfstoffe mit zu den am besten getesteten Medikamenten gehören. Da werden immer sehr, sehr umfangreiche Studien durchgeführt. Das wird an sehr vielen Personen getestet und die Zulassung in Europa ist eine normale Zulassung für wie für jedes Medikament.

Andere Länder, zum Beispiel die USA, haben Notfallzulassungen gemacht. Aber in Deutschland sind da wirklich keine Abkürzungen genommen worden, also es ist eine ganz normale reguläre Zulassung. Und das setzt natürlich auch eine umfangreiche Prüfung der Prüfbehörde voraus."

Impfen bei Kindern ist umstritten. Einerseits wichtig für chronisch kranke Kinder sind Tests mit Impfstoffen an Minderjährigen andererseits juristisch bedenklich. Zudem spaltet die Frage, ob Kinder zu impfen um des Allgemeinwohls willen vertretbar ist.

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Abwägung der Risiken von Corona und der Impfung:

"Also da gibt es natürlich unterschiedliche Kinder, unterschiedliche Patientengruppen. Und was wir natürlich ganz besonders im Auge haben, sind Kinder mit Grunderkrankungen. Das sind Kinder, die sicher und ganz klar von so einer Impfung profitieren würden.

Bei den sonst gesunden Kindern liegt der Fall da sicher anders. Da ist das Risiko sehr, sehr gering von schweren Verläufen, von Todesfällen. Die haben ja wirklich nur sehr vereinzelt gesehen. Also da muss man sicher sehr, sehr gut auch noch einmal abwägen die Risiken und den Nutzen von so einer Impfung. Wobei man natürlich sagen muss: Diese Impfung, die bisher auch schon 100 Millionen Mal auf der Welt verimpft worden ist, ist bisher wirklich mit sehr, sehr wenig Nebenwirkungen assoziiert worden."

Die meisten Schulen sind wegen der Bundes-Notbremse geschlossen. Trotzdem sind die Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen weiter hoch.

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Eltern, die ihre Kinder selbst entscheiden lassen wollen:

"Prinzipiell ist es sicher gut, größere Kinder mit einzubeziehen. Kinder erleben die Pandemie auch mit. Sie bekommen auch mit, wie die Verläufe sind. Die Kinder da mit teilnehmen zu lassen ist sicher sinnvoll.

Entscheiden müssen das aber letzten Endes die Eltern. Und ich finde das nicht gut, wenn Eltern so eine Verantwortung auf die Kinder abwälzen."

Stiko-Chef Mertens - Impfungen für Kinder ab Ende Mai erwartet 

Schon bald könnten auch Kinder gegen Corona geimpft werden. Stiko-Chef Mertens rechnet mit einer schnellen EMA-Zulassung des Biontech-Impfstoffs für diese Gruppe.

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